"'Soldatenschicksale' vereint überarbeitete Versionen von 'Yankee Division' (2022), 'Der Füsilier' (2023) und 'U-Bootsmann' (2023) sowie zwei brandneue Stücke, die als 'Skagerrak' fungieren." Scheinbar gab es also Verbesserungsbedarf im Hause Kanonenfieber. Unter dem Titel "Soldatenschicksale" – …
Nich meine Musik, wenn auch handwerklich auf top Niveau. Danke auch für die kritische Einordnung, die ich bei so ner Band extrem wichtig finde. Während ich Filme und Serien zum Thema Krieg schaue und im Großen und Ganzen damit kein Problem habe, finde ich Krieg in der Musik irgendwie ziemlich unangenehm...vor allem wenns wie hier das einzige Thema ist. Krieg in Filmen dient zwar ebenfalls wie in der Musik überwiegend der Unterhaltung, aber ich find die Vorstellung zu solchen Themen zu moshen oder die Matte zu schütteln irgendwie ziemlich bizarr und makaber...
Irgendwie bezeichnend, wenn man nach zwei Alben um zwei neue Songs bereits eine Mini-Best-Off basteln muss. Dieser monothematische Mummenschanz dürfte wohl weitgehend auserzählt sein. Ungehört 1/5 für diesen Schmutz sollte außerdem klar sein.
Dass jemand, der Musik - und um die gehts hier letztendlich - ungehört beurteilt, nicht ernst zu nehmen ist, sollte aber auch klar sein. Aber wenn ich mir deinen Verlauf ansehe, ist Selbsterhöhung durch Abwertung womöglich dein Ding. Inhaltlich: Für Hörer von Kanonenfieber, die physische Tonträger bevorzugen, macht die Kompilation schon Sinn, da die 3 EPs, aus denen sie besteht, allesamt vergriffen sind. Ist also eigentlich kein Best-of, sondern eine Neuauflage. Das Konzept hinter Kanonenfieber lässt sich natürlich sehr kontrovers diskutieren, aber nicht auf diesem Niveau.
Um Wertungen zu vergeben, müsste man sich Bands mit so einem Namen und Gehabe erstmal anhören. Das zielt ja direkt auf Vollpfosten mit Waffenfetisch ab. 0/5 geb ich trotzdem gerne, weil die völlig außer Konkurrenz sind und in ihrer eigenen Schützengrabenwelt rumrobben.
Es spielt schon sehr kalkuliert mit der faschoästhetik, auch die Videos helfen hier nicht (zB. Waffenbrüder...wtf). Wie die Onkelz und auch Frei.Wild, greifen sie dankbar die ganzen rechten Prolls ab, die keinen F*** auf irgendwelche Distanzierungen geben. Der Ton und das Bild macht die Musik.
wenn man(n) ein rechter proll ist, der diese art von musik mag, dann hört man(n) ganz sicher nicht die schwulen kanonenfieber. das schwöre ich auf yourmom. dann hört man marduk oder schlimmeres
Marduk waren doch die, die sich mit rechtem Zeug eingedeckt haben, wo aber das Ganze öffentlich aufgedeckt worden ist und die Band deswegen hier nicht mehr durchgegangen sind, wenn ich mich recht entsinne.
es gibt neuere bandfotos von marduk, auf denen einer das divisionssymbol der leibstandarte (son schlüssel) als pin hat.
auf panzerdivision marduk wird "das panzerlied" nachgespielt und es gibt mehrere lieder, in denen reinhard heydrich abgekultet wird. (hangman of prague, blonde beast) bzw die SS generell (devil's song)
als strafe dafür werden sie auf ewig mit diesem panzerdivision marduk seich assoziiert, was schon okay ist aber in dieser form 1:1 auch von deiphago, revenge oder goatpenis hätte abgeliefert werden können, während those of the unlight und/oder opus nocturne wirkliche meisterwerke sind und marduk deswegen eigentlich im selben atemzug wie burzum, darkthrone oder gorgoroth genannt werden müssten
Also erstens: was ihr immer noch nicht checkt, ist, dass Marduk Pazifisten sind und die Musik Anti-Krieg ist. Ist doch klar, dass Panzerdivison Marduk ein musikalischer Antikriegsfilm wie Das Boot ist. Lest halt mal die Texte von denen:
"Hear the bombs falling The devil is calling The godly creation In obliteration On your final hour Experience the power Of retaliation Death and domination"
Absolut lächerliche Hetzer seid ihr.
Zweitens: Was soll das heißen, Marduk MÜSSTEN im selben Atemzug wie Burzum, Darkthrone oder Gorgoroth genannt werden? Wer zum Fick macht das denn bitte nicht?? Und ja, Those Of The Unlight ist natürlich objektiv betrachtet um Welten besser, aber ich liebs trotzdem in seiner Stumpfheit.
Das Projekt scheint schon mindestens problematisch zu sein, aber über Saenko weiß man zu wenig, wie er tickt, zumal er eh keine Interviews, gibt und textlich scheint das Ganze zu vage zu sein, um Drudkh in eine klare politische Ecke stellen zu können. Was mich eher fasziniert, ist die Melancholie und (oftmals folkloristisch) düstere Stimmung, die von der Musik ausgeht.
Was Marduk angeht, hat sich die Band zu viele Ausrutscher geleistet, dass ich so manche Entschuldigung noch als glaubwürdig erachten kann. Gepaart mit gewissen Anspielungen in den Texten und den Videos vergeht es mir da mittlerweile so ziemlich.
Beziehungsweise will ich keine Band unterstützen, die bei der Schwedischen Widerstandsbewegung einkauft, in einem ihrer Videos einen Pin trägt, der Bezug zur NSDAP hat und auf dem selben Album einen Song über die Werwolf-Organisation hat.
@Toni: Dass die politisch absolut indiskutabel sind steht für mich auch vollkommen außer Zweifel! Die beiden oben genannten Alben finde ich trotzdem wahnsinnig gut. Was soll ich tun, ich finde auch die Filosofem fantastisch, und über den brauch man ja nun wirklich nicht mehr reden... Magst du eigentlich Grima? Wenn du auf Melancholie und folkloristisch düstere Stimmung stehst, müssten die auch was für dich sein. Drudkh mag ich auch gerne.
Außerdem finde ich den Diskurs hier im Metal absolut klasse, wo auch so Einiges, das in der Szene angenommen wird, etwas mehr hinterfragt wird. Das fehlt mir in anderen Szenen, wie der Gothic- oder der Neofolk-Szene so ziemlich.
also jeder hat andere schmerzgrenzen aber marduk sind keine nazis... das sind 13 jährige edgelords mit lernbeeinträchtigung... die beiden meisterwerke Those of the unlight und opus nocturne sind textlich unverfänglich. dieser seich kam mit dem panzer division marduk. und in meiner wahrnehmung werden marduk tatsächlich darauf reduziert. ich meine es schon ok bis geil aber auf gar keinen fall vergleichbar. zt covern sie aber auch woven hand und so... was schon auch lustig ist.
Ich würde mal sagen, dass niemand diese Band hört, weil er Kriegsgegner ist, und irgendwann mal auf der Suche nach Musik mit einer pazifistischen Message war.
Möglich, dass die Band ihr Schaffen selbst so beurteilt (evtl. nach Außen), aber ich denke, da müssen wir uns bzgl. der Zielgruppe nichts vormachen.
Aber was soll's, ist halt merkwürdige Musik für merkwürdige Leute, und man muss es ja nicht hören.
Sabatons Zwillingsbruder, der im Schrank eingesperrt wurde und jetzt edgy-evil sei möchte. Musste sie mal als Vorband ertragen, da haben sogar Menschen die Arme zum Hitlergruß erhoben und die Band hat das nicht einmal kommentiert oder Konsequenzen daraus gezogen. Krieg als reine Unterhaltung zieht irgendwie immer solche Menschen mit an ...
Traurig, aber ja. Als Kanonenfieber ihr erstes Album veröffentlicht hatten, wurde das eigentlich ganz gut aufgenommen, gerade weil sie sich Anti-Krieg positionierten usw. Aber der Mummenschanz, die Pickelhaubenfantasien, die vielen Buzzwords ziehen wohl einfach ein bestimmtes Klientel an und da hilft es nichts, wenn man weiter Pickelhauben- und Graben(feuchte) Träume bekräftigt.
Ach Gottchen, wie ihr immer noch nicht checkt, das sie wie Sabaton Pazifisten sind und die Musik Anti-Krieg ist. Musikalischer Antikriegsfilm wie Das Boot oder Jonny zieht in den Krieg. Tausendmal erklärt, aber euch fehlts da oben wohl an den Synapsen. Lassen wir mal Fachleute mit akademischem Titel das beurteilen:
Wer Interviews mit ihnen gesehen hat der weiß, das sie nicht rechts sind aber man drischt halt immer nur drauf ohne sich vorher zu informieren. Absolut lächerliche Hetzer seid ihr. Ganz im Gegensatz zu Kanonenfieber und Sabaton übriegens.
Die woke Hetze der lächerlichen Synapsenlosen nimmt überhand! Tatsächlich sind Kanonenfiebertraum, nun höret, so respektabel wie Sabberton! Sogar das Panzermuseum findet die gut!
Niemand behauptet, dass die Vögel "rechts" sind, aber sind wir doch mal ehrlich. Dieser Fixierung auf ein Thema und der Uniformen-Fasching hat dazu geführt, dass dieser Rotz sehr schnell relativ erfolgreich wurde. Erfolgreicher jedenfalls, als es vom rein Musikalischen ohne diese Gimmicks geworden wäre. Dabei wird in Kauf genommen, dass man ein eher fragwürdiges Klientel anzieht, dem die angeblich pazifistische Meta-Ebene komplett am Arsch vorbeigeht, und das eher darauf steht bei irgendwelchen Pickelhauben-Hoschis martialische Wortfetzen mitzugrölen. Abgesehen davon sind Gimmick-Bands idR generell komplett peinlich und nutzen sich sehr schnell ab, was man ja auch hier sieht, da nach zwei Studioalben bereits eine Art Best-Of notwendig ist. Dass Krieg im Allgemeinen Scheiße ist, und der Erste Weltkrieg im Speziellen ziemlich Scheiße war, ist halt weitgehend Grundkonsens, und daran ändert sich auch nichts, wenn diese Nasen 10, 20 oder 50 Lieder darüber schreiben, wie schlimm das alles war.
Niemand hat behauptet die wären rechts, die meisten Kommentare und die Rezension thematisieren sogar den Umstand, dass sie es nicht sind. Wer das nach dem Lesen aller Einlassungen hier nicht checkt, sollte beim Synapsenzählen Vorsicht walten lassen.
Ich meine, ich versteh' das ja irgendwo. "Die sind ja gar nicht rechts" ist halt der seit ca. 40 Jahren antrainierte Reflex von Fans irgendwelcher deutschtümelnder Hau-Ruck-Kapellen, sobald diesen auch nur der leiseste Hauch von Kritik entgegenschlägt, völlig egal, worauf sich diese Kritik bezieht.
Ich habe mal durch diesen phänomenalen Live Auftritt geskippt, es hätte auch alles ein Lied sein können. Ich höre solche Musik nicht, daher habe ein keine Ahnung ob da irgendwo Nuancen versteckt sind die die Lieder interessanter werden lassen. Aber das was ich da höre ist einfach langweilig und anspruchslos. Gut, der Schlagzeug kann sehr ausdauernd eine schwachbrüstige Double Bass treten, aber der Gesang ist dermaßen monoton und unterirdisch getextet, die Gitarren klimpern die immer gleichen Akkorde und lässt man die albernen Kostüme weg bleibt einfach nur generisches Geschrabbel über.
Wenn du schon die Analogie "Antikriegsfilm" und Kanonenfieber aufmachst, empfehle ich, mal über Truffauts Standpunkt zu diesem Genre nachzudenken. Kann natürlich sein, dass es bei Truffaut auch "da oben wohl an den Synapsen" gefehlt hat. Wer weiß.
Zumal man vorsichtig sein sollte, ausgerechnet "Das Boot" als Antikriegsfilm zu bezeichnen. Ich liebe diesen Film aufgrund seiner Machart, der klaustrophobischen Enge, die er vermittelt und der mitwirkenden Schauspieler, aber er ist weit davon entfernt, ein Antikriegsfilm zu sein. Buchheim, der Autor der Romanvorlage, stand dem System des 3. Reiches alles andere als ablehnend gegenüber und pflegte als Propagandaoffizier und Künstler gute Kontakte zur Marine- und auch zur sonstigen Führung des Nazireichs, deren Vertreter sich zB gerne von dem talentierten Kunstmaler protraitieren ließen. Sein Roman "Das Boot" ist quasi eine Weiterentwicklung des Nazi-Propaganda-Schinkens "Jäger im Weltmeer" und eines Manuskriptes mit dem Arbeitstitel "Das geduckte Leben", welches vom erfolgreichen Angriff eines U-Bootes auf einen Geleitzug handelt, und dessen Veröffentlichung nur durch das Kriegsende verhindert wurde.
@Schwingi: Verkürzt gesagt geht es Truffaut darum, dass eine ästhetisierende Darrstellung, die Film immer ist, zwangsläufig eine Affirmation bedeutet. Das geschieht einfach auf der Zeichenebene unabhängig davon, was die politische Intention des:der Filmschaffenden ist. Zum Beispiel sind Apocalypse Now oder Full Metal Jacket auf Inhaltsebene weit davon entfernt, kriegsbefürwortende Propaganda zu sein, trotzdem haben sich Teile von ihnen (Private Paula / ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen) ikonisch in die Popkultur eingeschrieben. Der Schrecken wird geil, man kann nichts dagegen tun. Insofern liegt death.cynic mit seiner Analogie richtig, nur halt andersrum, als er möchte. es ist egal, ob Kanonenfieber sagen, dass Krieg eine gant schlimme Sache ist. Sie partizipieren an der Geilheit (und der sexuelle Bezug ist hier gewollt, siehe dazu u.a. Rolf Pohl und Klaus Theweleit) seiner Zeichen und schreiben sie gleichzeitig weiter.
Wird Sabberton oder Ganonenfiebr (auf Sächs'sch klingt es irgendwie schon fast lustig) kritisiert, gerät der Todeszyniker in Rage. Paranoid_Agent hat es schon gut getroffen mit seinem Kommentar
Ich fasse mal zusammen wie diese Debatten meistens laufen:
Seite A: Ich finde an der Band problematisch, dass sie, unabhängig von ihrer eigenen Gesinnung, durch ihre Thematik für Faschos attraktiv ist.
Seite B: Aber das sind doch keine Faschos. Hier ein Interview wo die das eindeutig sagen und die haben doch auch mal einen Song gegen Faschos geschrieben.
Seite A: Das sagt ja niemand, aber durch ihre Thematik ziehen sie halt, ob sie es wollen oder nicht so ein Publikum an, und das kann man ja kritisch sehen
Seite B: Wie oft denn noch? Das sind keine Faschos, die haben sich da doch hundertmal von distanziert und wollen damit nix zu tun haben
Seite A: Wenn sie damit nix zu tun haben wollen, würde es ja auch ihnen helfen, sich mal kritisch damit auseinderzusezten, warum sie für so ein Publikum so attraktiv sind.
Seite B: Aber es sind keine Faschos, sie haben das mal in nem Interview gesagt und ja auch den Song darüber geschrieben. Und es kann ja auch niemand dafür verantwortlich gemacht werden, was das eigene Publikum so tut.
Seite A: Nein, das sagt ja auch niemand, es geht lediglich darum, dass es doch zum Nachdenken anregen sollte, wenn das eigene Werk von Faschos offensichtlich sehr gemocht wird
Seite B: Aber es sind keine Faschos, das haben die mal in dem Interview gesagt und die haben nen Song darüber geschrieben und einer von deren Securitys ist sogar nicht weiß. Wie oft denn noch?
Letztendlich kann man niemals jemandem in den Kopf gucken. Heute nicht, morgen nicht und auch gestern nicht. Man kann immer nur Mutmaßungen anstellen, die wahren Motive aber bleiben verborgen. Das können ja alles super Mensche sein, so auf'm Kiez jetzt, mein ich, aber in de eigene vier Wände, weiß Gott, was da abläuft. Unter jedem Dach ein Ach.
Ich finde nicht dass in Apocalypse Now und Full Metal Jacket der Schrecken irgendwie geil wird, ikonische Szenen und Pop-Kultur hin oder her. Das sind zwei der Filme die ich von diese Thematik ausnehmen würde. Ich habe gerade mal die Wikipedia-Liste für Antikriegsfilme überflogen. Keiner der dort gelisteten und von mir gesehenen Filme hat mich nicht weniger pazifistisch zurückgelassen.
Ich muss Truffaut das in seiner Absolutheit widersprechen (zumal die Aussage scheinbar von 1973 ist, seit dem hat sich nun auch einiges geändert, vielleicht würde er das heute auch nicht mehr so sehen). Für wen ein Massaker den Schrecken verliert und an Geilheit gewinnt weil dabei der Walkürenritt läuft verdrängt vielleicht auch jede Kritik am Krieg.
So eine dröge Gammelband wie Kanonenfieber braucht sich aber nicht einbilden in der Tradition solcher Filme zu stehen.
An der Grundthese von Truffauts Aussage hat sich aber bis heute nichts geändert. Ein Kriegsfilm ist eben in erster Linie ein Film, und als solcher ein Werk der Fikton, das auch eine Geschichte erzählen muss, und sobald das passiert, findet auch eine Ästhetisierung statt. Der beste (Anti-) Kriegsfilm dürften vermutlich die ersten 20 Minuten von "Saving Private Ryan" sein. Ein komplettes Chaos aus Blut, Eingeweiden, abgerissenen Körperteilen und Wahnsinn, in dem der Tod vollkommen willkürlich jeden treffen kann. Die restlichen zwei Stunden sind dann ein mehr als konventioneller Kriegsfilm, der eine (ziemlich beknackte) Geschichte erzählt, und versucht, dem ganzen einen tieferen Sinn zu geben.
Gut gemeint (falls dem tatsächlich so ist) ist halt noch lange nicht gut gemacht. Wenn man mit seiner Musik den Soundtrack zur tiefbraunen Dorffeier und mit seiner Show die Bespaßung für den Freigang (spät)pubertierender Faschos abliefert, dann hat man wohl etwas falschgemacht.
Die haben es richtig gemacht. Jeder GrauzonenGünther hasst Endstille weil sie "antifa" sind, und zeigt sich entäuscht und empört darüber, dass die Message ihrer Musik genau so gemeint ist, wie sie klingt.
Gimmick-Bands, die nur ein Thema bedienen, gibts im Metal doch zuhauf. Amon Amarth, Blind Guardian, auch z.B. Slayer haben ihre ganze Karriere lang hauptsächlich über Blut und Gemetzel geschrieben. Verstehe nicht, warum gegenüber Kanonenfieber jetzt so hohe Ansprüche gestellt werden.
Von diesem Grundsatz mal abgesehen finde ich aber auch, dass das Konzept Kanonenfieber eigentlich auserzählt ist. Das erste Album war gut, aber seitdem wird nur noch uninspiriert nach Schema F durchgeprügelt. Obs dann über die Westfront oder die Ostfront oder U-Boote geht, ist dann auch egal, wenn eh alles gleich klingt.
Ich für meinen Teil finden Gimmick Bands generell ziemlich daneben, egal ob das Wikinger, Piraten, Ritter oder Pickelhauben sind. Solche Bands langweilen eher früher als später und sind oft auch ziemlich peinlich.
@kanonenfurzer Wirklich Ahnung von dem was Du da schreibst hast Du aber auch nicht. Blind Guardian als ein Thema Act zu bezeichnen ist schon fast peinlich.
Wirklich beeindruckend, mit welcher Akribie, Leidenschaft und Hingabe, Noise seiner Arbeit nachgeht. Und noch mehr fasziniert es mich, wie diese Band es geschafft hat, mit diesen Texten und Videos die Schrecken dieses furchtbaren Krieges für den Zuhörer " erlebbar" zu machen. Und die Intention der Band ist es ja, sofern ich es verstanden habe, den Krieg nicht zu glorifizieren, sondern die Schrecken desselben aufzuzeigen. Was diese Soldaten erlebt haben, egal welcher Nationalität, sprengt jede Vorstellungskraft! Ich persönlich gönne dieser Band jedenfalls den Erfolg, welchen sie derzeit erlebt, zu 100%
"Die Mannschaft unter Deck – in Dunkelheit verreckt. " erstmal fett Gänsehaut bekommen, wieder ein Mega-Lied !
Da wird gar nichts "erlebbar" gemacht. Wer sich für den ersten Weltkrieg interessiert, sollte die Schädelstätte in Verdun besuchen, das Bayerische Armeemuseum in Ingolstadt oder "Im Westen Nichts Neues" lesen. In einer kuscheligen Konzerthalle bei einer mediokren Karnevalsband, die ihr generisches Geschrammel mit mit Uniformteilen und Sandsäcken aufwertet, um schnell Bekanntheit zu erlangen.
Okay, bei Textzeilen wie "Die Mannschaft unter Deck - in Dunkelheit verreckt" bekomme ich auch Gänsehaut, aber aus anderen Gründen.
Ich hab mal auf den weiter oben verlinkten phänomenalen Liveauftritt geklickt und muss sagen: doch, doch, all die bierselig schunklenden Zuschauer dieser Kuttenzausel-Variante des ZDF Fernsehgartens sind da ganz sicher in Massen aufgelaufen, um die furchtbaren Schrecken des Krieges hautnah zu erleben. Ganz sicher. Fragt da ruhig Fachleute mit akademischem Titel.
Hab Kanonenfieber zwei mal live gesehen und Hab keine Nazis oder Rechten gesehen, da konnte jeder das Schaffen der Band einordnen. Vielleicht solltet ihr mal eure Nahdsi-Beisreflex untersuchen lassen, dann kommt euch die Welt auch nicht so braun vor.
Ist immer das gleiche, kaum singt einer Deutschland oder man sieht nen Panzer kommen die linken Weltverbesserer aus ihren Löchern gekrochen. Onkelz, Frei.WIld, Sabaton, Kanonenfieber, könnt stolz auf euch sein.
Nochmal: Es ist egal, ob die genannten Bands rechts sind, die sind einfach Scheiße, und im Fall von den Onkelz und Frei-Wild die Bandmitglieder einfach unsympathische Bierschinken.
Niesi, hast du mal überlegt dich in den Dienste der hiesigen Strafverfolgungsbehörden zu stellen? Deine Gabe jeden Nazi oder Rechten problemlos von außen erkennen zu können wäre da eine riesige Hilfe!
"Hab keine Nazis oder Rechten gesehen, da konnte jeder das Schaffen der Band einordnen"
Ich hab noch nicht einen einzgen Sklaven in Katar g'sehn! Also, die laufen alle frei rum, weder in Ketten, gefesselt und äh... auch mit irgendwelcher Büßerkappe am Kopf... also, des hob ich noch nicht gesehen.
"... das sich in historischer Eindeutigkeit verliert"
Yep. Solche Werke tragen dann dazu bei, dass Menschen, so wie sie oftmals nun mal ticken, die eigene Entscheidung treffen möchten, das Gegenteil gut zu finden, heißt: Anti-Kriegs-Lyrik - aus welcher Motivation auch immer, sei jetzt mal dahingestellt - verkommt dann zur Verschrobenheits-Nische, die man dann wieder schön abseits stehenden "Systemkritikern" zuschreiben darf, die nicht links sein dürfen, was natürlich bitter ist, weil sich die Dinge nunmal aufgrund der kollektiven Dummheit, wenn auch anders, aber irgendwie doch ähnlich, wiederholen. Schöne Rezi mal wieder.
Ob rechts, links, unten, oben - was mich hier wirklich abfuckt, ist das abgeschmackte Kalkül mit dem mittels Militaria Kontroversen gezüchtet werden. Da mag ich mir die Musi gar nicht mehr geben.
Es ist sicher nicht zu bestreiten, dass das vorliegende Album Soldatenschicksale wenig Neues bietet. Außerdem stellt sich wirklich die Frage, ob Kanonenfieber sich thematisch in Zukunft anders orientieren müssten (zB Dreißigjähriger Krieg).
Ich finde aber folgende Argumentation zu kurz gegriffen: Egal, was Kanonenfieber selbst aussagen wollen oder welchen Sinn sie vermitteln möchten, am Ende freuen sich Neonazis und andere Rechte über diese Songs und daher sei es nicht gut, diese Musik überhaupt zu veröffentlichen, zu hören oder hier das Album zu bewerten.
Das ist ja letztlich kein unbekanntes Phänomen. Deutschland von Rammstein wurde ja zurecht genannt, aber man könnte auch Männer sind Schweine von den Ärzten nehmen. Bei beiden Songs gibt es teilweise ein Auseinanderdriften der Aussagen des Künstlers und der Interpretation der Hörer. Während der Künstler eine an sich gemeingültige Aussage abgibt wie "Nationalismus ist schlecht" oder "Viele Männer behandeln Frauen schlecht", hört wer es so verstehen will nur "Deutschland" oder nur einen Malle-Bierkönig-Song.
Ich finde aber ein Künstler muss nicht Musik so machen, dass sie möglichst allgemeingültig ist. Ein Künstler und damit auch Noise/Kanonenfieber darf einen Song veröffentlichen, ihn performen und seine Aussage (die mE im Übrigen in sämtlichen Kanonenfieber-Songs sehr deutlich wird) so übermitteln, wie er es möchte. Wer diese Textzeilen anders verstehen will, der kann im Zweifel beinahe jeden Song anders verstehen.
Die Grenze wäre aus meiner Sicht erst überschritten, wenn wie bei Freiwild gezielt über zB Heimatliebe versucht wird eine Tür zu rechtem Gedankengut zu öffnen. Also anders gesagt, wenn zwar A gesagt wird, aber dem Hörer klar ist, dass B gemeint ist.
Das kann ich bei Kanonenfieber nun weiß Gott nicht erkennen. In jedem Text geht es darum, dass das Individuum angesichts des Krieges auf seine Grundbedürfnisse reduziert wird, am Ende dem Krieg wie einer Naturgewalt gegenübersteht und daran zerbricht. Wer sich nur mal kurz die Mühe macht, die Texte zu lesen, dem kann der Gedanke an übersteigerten Nationalismus nur Angst macht.
Es wäre nur schön, wenn die Männer mit den Uniformen das reflektieren würden. Davon ist in der Ästhetik wenig zu erkennen. Es wurde schon angemerkt, dass das Covermotiv auch von irgendeiner Proll-Rechtsrock-Gang sein könnte. Totenköpfe und schwarze Uniformen sind in Deutschland nunmal keine unbelastete Kombi mehr, egal wie "cool" das wirken mag.
"In jedem Text geht es darum, dass das Individuum angesichts des Krieges auf seine Grundbedürfnisse reduziert wird, am Ende dem Krieg wie einer Naturgewalt gegenübersteht und daran zerbricht."
Diese Inhalte werden gern mit Blick auf das heroische Opfer und den Einsatz gelesen, den die Soldaten für Volk und Vaterland gezeigt haben. Auch hier gilt: Das muss nicht so gemeint sein, aber das einschlägige Klientel hört es gern. Harte Germanen und so, du kennst das.
Ergo: Kann man alles machen, aber man sollte drüber nachdenken. Und wenn meine Botschaft kategorisch missverstanden oder missbraucht wird, vielleicht muss ich dann an der Botschaft feilen.
Und als Nachtrag, weil ich mir die "Lyrik" mal angeschaut habe. Wundert es wirklich, dass solche Textzeilen von Leuten gefeiert werden, die Kriege verherrlichen und Feindbilder suchen?
"Mit geschleppten U-Bootnetzen, Minen, die uns zerfetzen Will der Brite uns zusetzen, im Kampf und Sturm Das Sehrohr ausgefahren, niedrige Wasserlage So wollen wir sie jagen, im Kampf und Sturm"
Der Brite setzt "uns" zu, also jagen "wir sie". Da gibts im Song auch keine Brechung, da wird einfach gekämpft.
Die Ästhetik von Kanonenfieber soll nach meinem Verständnis nicht "cool" sondern authentisch sein und zum Konzept passen. So wie bspw auch ein Film entsprechend ausgestattet ist. Ich verstehe auch, dass die Gleichung Totenkopf+Schwarze Uniform = Rechts gemacht wird. Die liegt ja erstmal - insbesondere aufgrund der Uniformen der SS - auch nahe, erfasst aber aus meiner Sicht nicht das ganze Bild. Ich lese die Figur eher als Symbol des Todes selbst – also als Ausdruck dafür, dass Uniformierte letztlich den Tod bringen und ihm selbst ausgeliefert sind.
Zu den Texten: Ich erkenne darin keine Heroisierung, sondern eher das Gegenteil: Soldaten erscheinen als "arme Schweine", die erfrieren, verheizt werden und letztlich einer zerstörerischen Maschinerie ausgeliefert sind. Beim Beispiel "Kampf und Sturm" entsteht aus meiner Sicht ein verzerrtes Bild, wenn man nur einzelne Zeilen isoliert betrachtet. Im Gesamtverlauf kippt die anfängliche Kampfstimmung schnell in Ausweglosigkeit und Todesangst – was gerade keinen heroischen, sondern einen stark desillusionierenden Effekt erzeugt.
Deshalb halte ich es für wichtig, Werk und Kontext insgesamt zu betrachten und nicht einzelne Symbole oder Zitate für sich allein zu bewerten.
Man braucht auch nicht besonders viel Phantasie, welche Leute so eine "Jagd in Sturm & Kampf" wohl abholt, wenn das zu harten Riffs von einem Hoschi mit Weltkriegsuniform und Pickelhaube gegrölt wird.
Gegenfrage: Wie naiv, behütet und wohlstandsverwöhnt muss ein Mensch aufwachsen, um als Erwachsener noch ernsthaft anzunehmen, dass ein Kulturmedium dies tatsächlich könnte oder können sollte?!
Es wäre doch schon ein Anfang, die Umstände und Entscheidungen, die zu dieser Ausweglosigkeit geführt haben, zu benennen. Ich habe mich durch rund 3/4 der Texte auf diese EP-Sammlung geklickt. Kein einziger thematisiert Reue (Warum hab ich mich für diese Scheiße gemeldet? Wie konnte ich so blind sein, mich auf den Einsatz zu freuen?) oder klagt die Verantwortlichen an (Warum kämpfen wir in diesem Krieg? Warum werde ich gezwungen, zu töten? Warum muss ich anderen das antun, was ich hier durchleide?). Stattdessen werden häufig Feinde benannt, die es zu besiegen gilt, hier halt mit wenig Erfolg und eigenem Leid. Da gibt es keine Meta-Ebenenen, der einzige "Twist" ist der negative Ausgang der Schlacht. Und mal ehrlich, das ist abseits aller Gesinnungsdiskussion doch einfach ziemlich wenig. Wenn das das Beste ist, was aus der Aufarbeitung in Zusammenhang mit einem Historiker rauszuholen ist, dann sollte man vielleicht lieber was anderes machen. Ist natürlich subjektiv, aber sonderlich gehaltvoll ist das nicht.
"Wie müsste ein solcher Song aussehen, der das Grauen der Fahrt des UB-2 authentisch zeigt, ohne missverständlich zu sein?"
Man könnte zB die Enge thematisieren, den Gestank, das vergammelte Essen, den Lärm, die fehlende Privatsphäre, das Ausgeliefertsein an eine zu dieser Zeit keineswegs ausgereifte Technik, die Aussicht zu ersticken, zu ersaufen ohne jemals wieder aufzutauchen, oder eine moralische Reflektion darüber, dass man auf einer Waffe unterwegs ist, mit dem Zweck, andere Menschen das gleiche Schicksal (ersaufen) zu bescheren.
Stattdessen gibt es pathetischen Rotz von Jagd, Kampf und Sturm, und eine Unterteilung in "wir" und "die" (Briten).
@Horst71: Dann empfehle ich dir "Die Havarie". Das ist ja der Teil der sich an "Kampf und Sturm" anschließt. Darin werden die von dir angesprochenen Themen behandelt.
Der Song behandelt einen Vorfall der UB2, die hauptsächliche Zivilkutter und Frachter versenkt hat und dem nicht wirklich was passiert ist. Kein wirklich gutes Beispiel.
"Kampflos untergehen Nein, der Sturmtrupp bleibt bestehen Bis zum letzten Atemzug Wir kämpfen bis aufs Blut Kampflos untergehen Nein, der Sturmtrupp bleibt bestehen Bis zum letzten Atemzug Wir kämpfen bis aufs Blut"
"Die Ästhetik von Kanonenfieber soll nach meinem Verständnis nicht "cool" sondern authentisch sein" Genau da geht es doch schon los. Was soll daran authentisch sein, bezogen auf das Thema, wenn jemand auf einer Bühne, vor zahlendem Publikum Musik macht, die es damals noch nicht einmal gab?
Ich hatte das ja in einem eigenen Kommentar schon geschrieben, gut gemeint ist eben nicht gleich gut gemacht und wenn das Antikriegskonzept Nazis und sonstiges Pack anspricht, dann sollte man halt schleunigst sein Konzept überdenken und überarbeiten.
Für eine Blackmetal Band halten sich Kanonenfieber schon sehr nah an die Historie... da gibts echt nichts zu Meckern... Als Geschichtsinteressierter Metaller ist diese Band echt eine Offenbarung \m/ .
Vielleicht mal als Kontext für alle, weil ich selber gerade etwas recherchiert habe: Das Signal Z, oder Stander Z, war der Angriffsbefehl für die Torpedoboote der deutschen kaiserlichen Kriegsmarine. Der Befehl Z-Vor oder Stander Z-Vor ist während der Skagerrakschlacht, um die es in dem Song hier geht, mehrmals gefallen und die Torpedoboote waren ein wichtiger Teil der Seeschlacht.
Da ist sie wieder, die Zielgruppe. "Geschichtsinteressierter Metaller" klingt wie ein Synonym zu "Der Junge meint das nicht ernst, der interessiert sich halt für Geschichte und stellt halt ein paar dieser "Fakten" in Frage."
@Crust kannte vor langer Zeit mal einen, der hat Neofolk (Death in June etc) nur gehört, weil er sich laut eigener Aussage für Runen und Germanentum und sowas interessiert hat. Der ist dann später "überraschenderweise" ganz tief im braunen Sumpf versunken.
Aber ich will hier nicht generalisieren oder dem User Zeitenwende irgendetwas vorwerfen. Als jemand, der sich selber für solchen Kram interessiert (Kriegsgeschichte, Technik usw.), finde ich es nur total merkwürdig, dass sowas auch den Musikgeschmack beeinflussen kann.
Das sind für mich persönlich zwei komplett voneinander getrennte Sachen. Ich meine, ich zocke auch echt viel, aber ich würde niemals auf die Idee kommen "gaming Musik" zu hören, wo einer sich als Mario verkleidet oder sowas.
@Bernd, Nee, generalisieren wäre falsch. Am Ende soll man machen, was einen bockt. Finde nur auch, wie du, es spannend, dass sich quasi Interessengebiete (Geschichte, Musik) für manche Menschen zwangsläufig "paaren" müssen, und das dann für diejenigen auch gleich das maximal beste der Welt ist. Ich koche gerne, und höre schon immer gerne Metal in verschiedenen Spielarten ... aber ein Konzeptalbum über "20 Quiche-Rezepte" wäre für mich trotzdem nicht der Bringer
@Horst ich habe meine eigenen Gedanken zu diesem Thema noch nicht so wirklich hinterfragt, aber da könnte was dran sein. Das wirkt irgendwie schnell unangenehm kitschig, wenn sowas musikalisch verarbeitet wird. "Unterkomplex" ist vielleicht ein passendes Wort, um meine Einstellung dazu zu beschreiben.
@Bernd Ja, das geht mir ähnlich. Dieses Kasperltheater, was solche Bands abziehen wird dem, was sie da besingen und darstellen wollen halt kein Stück gerecht. Das ist so ähnlich wie "Mittelalter"-Märkte, die mit dem Mittelalter wenig bis nichts zu tun haben. Das sind historisierende Kommerzveranstaltungen, und so kann man die besagten Bands auch einsortieren. Das ist halt eine Alleinstellungsmerkmal, welches die eher mediokre Musik von anderen Genrebands abhebt, aber mir soll doch bitte keiner erzählen, dass Kanonenfieber "authentisch" die Schrecken des ersten Weltkrieges rüberbringen wollen.
an alle, die hier was von phänomenalen konzerten erzählen. konzerte werden regelmäßig unterbrochen, weil der dude irgendwelche heuler gedichte vortragen möchte und hässig wird, wenn die zuschauer den vibe killen. unfassbar phänomenal wenn das konzert zu spoken word poetry slam mit heuler gedichten wird...
Kann man sich ganz nett anhören, aber da fängt auch schon mein Problem damit an: Für ein Black Metal Output, dass sich n erster Linie mit Krieg beschäftigt, klingt mir das musikalisch einfach zu nett. Da würde ich eher etwas wie Gorgoroths "Under the sign of hell" erwarten, das ist ne Granate in musikalische Form genoßen! Kanonenfieber gibt vor, Kriegsthemen musikalisch zu verarbeiten, behauptet es, klingt aber nicht danach und fühlt sich auch nicht so an! Dafür fällt alles zu gefällig, zu angenehm aus
"'Soldatenschicksale' vereint überarbeitete Versionen von 'Yankee Division' (2022), 'Der Füsilier' (2023) und 'U-Bootsmann' (2023) sowie zwei brandneue Stücke, die als 'Skagerrak' fungieren." Scheinbar gab es also Verbesserungsbedarf im Hause Kanonenfieber. Unter dem Titel "Soldatenschicksale" – …
Nich meine Musik, wenn auch handwerklich auf top Niveau. Danke auch für die kritische Einordnung, die ich bei so ner Band extrem wichtig finde. Während ich Filme und Serien zum Thema Krieg schaue und im Großen und Ganzen damit kein Problem habe, finde ich Krieg in der Musik irgendwie ziemlich unangenehm...vor allem wenns wie hier das einzige Thema ist. Krieg in Filmen dient zwar ebenfalls wie in der Musik überwiegend der Unterhaltung, aber ich find die Vorstellung zu solchen Themen zu moshen oder die Matte zu schütteln irgendwie ziemlich bizarr und makaber...
Na das war ein 7,7-cm-Feldkanone 96-Schuss in den Ofen, Grabenkamerad.
Ohne das ganze durchkalkulierte Kostümfest würde die Band im Release-Sumpf untergehen. Optik, nicht Musik, ist alles in den Zeiten der Insta Reels.
Irgendwie bezeichnend, wenn man nach zwei Alben um zwei neue Songs bereits eine Mini-Best-Off basteln muss.
Dieser monothematische Mummenschanz dürfte wohl weitgehend auserzählt sein.
Ungehört 1/5 für diesen Schmutz sollte außerdem klar sein.
Dass jemand, der Musik - und um die gehts hier letztendlich - ungehört beurteilt, nicht ernst zu nehmen ist, sollte aber auch klar sein. Aber wenn ich mir deinen Verlauf ansehe, ist Selbsterhöhung durch Abwertung womöglich dein Ding. Inhaltlich: Für Hörer von Kanonenfieber, die physische Tonträger bevorzugen, macht die Kompilation schon Sinn, da die 3 EPs, aus denen sie besteht, allesamt vergriffen sind. Ist also eigentlich kein Best-of, sondern eine Neuauflage. Das Konzept hinter Kanonenfieber lässt sich natürlich sehr kontrovers diskutieren, aber nicht auf diesem Niveau.
Wer bei so einem SCHEISSDRECK keine 1/5 gibt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.
Von mir gehört 5/5.
sagte er, auf seinem hohen Ross sitzend
Um Wertungen zu vergeben, müsste man sich Bands mit so einem Namen und Gehabe erstmal anhören. Das zielt ja direkt auf Vollpfosten mit Waffenfetisch ab. 0/5 geb ich trotzdem gerne, weil die völlig außer Konkurrenz sind und in ihrer eigenen Schützengrabenwelt rumrobben.
Es spielt schon sehr kalkuliert mit der faschoästhetik, auch die Videos helfen hier nicht (zB. Waffenbrüder...wtf). Wie die Onkelz und auch Frei.Wild, greifen sie dankbar die ganzen rechten Prolls ab, die keinen F*** auf irgendwelche Distanzierungen geben. Der Ton und das Bild macht die Musik.
wenn man(n) ein rechter proll ist, der diese art von musik mag, dann hört man(n) ganz sicher nicht die schwulen kanonenfieber. das schwöre ich auf yourmom. dann hört man marduk oder schlimmeres
Ey! Nix gegen Marduk. Panzerdivision immer noch eines meiner 10 liebsten BM Albungs.
Marduk waren doch die, die sich mit rechtem Zeug eingedeckt haben, wo aber das Ganze öffentlich aufgedeckt worden ist und die Band deswegen hier nicht mehr durchgegangen sind, wenn ich mich recht entsinne.
es gibt neuere bandfotos von marduk, auf denen einer das divisionssymbol der leibstandarte (son schlüssel) als pin hat.
auf panzerdivision marduk wird "das panzerlied" nachgespielt und es gibt mehrere lieder, in denen reinhard heydrich abgekultet wird. (hangman of prague, blonde beast) bzw die SS generell (devil's song)
als strafe dafür werden sie auf ewig mit diesem panzerdivision marduk seich assoziiert, was schon okay ist aber in dieser form 1:1 auch von deiphago, revenge oder goatpenis hätte abgeliefert werden können, während those of the unlight und/oder opus nocturne wirkliche meisterwerke sind und marduk deswegen eigentlich im selben atemzug wie burzum, darkthrone oder gorgoroth genannt werden müssten
die genannten lieder sind nicht auf der panzerdivision marduk
Ja, deswegen fällt es mir schwer, Kunst und Künstler bei Marduk zu trennen. Und dabei höre ich schon so Sachen wie Drudkh.
Also erstens: was ihr immer noch nicht checkt, ist, dass Marduk Pazifisten sind und die Musik Anti-Krieg ist. Ist doch klar, dass Panzerdivison Marduk ein musikalischer Antikriegsfilm wie Das Boot ist.
Lest halt mal die Texte von denen:
"Hear the bombs falling
The devil is calling
The godly creation
In obliteration
On your final hour
Experience the power
Of retaliation
Death and domination"
Absolut lächerliche Hetzer seid ihr.
Zweitens: Was soll das heißen, Marduk MÜSSTEN im selben Atemzug wie Burzum, Darkthrone oder Gorgoroth genannt werden? Wer zum Fick macht das denn bitte nicht??
Und ja, Those Of The Unlight ist natürlich objektiv betrachtet um Welten besser, aber ich liebs trotzdem in seiner Stumpfheit.
Das Projekt scheint schon mindestens problematisch zu sein, aber über Saenko weiß man zu wenig, wie er tickt, zumal er eh keine Interviews, gibt und textlich scheint das Ganze zu vage zu sein, um Drudkh in eine klare politische Ecke stellen zu können. Was mich eher fasziniert, ist die Melancholie und (oftmals folkloristisch) düstere Stimmung, die von der Musik ausgeht.
Was Marduk angeht, hat sich die Band zu viele Ausrutscher geleistet, dass ich so manche Entschuldigung noch als glaubwürdig erachten kann. Gepaart mit gewissen Anspielungen in den Texten und den Videos vergeht es mir da mittlerweile so ziemlich.
Beziehungsweise will ich keine Band unterstützen, die bei der Schwedischen Widerstandsbewegung einkauft, in einem ihrer Videos einen Pin trägt, der Bezug zur NSDAP hat und auf dem selben Album einen Song über die Werwolf-Organisation hat.
@Toni: Dass die politisch absolut indiskutabel sind steht für mich auch vollkommen außer Zweifel! Die beiden oben genannten Alben finde ich trotzdem wahnsinnig gut. Was soll ich tun, ich finde auch die Filosofem fantastisch, und über den brauch man ja nun wirklich nicht mehr reden...
Magst du eigentlich Grima? Wenn du auf Melancholie und folkloristisch düstere Stimmung stehst, müssten die auch was für dich sein.
Drudkh mag ich auch gerne.
Wurde mir sogar mal empfohlen. Ich werde mal reinhören.
Die Will Of The Premordial kann ich sehr empfehlen.
Außerdem finde ich den Diskurs hier im Metal absolut klasse, wo auch so Einiges, das in der Szene angenommen wird, etwas mehr hinterfragt wird. Das fehlt mir in anderen Szenen, wie der Gothic- oder der Neofolk-Szene so ziemlich.
also jeder hat andere schmerzgrenzen aber marduk sind keine nazis... das sind 13 jährige edgelords mit lernbeeinträchtigung... die beiden meisterwerke Those of the unlight und opus nocturne sind textlich unverfänglich. dieser seich kam mit dem panzer division marduk.
und in meiner wahrnehmung werden marduk tatsächlich darauf reduziert. ich meine es schon ok bis geil aber auf gar keinen fall vergleichbar. zt covern sie aber auch woven hand und so... was schon auch lustig ist.
Ich würde mal sagen, dass niemand diese Band hört, weil er Kriegsgegner ist, und irgendwann mal auf der Suche nach Musik mit einer pazifistischen Message war.
Möglich, dass die Band ihr Schaffen selbst so beurteilt (evtl. nach Außen), aber ich denke, da müssen wir uns bzgl. der Zielgruppe nichts vormachen.
Aber was soll's, ist halt merkwürdige Musik für merkwürdige Leute, und man muss es ja nicht hören.
word!
Sabatons Zwillingsbruder, der im Schrank eingesperrt wurde und jetzt edgy-evil sei möchte. Musste sie mal als Vorband ertragen, da haben sogar Menschen die Arme zum Hitlergruß erhoben und die Band hat das nicht einmal kommentiert oder Konsequenzen daraus gezogen. Krieg als reine Unterhaltung zieht irgendwie immer solche Menschen mit an ...
Die fischen also auch im Meer der Grauzone, immer die von denen man es am meisten erwartet lol
Traurig, aber ja. Als Kanonenfieber ihr erstes Album veröffentlicht hatten, wurde das eigentlich ganz gut aufgenommen, gerade weil sie sich Anti-Krieg positionierten usw. Aber der Mummenschanz, die Pickelhaubenfantasien, die vielen Buzzwords ziehen wohl einfach ein bestimmtes Klientel an und da hilft es nichts, wenn man weiter Pickelhauben- und Graben(feuchte) Träume bekräftigt.
Bin ehrlich gesagt überrascht, dass sowas hier überhaupt auftaucht, erinnert optisch schwer an Faschoplatten aus den 80ern
Ach Gottchen, wie ihr immer noch nicht checkt, das sie wie Sabaton Pazifisten sind und die Musik Anti-Krieg ist. Musikalischer Antikriegsfilm wie Das Boot oder Jonny zieht in den Krieg. Tausendmal erklärt, aber euch fehlts da oben wohl an den Synapsen. Lassen wir mal Fachleute mit akademischem Titel das beurteilen:
https://www.youtube.com/watch?v=DJ3O6ADMlQ…
Phänomenaler Liveauftritt:
https://www.youtube.com/watch?v=N_GFPS9bu_4
Wer Interviews mit ihnen gesehen hat der weiß, das sie nicht rechts sind aber man drischt halt immer nur drauf ohne sich vorher zu informieren. Absolut lächerliche Hetzer seid ihr. Ganz im Gegensatz zu Kanonenfieber und Sabaton übriegens.
Die woke Hetze der lächerlichen Synapsenlosen nimmt überhand! Tatsächlich sind Kanonenfiebertraum, nun höret, so respektabel wie Sabberton! Sogar das Panzermuseum findet die gut!
Und da ist sie auch schon, die Zielgruppe.
"phänomenaler" Auftritt
Niemand behauptet, dass die Vögel "rechts" sind, aber sind wir doch mal ehrlich. Dieser Fixierung auf ein Thema und der Uniformen-Fasching hat dazu geführt, dass dieser Rotz sehr schnell relativ erfolgreich wurde. Erfolgreicher jedenfalls, als es vom rein Musikalischen ohne diese Gimmicks geworden wäre. Dabei wird in Kauf genommen, dass man ein eher fragwürdiges Klientel anzieht, dem die angeblich pazifistische Meta-Ebene komplett am Arsch vorbeigeht, und das eher darauf steht bei irgendwelchen Pickelhauben-Hoschis martialische Wortfetzen mitzugrölen.
Abgesehen davon sind Gimmick-Bands idR generell komplett peinlich und nutzen sich sehr schnell ab, was man ja auch hier sieht, da nach zwei Studioalben bereits eine Art Best-Of notwendig ist. Dass Krieg im Allgemeinen Scheiße ist, und der Erste Weltkrieg im Speziellen ziemlich Scheiße war, ist halt weitgehend Grundkonsens, und daran ändert sich auch nichts, wenn diese Nasen 10, 20 oder 50 Lieder darüber schreiben, wie schlimm das alles war.
Ja, ich denk halt auch, die Römer und die Griechen, die machen halt so ihr Ding und ich mach meins. Man lebt so nebeneinander her.
Niemand hat behauptet die wären rechts, die meisten Kommentare und die Rezension thematisieren sogar den Umstand, dass sie es nicht sind. Wer das nach dem Lesen aller Einlassungen hier nicht checkt, sollte beim Synapsenzählen Vorsicht walten lassen.
Ansonsten das, was Horst sagt.
Ich meine, ich versteh' das ja irgendwo. "Die sind ja gar nicht rechts" ist halt der seit ca. 40 Jahren antrainierte Reflex von Fans irgendwelcher deutschtümelnder Hau-Ruck-Kapellen, sobald diesen auch nur der leiseste Hauch von Kritik entgegenschlägt, völlig egal, worauf sich diese Kritik bezieht.
Ich habe mal durch diesen phänomenalen Live Auftritt geskippt, es hätte auch alles ein Lied sein können. Ich höre solche Musik nicht, daher habe ein keine Ahnung ob da irgendwo Nuancen versteckt sind die die Lieder interessanter werden lassen. Aber das was ich da höre ist einfach langweilig und anspruchslos. Gut, der Schlagzeug kann sehr ausdauernd eine schwachbrüstige Double Bass treten, aber der Gesang ist dermaßen monoton und unterirdisch getextet, die Gitarren klimpern die immer gleichen Akkorde und lässt man die albernen Kostüme weg bleibt einfach nur generisches Geschrabbel über.
Wenn du schon die Analogie "Antikriegsfilm" und Kanonenfieber aufmachst, empfehle ich, mal über Truffauts Standpunkt zu diesem Genre nachzudenken.
Kann natürlich sein, dass es bei Truffaut auch "da oben wohl an den Synapsen" gefehlt hat. Wer weiß.
Was ist Truffauts Standpunkt dazu?
https://www.newspapers.com/article/chicago…
Zumal man vorsichtig sein sollte, ausgerechnet "Das Boot" als Antikriegsfilm zu bezeichnen. Ich liebe diesen Film aufgrund seiner Machart, der klaustrophobischen Enge, die er vermittelt und der mitwirkenden Schauspieler, aber er ist weit davon entfernt, ein Antikriegsfilm zu sein.
Buchheim, der Autor der Romanvorlage, stand dem System des 3. Reiches alles andere als ablehnend gegenüber und pflegte als Propagandaoffizier und Künstler gute Kontakte zur Marine- und auch zur sonstigen Führung des Nazireichs, deren Vertreter sich zB gerne von dem talentierten Kunstmaler protraitieren ließen. Sein Roman "Das Boot" ist quasi eine Weiterentwicklung des Nazi-Propaganda-Schinkens "Jäger im Weltmeer" und eines Manuskriptes mit dem Arbeitstitel "Das geduckte Leben", welches vom erfolgreichen Angriff eines U-Bootes auf einen Geleitzug handelt, und dessen Veröffentlichung nur durch das Kriegsende verhindert wurde.
Horst spricht wahr.
@Schwingi: Verkürzt gesagt geht es Truffaut darum, dass eine ästhetisierende Darrstellung, die Film immer ist, zwangsläufig eine Affirmation bedeutet. Das geschieht einfach auf der Zeichenebene unabhängig davon, was die politische Intention des:der Filmschaffenden ist.
Zum Beispiel sind Apocalypse Now oder Full Metal Jacket auf Inhaltsebene weit davon entfernt, kriegsbefürwortende Propaganda zu sein, trotzdem haben sich Teile von ihnen (Private Paula / ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen) ikonisch in die Popkultur eingeschrieben. Der Schrecken wird geil, man kann nichts dagegen tun.
Insofern liegt death.cynic mit seiner Analogie richtig, nur halt andersrum, als er möchte.
es ist egal, ob Kanonenfieber sagen, dass Krieg eine gant schlimme Sache ist. Sie partizipieren an der Geilheit (und der sexuelle Bezug ist hier gewollt, siehe dazu u.a. Rolf Pohl und Klaus Theweleit) seiner Zeichen und schreiben sie gleichzeitig weiter.
Wird Sabberton oder Ganonenfiebr (auf Sächs'sch klingt es irgendwie schon fast lustig) kritisiert, gerät der Todeszyniker in Rage. Paranoid_Agent hat es schon gut getroffen mit seinem Kommentar
...das ist auch der Grund, warum Satire und Humor immer als erstes zensiert wird, wenn es um die Wurst geht.
Ich fasse mal zusammen wie diese Debatten meistens laufen:
Seite A: Ich finde an der Band problematisch, dass sie, unabhängig von ihrer eigenen Gesinnung, durch ihre Thematik für Faschos attraktiv ist.
Seite B: Aber das sind doch keine Faschos. Hier ein Interview wo die das eindeutig sagen und die haben doch auch mal einen Song gegen Faschos geschrieben.
Seite A: Das sagt ja niemand, aber durch ihre Thematik ziehen sie halt, ob sie es wollen oder nicht so ein Publikum an, und das kann man ja kritisch sehen
Seite B: Wie oft denn noch? Das sind keine Faschos, die haben sich da doch hundertmal von distanziert und wollen damit nix zu tun haben
Seite A: Wenn sie damit nix zu tun haben wollen, würde es ja auch ihnen helfen, sich mal kritisch damit auseinderzusezten, warum sie für so ein Publikum so attraktiv sind.
Seite B: Aber es sind keine Faschos, sie haben das mal in nem Interview gesagt und ja auch den Song darüber geschrieben. Und es kann ja auch niemand dafür verantwortlich gemacht werden, was das eigene Publikum so tut.
Seite A: Nein, das sagt ja auch niemand, es geht lediglich darum, dass es doch zum Nachdenken anregen sollte, wenn das eigene Werk von Faschos offensichtlich sehr gemocht wird
Seite B: Aber es sind keine Faschos, das haben die mal in dem Interview gesagt und die haben nen Song darüber geschrieben und einer von deren Securitys ist sogar nicht weiß. Wie oft denn noch?
Erkenntnisgewinn? Ja genau
Letztendlich kann man niemals jemandem in den Kopf gucken. Heute nicht, morgen nicht und auch gestern nicht. Man kann immer nur Mutmaßungen anstellen, die wahren Motive aber bleiben verborgen. Das können ja alles super Mensche sein, so auf'm Kiez jetzt, mein ich, aber in de eigene vier Wände, weiß Gott, was da abläuft. Unter jedem Dach ein Ach.
@gueldi: Danke, leuchtet ein.
Ich finde nicht dass in Apocalypse Now und Full Metal Jacket der Schrecken irgendwie geil wird, ikonische Szenen und Pop-Kultur hin oder her. Das sind zwei der Filme die ich von diese Thematik ausnehmen würde. Ich habe gerade mal die Wikipedia-Liste für Antikriegsfilme überflogen. Keiner der dort gelisteten und von mir gesehenen Filme hat mich nicht weniger pazifistisch zurückgelassen.
Ich muss Truffaut das in seiner Absolutheit widersprechen (zumal die Aussage scheinbar von 1973 ist, seit dem hat sich nun auch einiges geändert, vielleicht würde er das heute auch nicht mehr so sehen). Für wen ein Massaker den Schrecken verliert und an Geilheit gewinnt weil dabei der Walkürenritt läuft verdrängt vielleicht auch jede Kritik am Krieg.
So eine dröge Gammelband wie Kanonenfieber braucht sich aber nicht einbilden in der Tradition solcher Filme zu stehen.
An der Grundthese von Truffauts Aussage hat sich aber bis heute nichts geändert. Ein Kriegsfilm ist eben in erster Linie ein Film, und als solcher ein Werk der Fikton, das auch eine Geschichte erzählen muss, und sobald das passiert, findet auch eine Ästhetisierung statt.
Der beste (Anti-) Kriegsfilm dürften vermutlich die ersten 20 Minuten von "Saving Private Ryan" sein. Ein komplettes Chaos aus Blut, Eingeweiden, abgerissenen Körperteilen und Wahnsinn, in dem der Tod vollkommen willkürlich jeden treffen kann.
Die restlichen zwei Stunden sind dann ein mehr als konventioneller Kriegsfilm, der eine (ziemlich beknackte) Geschichte erzählt, und versucht, dem ganzen einen tieferen Sinn zu geben.
Gut gemeint (falls dem tatsächlich so ist) ist halt noch lange nicht gut gemacht. Wenn man mit seiner Musik den Soundtrack zur tiefbraunen Dorffeier und mit seiner Show die Bespaßung für den Freigang (spät)pubertierender Faschos abliefert, dann hat man wohl etwas falschgemacht.
Pah, da geb ich mir lieber Endstille. Die tun wenigstens nicht so, als fänden sie die ganze Schützengraben Asthetik nicht auch ein wenig geil.
Die haben es richtig gemacht. Jeder GrauzonenGünther hasst Endstille weil sie "antifa" sind, und zeigt sich entäuscht und empört darüber, dass die Message ihrer Musik genau so gemeint ist, wie sie klingt.
Gimmick-Bands, die nur ein Thema bedienen, gibts im Metal doch zuhauf. Amon Amarth, Blind Guardian, auch z.B. Slayer haben ihre ganze Karriere lang hauptsächlich über Blut und Gemetzel geschrieben. Verstehe nicht, warum gegenüber Kanonenfieber jetzt so hohe Ansprüche gestellt werden.
Von diesem Grundsatz mal abgesehen finde ich aber auch, dass das Konzept Kanonenfieber eigentlich auserzählt ist. Das erste Album war gut, aber seitdem wird nur noch uninspiriert nach Schema F durchgeprügelt. Obs dann über die Westfront oder die Ostfront oder U-Boote geht, ist dann auch egal, wenn eh alles gleich klingt.
Ich für meinen Teil finden Gimmick Bands generell ziemlich daneben, egal ob das Wikinger, Piraten, Ritter oder Pickelhauben sind. Solche Bands langweilen eher früher als später und sind oft auch ziemlich peinlich.
@kanonenfurzer
Wirklich Ahnung von dem was Du da schreibst hast Du aber auch nicht. Blind Guardian als ein Thema Act zu bezeichnen ist schon fast peinlich.
kanonenfieber. themes: world war I
https://www.metal-archives.com/bands/Kanon…
slayer. themes: Death, Satan, Anti-religion, Murder, War, Politics
https://www.metal-archives.com/bands/Slaye…
quasi 1:1 vergleichbares lyrische schaffen die beiden bands
Wirklich beeindruckend, mit welcher Akribie, Leidenschaft und Hingabe, Noise seiner Arbeit nachgeht. Und noch mehr fasziniert es mich, wie diese Band es geschafft hat, mit diesen Texten und Videos die Schrecken dieses furchtbaren Krieges für den Zuhörer " erlebbar" zu machen. Und die Intention der Band ist es ja, sofern ich es verstanden habe, den Krieg nicht zu glorifizieren, sondern die Schrecken desselben aufzuzeigen. Was diese Soldaten erlebt haben, egal welcher Nationalität, sprengt jede Vorstellungskraft! Ich persönlich gönne dieser Band jedenfalls den Erfolg, welchen sie derzeit erlebt, zu 100%
"Die Mannschaft unter Deck – in Dunkelheit verreckt. " erstmal fett Gänsehaut bekommen, wieder ein Mega-Lied !
Da wird gar nichts "erlebbar" gemacht. Wer sich für den ersten Weltkrieg interessiert, sollte die Schädelstätte in Verdun besuchen, das Bayerische Armeemuseum in Ingolstadt oder "Im Westen Nichts Neues" lesen. In einer kuscheligen Konzerthalle bei einer mediokren Karnevalsband, die ihr generisches Geschrammel mit mit Uniformteilen und Sandsäcken aufwertet, um schnell Bekanntheit zu erlangen.
Okay, bei Textzeilen wie "Die Mannschaft unter Deck - in Dunkelheit verreckt" bekomme ich auch Gänsehaut, aber aus anderen Gründen.
Ich hab mal auf den weiter oben verlinkten phänomenalen Liveauftritt geklickt und muss sagen: doch, doch, all die bierselig schunklenden Zuschauer dieser Kuttenzausel-Variante des ZDF Fernsehgartens sind da ganz sicher in Massen aufgelaufen, um die furchtbaren Schrecken des Krieges hautnah zu erleben.
Ganz sicher.
Fragt da ruhig Fachleute mit akademischem Titel.
"Fragt da ruhig Fachleute mit akademischem Titel."
Dr. Mubasi bitte in den OP, Dr. Mubasi bitte!
Hab Kanonenfieber zwei mal live gesehen und Hab keine Nazis oder Rechten gesehen, da konnte jeder das Schaffen der Band einordnen. Vielleicht solltet ihr mal eure Nahdsi-Beisreflex untersuchen lassen, dann kommt euch die Welt auch nicht so braun vor.
Ist immer das gleiche, kaum singt einer Deutschland oder man sieht nen Panzer kommen die linken Weltverbesserer aus ihren Löchern gekrochen. Onkelz, Frei.WIld, Sabaton, Kanonenfieber, könnt stolz auf euch sein.
Nochmal: Es ist egal, ob die genannten Bands rechts sind, die sind einfach Scheiße, und im Fall von den Onkelz und Frei-Wild die Bandmitglieder einfach unsympathische Bierschinken.
Niesi, hast du mal überlegt dich in den Dienste der hiesigen Strafverfolgungsbehörden zu stellen? Deine Gabe jeden Nazi oder Rechten problemlos von außen erkennen zu können wäre da eine riesige Hilfe!
US-Amerikanische Rechte: Bäh, ein Musiker aus Puerto Rico. Der ist keiner von uns!
Deutsche Rechte: Yay, Frei.Wild aus Italien, eine patriotische deutsche Band. Könnt stolz auf euch sein.
Nies die Wand an! Matze, bist du es??
"Hab keine Nazis oder Rechten gesehen, da konnte jeder das Schaffen der Band einordnen"
Ich hab noch nicht einen einzgen Sklaven in Katar g'sehn! Also, die laufen alle frei rum, weder in Ketten, gefesselt und äh... auch mit irgendwelcher Büßerkappe am Kopf... also, des hob ich noch nicht gesehen.
Se Franz was a good Klapp Kotsch.
Also ich hob mir... ääh... vom arabischen Raum hob ich mir... mhmm... ein anderes Bild gemacht und ich glaube, MEIN Bild ist realistischer!
"... das sich in historischer Eindeutigkeit verliert"
Yep. Solche Werke tragen dann dazu bei, dass Menschen, so wie sie oftmals nun mal ticken, die eigene Entscheidung treffen möchten, das Gegenteil gut zu finden, heißt: Anti-Kriegs-Lyrik - aus welcher Motivation auch immer, sei jetzt mal dahingestellt - verkommt dann zur Verschrobenheits-Nische, die man dann wieder schön abseits stehenden "Systemkritikern" zuschreiben darf, die nicht links sein dürfen, was natürlich bitter ist, weil sich die Dinge nunmal aufgrund der kollektiven Dummheit, wenn auch anders, aber irgendwie doch ähnlich, wiederholen. Schöne Rezi mal wieder.
Ob rechts, links, unten, oben - was mich hier wirklich abfuckt, ist das abgeschmackte Kalkül mit dem mittels Militaria Kontroversen gezüchtet werden. Da mag ich mir die Musi gar nicht mehr geben.
Es ist sicher nicht zu bestreiten, dass das vorliegende Album Soldatenschicksale wenig Neues bietet. Außerdem stellt sich wirklich die Frage, ob Kanonenfieber sich thematisch in Zukunft anders orientieren müssten (zB Dreißigjähriger Krieg).
Ich finde aber folgende Argumentation zu kurz gegriffen: Egal, was Kanonenfieber selbst aussagen wollen oder welchen Sinn sie vermitteln möchten, am Ende freuen sich Neonazis und andere Rechte über diese Songs und daher sei es nicht gut, diese Musik überhaupt zu veröffentlichen, zu hören oder hier das Album zu bewerten.
Das ist ja letztlich kein unbekanntes Phänomen. Deutschland von Rammstein wurde ja zurecht genannt, aber man könnte auch Männer sind Schweine von den Ärzten nehmen. Bei beiden Songs gibt es teilweise ein Auseinanderdriften der Aussagen des Künstlers und der Interpretation der Hörer. Während der Künstler eine an sich gemeingültige Aussage abgibt wie "Nationalismus ist schlecht" oder "Viele Männer behandeln Frauen schlecht", hört wer es so verstehen will nur "Deutschland" oder nur einen Malle-Bierkönig-Song.
Ich finde aber ein Künstler muss nicht Musik so machen, dass sie möglichst allgemeingültig ist. Ein Künstler und damit auch Noise/Kanonenfieber darf einen Song veröffentlichen, ihn performen und seine Aussage (die mE im Übrigen in sämtlichen Kanonenfieber-Songs sehr deutlich wird) so übermitteln, wie er es möchte. Wer diese Textzeilen anders verstehen will, der kann im Zweifel beinahe jeden Song anders verstehen.
Die Grenze wäre aus meiner Sicht erst überschritten, wenn wie bei Freiwild gezielt über zB Heimatliebe versucht wird eine Tür zu rechtem Gedankengut zu öffnen. Also anders gesagt, wenn zwar A gesagt wird, aber dem Hörer klar ist, dass B gemeint ist.
Das kann ich bei Kanonenfieber nun weiß Gott nicht erkennen. In jedem Text geht es darum, dass das Individuum angesichts des Krieges auf seine Grundbedürfnisse reduziert wird, am Ende dem Krieg wie einer Naturgewalt gegenübersteht und daran zerbricht.
Wer sich nur mal kurz die Mühe macht, die Texte zu lesen, dem kann der Gedanke an übersteigerten Nationalismus nur Angst macht.
Es wäre nur schön, wenn die Männer mit den Uniformen das reflektieren würden. Davon ist in der Ästhetik wenig zu erkennen. Es wurde schon angemerkt, dass das Covermotiv auch von irgendeiner Proll-Rechtsrock-Gang sein könnte. Totenköpfe und schwarze Uniformen sind in Deutschland nunmal keine unbelastete Kombi mehr, egal wie "cool" das wirken mag.
"In jedem Text geht es darum, dass das Individuum angesichts des Krieges auf seine Grundbedürfnisse reduziert wird, am Ende dem Krieg wie einer Naturgewalt gegenübersteht und daran zerbricht."
Diese Inhalte werden gern mit Blick auf das heroische Opfer und den Einsatz gelesen, den die Soldaten für Volk und Vaterland gezeigt haben. Auch hier gilt: Das muss nicht so gemeint sein, aber das einschlägige Klientel hört es gern. Harte Germanen und so, du kennst das.
Ergo: Kann man alles machen, aber man sollte drüber nachdenken. Und wenn meine Botschaft kategorisch missverstanden oder missbraucht wird, vielleicht muss ich dann an der Botschaft feilen.
Und als Nachtrag, weil ich mir die "Lyrik" mal angeschaut habe. Wundert es wirklich, dass solche Textzeilen von Leuten gefeiert werden, die Kriege verherrlichen und Feindbilder suchen?
"Mit geschleppten U-Bootnetzen, Minen, die uns zerfetzen
Will der Brite uns zusetzen, im Kampf und Sturm
Das Sehrohr ausgefahren, niedrige Wasserlage
So wollen wir sie jagen, im Kampf und Sturm"
Der Brite setzt "uns" zu, also jagen "wir sie". Da gibts im Song auch keine Brechung, da wird einfach gekämpft.
@Funky_Bob
So sieht's aus.
Vielen Dank für deine Antworten.
Ich gehe gerne auf beide Punkte ein:
Die Ästhetik von Kanonenfieber soll nach meinem Verständnis nicht "cool" sondern authentisch sein und zum Konzept passen.
So wie bspw auch ein Film entsprechend ausgestattet ist. Ich verstehe auch, dass die Gleichung Totenkopf+Schwarze Uniform = Rechts gemacht wird. Die liegt ja erstmal - insbesondere aufgrund der Uniformen der SS - auch nahe, erfasst aber aus meiner Sicht nicht das ganze Bild. Ich lese die Figur eher als Symbol des Todes selbst – also als Ausdruck dafür, dass Uniformierte letztlich den Tod bringen und ihm selbst ausgeliefert sind.
Zu den Texten:
Ich erkenne darin keine Heroisierung, sondern eher das Gegenteil: Soldaten erscheinen als "arme Schweine", die erfrieren, verheizt werden und letztlich einer zerstörerischen Maschinerie ausgeliefert sind.
Beim Beispiel "Kampf und Sturm" entsteht aus meiner Sicht ein verzerrtes Bild, wenn man nur einzelne Zeilen isoliert betrachtet. Im Gesamtverlauf kippt die anfängliche Kampfstimmung schnell in Ausweglosigkeit und Todesangst – was gerade keinen heroischen, sondern einen stark desillusionierenden Effekt erzeugt.
Deshalb halte ich es für wichtig, Werk und Kontext insgesamt zu betrachten und nicht einzelne Symbole oder Zitate für sich allein zu bewerten.
Man braucht auch nicht besonders viel Phantasie, welche Leute so eine "Jagd in Sturm & Kampf" wohl abholt, wenn das zu harten Riffs von einem Hoschi mit Weltkriegsuniform und Pickelhaube gegrölt wird.
Ok, @Horst71, dann habe ich folgende ernstgemeinte Frage an dich:
Wie müsste ein solcher Song aussehen, der das Grauen der Fahrt des UB-2 authentisch zeigt, ohne missverständlich zu sein?
Gegenfrage: Wie naiv, behütet und wohlstandsverwöhnt muss ein Mensch aufwachsen, um als Erwachsener noch ernsthaft anzunehmen, dass ein Kulturmedium dies tatsächlich könnte oder können sollte?!
Also @Pseudologe darf sich kein Kulturmedium, kein Song, kein Bild, kein Film, kein Roman mit dem Thema Krieg auseinandersetzen?
Lies meine Gegenfrage nochmal, du hast sie beim ersten Lesen offensichtlich nicht verstanden.
Es wäre doch schon ein Anfang, die Umstände und Entscheidungen, die zu dieser Ausweglosigkeit geführt haben, zu benennen. Ich habe mich durch rund 3/4 der Texte auf diese EP-Sammlung geklickt. Kein einziger thematisiert Reue (Warum hab ich mich für diese Scheiße gemeldet? Wie konnte ich so blind sein, mich auf den Einsatz zu freuen?) oder klagt die Verantwortlichen an (Warum kämpfen wir in diesem Krieg? Warum werde ich gezwungen, zu töten? Warum muss ich anderen das antun, was ich hier durchleide?). Stattdessen werden häufig Feinde benannt, die es zu besiegen gilt, hier halt mit wenig Erfolg und eigenem Leid.
Da gibt es keine Meta-Ebenenen, der einzige "Twist" ist der negative Ausgang der Schlacht. Und mal ehrlich, das ist abseits aller Gesinnungsdiskussion doch einfach ziemlich wenig. Wenn das das Beste ist, was aus der Aufarbeitung in Zusammenhang mit einem Historiker rauszuholen ist, dann sollte man vielleicht lieber was anderes machen. Ist natürlich subjektiv, aber sonderlich gehaltvoll ist das nicht.
Dieser Kommentar wurde vor 19 Tagen durch den Autor entfernt.
"Wie müsste ein solcher Song aussehen, der das Grauen der Fahrt des UB-2 authentisch zeigt, ohne missverständlich zu sein?"
Man könnte zB die Enge thematisieren, den Gestank, das vergammelte Essen, den Lärm, die fehlende Privatsphäre, das Ausgeliefertsein an eine zu dieser Zeit keineswegs ausgereifte Technik, die Aussicht zu ersticken, zu ersaufen ohne jemals wieder aufzutauchen, oder eine moralische Reflektion darüber, dass man auf einer Waffe unterwegs ist, mit dem Zweck, andere Menschen das gleiche Schicksal (ersaufen) zu bescheren.
Stattdessen gibt es pathetischen Rotz von Jagd, Kampf und Sturm, und eine Unterteilung in "wir" und "die" (Briten).
@Horst71:
Dann empfehle ich dir "Die Havarie". Das ist ja der Teil der sich an "Kampf und Sturm" anschließt. Darin werden die von dir angesprochenen Themen behandelt.
Der Song behandelt einen Vorfall der UB2, die hauptsächliche Zivilkutter und Frachter versenkt hat und dem nicht wirklich was passiert ist. Kein wirklich gutes Beispiel.
Tja, funky Schach Matt.
"Kampflos untergehen
Nein, der Sturmtrupp bleibt bestehen
Bis zum letzten Atemzug
Wir kämpfen bis aufs Blut
Kampflos untergehen
Nein, der Sturmtrupp bleibt bestehen
Bis zum letzten Atemzug
Wir kämpfen bis aufs Blut"
Meine Fresse...
Mmmh, das ist Musik die man richtig gerne hören will
Aber die meinen das doch voll pazifistisch.
"Die Ästhetik von Kanonenfieber soll nach meinem Verständnis nicht "cool" sondern authentisch sein"
Genau da geht es doch schon los.
Was soll daran authentisch sein, bezogen auf das Thema, wenn jemand auf einer Bühne, vor zahlendem Publikum Musik macht, die es damals noch nicht einmal gab?
Ich hatte das ja in einem eigenen Kommentar schon geschrieben, gut gemeint ist eben nicht gleich gut gemacht und wenn das Antikriegskonzept Nazis und sonstiges Pack anspricht, dann sollte man halt schleunigst sein Konzept überdenken und überarbeiten.
Für eine Blackmetal Band halten sich Kanonenfieber schon sehr nah an die Historie... da gibts echt nichts zu Meckern...
Als Geschichtsinteressierter Metaller ist diese Band echt eine Offenbarung \m/ .
Vielleicht mal als Kontext für alle, weil ich selber gerade etwas recherchiert habe: Das Signal Z, oder Stander Z, war der Angriffsbefehl für die Torpedoboote der deutschen kaiserlichen Kriegsmarine. Der Befehl Z-Vor oder Stander Z-Vor ist während der Skagerrakschlacht, um die es in dem Song hier geht, mehrmals gefallen und die Torpedoboote waren ein wichtiger Teil der Seeschlacht.
Deutsche Wertarbeit. Weiter so Noise!
Danke für die Info, und jetzt lösch dich!
Da ist sie wieder, die Zielgruppe. "Geschichtsinteressierter Metaller" klingt wie ein Synonym zu "Der Junge meint das nicht ernst, der interessiert sich halt für Geschichte und stellt halt ein paar dieser "Fakten" in Frage."
@Crust kannte vor langer Zeit mal einen, der hat Neofolk (Death in June etc) nur gehört, weil er sich laut eigener Aussage für Runen und Germanentum und sowas interessiert hat. Der ist dann später "überraschenderweise" ganz tief im braunen Sumpf versunken.
Aber ich will hier nicht generalisieren oder dem User Zeitenwende irgendetwas vorwerfen. Als jemand, der sich selber für solchen Kram interessiert (Kriegsgeschichte, Technik usw.), finde ich es nur total merkwürdig, dass sowas auch den Musikgeschmack beeinflussen kann.
Das sind für mich persönlich zwei komplett voneinander getrennte Sachen. Ich meine, ich zocke auch echt viel, aber ich würde niemals auf die Idee kommen "gaming Musik" zu hören, wo einer sich als Mario verkleidet oder sowas.
Aber naja, solange es niemandem wehtut ...
Gerade WEIL ich mich sehr für (Militär-) Geschichte interessiere, finde ich Bands wie Sabaton und Kanonenfieber extrem beschissen.
@Bernd, Nee, generalisieren wäre falsch. Am Ende soll man machen, was einen bockt. Finde nur auch, wie du, es spannend, dass sich quasi Interessengebiete (Geschichte, Musik) für manche Menschen zwangsläufig "paaren" müssen, und das dann für diejenigen auch gleich das maximal beste der Welt ist. Ich koche gerne, und höre schon immer gerne Metal in verschiedenen Spielarten ... aber ein Konzeptalbum über "20 Quiche-Rezepte" wäre für mich trotzdem nicht der Bringer
@Horst ich habe meine eigenen Gedanken zu diesem Thema noch nicht so wirklich hinterfragt, aber da könnte was dran sein. Das wirkt irgendwie schnell unangenehm kitschig, wenn sowas musikalisch verarbeitet wird. "Unterkomplex" ist vielleicht ein passendes Wort, um meine Einstellung dazu zu beschreiben.
@Bernd Ja, das geht mir ähnlich. Dieses Kasperltheater, was solche Bands abziehen wird dem, was sie da besingen und darstellen wollen halt kein Stück gerecht. Das ist so ähnlich wie "Mittelalter"-Märkte, die mit dem Mittelalter wenig bis nichts zu tun haben. Das sind historisierende Kommerzveranstaltungen, und so kann man die besagten Bands auch einsortieren. Das ist halt eine Alleinstellungsmerkmal, welches die eher mediokre Musik von anderen Genrebands abhebt, aber mir soll doch bitte keiner erzählen, dass Kanonenfieber "authentisch" die Schrecken des ersten Weltkrieges rüberbringen wollen.
an alle, die hier was von phänomenalen konzerten erzählen. konzerte werden regelmäßig unterbrochen, weil der dude irgendwelche heuler gedichte vortragen möchte und hässig wird, wenn die zuschauer den vibe killen. unfassbar phänomenal wenn das konzert zu spoken word poetry slam mit heuler gedichten wird...
Kann man sich ganz nett anhören, aber da fängt auch schon mein Problem damit an: Für ein Black Metal Output, dass sich n erster Linie mit Krieg beschäftigt, klingt mir das musikalisch einfach zu nett. Da würde ich eher etwas wie Gorgoroths "Under the sign of hell" erwarten, das ist ne Granate in musikalische Form genoßen! Kanonenfieber gibt vor, Kriegsthemen musikalisch zu verarbeiten, behauptet es, klingt aber nicht danach und fühlt sich auch nicht so an! Dafür fällt alles zu gefällig, zu angenehm aus
Kanonenfieber also deutsche Sabaton, aaight.
Ne, Sabaton ist Zirkus Metal, zwischen den Beiden liegen ganze Universen!