Kae Tempest - "Let Them Eat Chaos"
Den Eindruck, der sich heute beim Blick in die Nachrichten tagtäglich aufdrängt, hat Kae Tempest schon vor zehn Jahren in Worte gefasst: "Europe Is Lost". Brexit, Terroranschläge, Rechtsruck, soziale Entfremdung, Vereinsamung: All diese unerfreulichen Themen verhandelt das zugehörige Album. Dessen Titel ist ebenfalls Programm: "Let Them Eat Chaos".
Besonders im Vergleich zum aktuellen Überalbum "Self Titled" fällt rückblickend schon auf, wie arg Kae Tempest damals noch auf der Suche war, nach der richtigen Identität, nach der eigenen Stimme. Analog dazu bewegte sich die ganze Delivery auf "Let Them Eat Chaos" noch viel, viel näher an Spoken Word-Poetry als am Rap.
Tempests scharfer Blick für die Realität und die seltene Fähigkeit, das Gesehene in eindrucksvolle, teils überwältigende Sprachbilder zu verpacken, traten aber bereits unübersehbar zutage. Die Realität hat dieses Album inzwischen zwar ein-, doch noch längst nicht überholt. Es wirkt ungebrochen wie Poesie vom Puls der Zeit.
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