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Nick Cave & The Bad Seeds - "Skeleton Tree"

"Skeleton Tree" trieft nur so vor Tragik. Das 16. Studioalbum zählt zu Nick Caves eindringlichsten Werken und entstand unter dem Eindruck des Unfalltods seines 15-jährigen Sohnes Arthur im Juli 2015. Die Tragödie prägt die gesamte Atmosphäre des Albums, obwohl einige Stücke bereits vorher entstanden waren. Die konzeptuelle Konfrontation mit dem Verlust verwandelt sich in eine unmittelbare, tiefgreifende Auseinandersetzung mit der Trauer.

Der Sound des Albums ist reduziert, atmosphärisch und von tiefer Dichte. Cave entfernt sich von traditionellen erzählerischen Songstrukturen und setzt stattdessen auf impressionistische, assoziative Texte. Titel wie "Jesus Alone" beginnen mit prophetischen Zeilen: "You fell from the sky and crash-landed in a field near the River Adur." Heftig.

Die Musik, geprägt von Warren Ellis' elektronischen Klängen und minimalistischen Arrangements, baut eine beklemmende und zugleich weitläufige Klangwelt auf. Songs wie "Girl in Amber", "I Need You" und "Magneto" verbinden verstörende Bilder mit emotionaler Intensität und fangen die Orientierungslosigkeit und den Schmerz des Verlustes ein. Die dänische Sopranistin Else Torp glänzt in "Distant Sky" mit einem fast schon spirituellen Vibe.

Im Titeltrack heißt es am Ende zwar "it's all right now", aber es bleibt purer, anhaltender Schmerz.

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Nick Cave & The Bad Seeds - "Skeleton Tree"*

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