Na jetzt geht's aber los! Bislang hatte ich Avatar als recht entbehrliche, melodische Death Metal-Band auf dem Radar, die sich viel zu sehr von In Flames und zuletzt auch Sonic Syndicate beeinflussen ließ. Nun schallen mir die ersten Töne von "Black Waltz" entgegen und ich denke mir - Mnemic?
Als Gitarrist hört man ein Album zwangsläufig etwas anders. Man achtet auf Riffs, Sound, Dynamik, Zusammenspiel und darauf, ob eine Gitarre tatsächlich etwas zu einem Song beiträgt. Und genau deshalb kann ich die damalige 2/5-Wertung von laut.de für Black Waltz nur schwer nachvollziehen.
Natürlich ist nicht von der Hand zu weisen, dass Avatar auf diesem Album ihre Einflüsse offen zur Schau tragen. Mnemic, Slipknot, Strapping Young Lad, Lamb Of God oder auch Hard-Rock- und Industrial-Elemente lassen sich hier und da heraushören – laut.de hat diese Parallelen entsprechend ausführlich kritisiert.
Aber für mich ist die entscheidende Frage nicht, ob man Einflüsse hört, sondern was Avatar daraus macht.
Und da funktioniert Black Waltz erstaunlich gut.
Schon „Let Us Die“ macht klar, wohin die Reise geht: druckvolle, moderne Gitarren, wuchtige Rhythmik und ein Sound, der wesentlich dreckiger und massiver wirkt als auf den früheren Alben. „Torn Apart“ lebt von seinem Groove und den markanten Riffs, während „Ready For The Ride“ und „Blod“ ordentlich nach vorne gehen. Und dann kommt mit „Let It Burn“ ein Stück, das bewusst aus dem Rahmen fällt und zeigt, dass Avatar nicht einfach nur das nächste Metalcore-/Modern-Metal-Album schreiben wollten.
Genau diese Mischung macht für mich den Reiz der Platte aus. Black Waltz ist vielleicht nicht das technisch anspruchsvollste Gitarrenalbum seiner Zeit – aber es ist riffstark, abwechslungsreich und vor allem charaktervoll. Die Gitarren müssen hier nicht permanent beweisen, wie viele Noten sie spielen können. Sie müssen drücken, grooven und Atmosphäre erzeugen. Und das gelingt ihnen.
Was ich außerdem spannend finde: Black Waltz wirkt rückblickend wie ein wichtiger Schritt hin zu dem Avatar, den man später kennen und lieben gelernt hat. Die Band löst sich zunehmend vom klassischen Melodic-Death-Metal-Korsett und entwickelt diese eigenwillige Mischung aus Metal, Hard Rock, Groove, Industrial und Theatralik. Dass das Album nicht vollkommen frei von Fremdeinflüssen ist, stimmt. Aber Eigenständigkeit entsteht nicht immer dadurch, dass man sämtliche Einflüsse versteckt.
Für mich ist Black Waltz deshalb kein perfektes Album – einige Songs sind stärker als andere, und nicht jede Idee zündet gleichermaßen. Eine 2/5 wird der Platte meiner Meinung nach trotzdem nicht gerecht. Dafür gibt es zu viele starke Riffs, zu viel Energie und vor allem zu viele Momente, die im Kopf hängen bleiben.
Wer nur nach Innovation sucht, wird hier vielleicht enttäuscht. Wer aber gute Gitarren, fette Grooves und ein Album mit ordentlich Charakter sucht, bekommt eine Menge geboten.
4,5/5 – und damit deutlich näher an einem sehr guten als an einem durchschnittlichen Album.
Na jetzt geht's aber los! Bislang hatte ich Avatar als recht entbehrliche, melodische Death Metal-Band auf dem Radar, die sich viel zu sehr von In Flames und zuletzt auch Sonic Syndicate beeinflussen ließ. Nun schallen mir die ersten Töne von "Black Waltz" entgegen und ich denke mir - Mnemic?
Deutlich …
Als Gitarrist hört man ein Album zwangsläufig etwas anders. Man achtet auf Riffs, Sound, Dynamik, Zusammenspiel und darauf, ob eine Gitarre tatsächlich etwas zu einem Song beiträgt. Und genau deshalb kann ich die damalige 2/5-Wertung von laut.de für Black Waltz nur schwer nachvollziehen.
Natürlich ist nicht von der Hand zu weisen, dass Avatar auf diesem Album ihre Einflüsse offen zur Schau tragen. Mnemic, Slipknot, Strapping Young Lad, Lamb Of God oder auch Hard-Rock- und Industrial-Elemente lassen sich hier und da heraushören – laut.de hat diese Parallelen entsprechend ausführlich kritisiert.
Aber für mich ist die entscheidende Frage nicht, ob man Einflüsse hört, sondern was Avatar daraus macht.
Und da funktioniert Black Waltz erstaunlich gut.
Schon „Let Us Die“ macht klar, wohin die Reise geht: druckvolle, moderne Gitarren, wuchtige Rhythmik und ein Sound, der wesentlich dreckiger und massiver wirkt als auf den früheren Alben. „Torn Apart“ lebt von seinem Groove und den markanten Riffs, während „Ready For The Ride“ und „Blod“ ordentlich nach vorne gehen. Und dann kommt mit „Let It Burn“ ein Stück, das bewusst aus dem Rahmen fällt und zeigt, dass Avatar nicht einfach nur das nächste Metalcore-/Modern-Metal-Album schreiben wollten.
Genau diese Mischung macht für mich den Reiz der Platte aus. Black Waltz ist vielleicht nicht das technisch anspruchsvollste Gitarrenalbum seiner Zeit – aber es ist riffstark, abwechslungsreich und vor allem charaktervoll. Die Gitarren müssen hier nicht permanent beweisen, wie viele Noten sie spielen können. Sie müssen drücken, grooven und Atmosphäre erzeugen. Und das gelingt ihnen.
Was ich außerdem spannend finde: Black Waltz wirkt rückblickend wie ein wichtiger Schritt hin zu dem Avatar, den man später kennen und lieben gelernt hat. Die Band löst sich zunehmend vom klassischen Melodic-Death-Metal-Korsett und entwickelt diese eigenwillige Mischung aus Metal, Hard Rock, Groove, Industrial und Theatralik. Dass das Album nicht vollkommen frei von Fremdeinflüssen ist, stimmt. Aber Eigenständigkeit entsteht nicht immer dadurch, dass man sämtliche Einflüsse versteckt.
Für mich ist Black Waltz deshalb kein perfektes Album – einige Songs sind stärker als andere, und nicht jede Idee zündet gleichermaßen. Eine 2/5 wird der Platte meiner Meinung nach trotzdem nicht gerecht. Dafür gibt es zu viele starke Riffs, zu viel Energie und vor allem zu viele Momente, die im Kopf hängen bleiben.
Wer nur nach Innovation sucht, wird hier vielleicht enttäuscht. Wer aber gute Gitarren, fette Grooves und ein Album mit ordentlich Charakter sucht, bekommt eine Menge geboten.
4,5/5 – und damit deutlich näher an einem sehr guten als an einem durchschnittlichen Album.