BAP: Das Album-Ranking, kommentiert von Niedecken
vom 17. April 2026
Platz 2: Aff Un Zo (2001) "Alles klingt etwas frischer", schreibt mein Vorgänger Klaus Teichmann in seiner 2001er-Review zu "Aff Un Zo". Und das ist noch untertrieben. "Aff Un Zo" hat die kompositorische Schlagkraft, die überbordende Kreativität und vor allem den Hunger eines zweiten Debütalbums …
In den Neunzigern und frühen Nullerjahren konnte ich mit BAP überhaupt noch nichts anfangen. Typisch für die 90er sind aus meiner Sicht die gut gemeinten, aber musikalisch langweiligen Songs gegen Rechts „Arsch huh, Zäng ussenander“ und „Widderlich“. Das Album „Amerika“ ist komplett an mir vorbeigegangen, habe ich erst später über meinen Bruder entdeckt. Bei „Aff un zo“ waren BAP für mich immer noch die bräsigen Kölschrocker aus der Generation meiner Eltern. Der Titeltrack, der seltsamerweise ein kleiner Chart-Hit war, hat mich mit seinem Schunkelreggae suwiesu affjestoße… Die zweite Single, der Santana-Abklatsch „Shoeshine“ war noch okay. Erst sehr viel später festgestellt, dass das Album doch einige schöne Perlen („Kilometerweit entfernt“, „Noh Zahle mohle“) bereit hält.
Wow, Überraschung auf Platz 2! Ich habe mir das Album damals nicht angehört, weil mir der Titeltrack als Single gar nicht gefiel. Zum Glück habe ich viel später doch noch reingehört, sonst wären mir mit "Istanbul" und "Dir allein" zwei der besten BAP-Songs überhaupt entgangen.
Das erste richtige Album mit ausschließlich neuen Songs nach dem Ausstieg vom Klaus Major Heuser. Eine schwierige Situation, schließlich war der Major der Hauptkomponist und ist ein toller Gitarrist. Das erste Album ohne ihn, die Mischung aus Altes-neu-interpretiert und Einspielung von liegen-gebliebenem namens Tonfilm ist für mich leider ein Schuss in den Ofen.
Die erste Single, das titelgebende Aff und zo, fand ich damals furchtbar. Singt hier der Typ, der im Gegensatz zum Major keine Pop-Rock-Musik nach internationalem Standard machen wollte, sondern weiter authentisch Kölschrock darbieten wollte? BAP hatten schon tolle Reggaesongs gebracht, Ahnunfürsich mit der fantastischen Leadgitarre, Time is cash..., auch Maat et joot von Niedeckens wunderbaren ersten Soloplatte Schlagzeiten. Aber Aff und zo , so eine glatte Schunkel-lalala- Nummer, perfekt fürs Formatradio (wenn die Band nicht so uncool wär)? Mittlerweile finde ich die Nummer im Kontext des Albums nicht mehr ganz so schlecht, dennoch ein schwächerer Song und als Einzelnummer, na ja...
Der Rest des Albums ist gottseidank besser. Mit dem Album gelingt den "neuen" BAP der Neustart. Wobei für mich die Summe des Ganzen besser als die Einzelteile ist. Das Album überzeugt in einem Rutsch durchgehört als Ganzes. Bei anderen Platten wie z. B. "Pik Sibbe"oder "vun drinnen noh drusse" gibt es Lieder, die für mich auch alleine stehen können. So ne Nummer finde ich hier eher nicht. Shoeshine ist für mich zu lang, trotz des schönen Klaviers. Chippendale Desch ist eigentlich auch zu lang, braucht aber den Platz fürs Storytelling und das ist dann auch okay. Noh Zahle mohle finde ich von der Melodie her eher schwach, kommt aber im Kontext auch ganz gut. Auch die musikalischen Soloparts sind gut.
Manche Songs erinnern mich etwas an die "Amerika", die Scheibe hier ist aber besser und frischer produziert. Irjenden Rock 'n' Roll-Band klingt tatsächlich nach dem Major und hätte auch super auf die "Da Capo" gepasst. Ich setze "aff und zo" nicht auf Platz 2, mag die Platte aber.
Platz 2: Aff Un Zo (2001) "Alles klingt etwas frischer", schreibt mein Vorgänger Klaus Teichmann in seiner 2001er-Review zu "Aff Un Zo". Und das ist noch untertrieben. "Aff Un Zo" hat die kompositorische Schlagkraft, die überbordende Kreativität und vor allem den Hunger eines zweiten Debütalbums …
In den Neunzigern und frühen Nullerjahren konnte ich mit BAP überhaupt noch nichts anfangen. Typisch für die 90er sind aus meiner Sicht die gut gemeinten, aber musikalisch langweiligen Songs gegen Rechts „Arsch huh, Zäng ussenander“ und „Widderlich“. Das Album „Amerika“ ist komplett an mir vorbeigegangen, habe ich erst später über meinen Bruder entdeckt. Bei „Aff un zo“ waren BAP für mich immer noch die bräsigen Kölschrocker aus der Generation meiner Eltern. Der Titeltrack, der seltsamerweise ein kleiner Chart-Hit war, hat mich mit seinem Schunkelreggae suwiesu affjestoße… Die zweite Single, der Santana-Abklatsch „Shoeshine“ war noch okay. Erst sehr viel später festgestellt, dass das Album doch einige schöne Perlen („Kilometerweit entfernt“, „Noh Zahle mohle“) bereit hält.
Wow, Überraschung auf Platz 2! Ich habe mir das Album damals nicht angehört, weil mir der Titeltrack als Single gar nicht gefiel. Zum Glück habe ich viel später doch noch reingehört, sonst wären mir mit "Istanbul" und "Dir allein" zwei der besten BAP-Songs überhaupt entgangen.
Das erste richtige Album mit ausschließlich neuen Songs nach dem Ausstieg vom Klaus Major Heuser. Eine schwierige Situation, schließlich war der Major der Hauptkomponist und ist ein toller Gitarrist. Das erste Album ohne ihn, die Mischung aus Altes-neu-interpretiert und Einspielung von liegen-gebliebenem namens Tonfilm ist für mich leider ein Schuss in den Ofen.
Die erste Single, das titelgebende Aff und zo, fand ich damals furchtbar. Singt hier der Typ, der im Gegensatz zum Major keine Pop-Rock-Musik nach internationalem Standard machen wollte, sondern weiter authentisch Kölschrock darbieten wollte? BAP hatten schon tolle Reggaesongs gebracht, Ahnunfürsich mit der fantastischen Leadgitarre, Time is cash..., auch Maat et joot von Niedeckens wunderbaren ersten Soloplatte Schlagzeiten. Aber Aff und zo , so eine glatte Schunkel-lalala- Nummer, perfekt fürs Formatradio (wenn die Band nicht so uncool wär)? Mittlerweile finde ich die Nummer im Kontext des Albums nicht mehr ganz so schlecht, dennoch ein schwächerer Song und als Einzelnummer, na ja...
Der Rest des Albums ist gottseidank besser. Mit dem Album gelingt den "neuen" BAP der Neustart. Wobei für mich die Summe des Ganzen besser als die Einzelteile ist. Das Album überzeugt in einem Rutsch durchgehört als Ganzes. Bei anderen Platten wie z. B. "Pik Sibbe"oder "vun drinnen noh drusse" gibt es Lieder, die für mich auch alleine stehen können. So ne Nummer finde ich hier eher nicht. Shoeshine ist für mich zu lang, trotz des schönen Klaviers. Chippendale Desch ist eigentlich auch zu lang, braucht aber den Platz fürs Storytelling und das ist dann auch okay. Noh Zahle mohle finde ich von der Melodie her eher schwach, kommt aber im Kontext auch ganz gut. Auch die musikalischen Soloparts sind gut.
Manche Songs erinnern mich etwas an die "Amerika", die Scheibe hier ist aber besser und frischer produziert. Irjenden Rock 'n' Roll-Band klingt tatsächlich nach dem Major und hätte auch super auf die "Da Capo" gepasst. Ich setze "aff und zo" nicht auf Platz 2, mag die Platte aber.