Beginner - "Advanced Chemistry"
Rückblickend, wenn das Grauen nicht mehr unmittelbar präsent ist und die Schmerzen abgeklungen sind, lässt sich oft selbst aus den schlimmsten Erfahrungen etwas Positives herausdestillieren. Sogar aus einer kapitalen Vollkatastrophe von einem Album wie "Advanced Chemistry".
Glaubt ihr nicht? Uns fällt es auch schwer, aber passt mal auf:
-Die ewigen Ankündigungen des ach-so-grandios-werdenden Beginner-Comebacks haben danach schlagartig aufgehört. Das Ding war zwar weit weg von grandios, aber es war ... da.
-Genau so schnell verstummt ist das Geraune, jemand müsse doch wohl aus dem Olymp herniederfahren, um der ach so verkommenen Szene "endlich wieder guten deutschen Hip Hop" zu zeigen, "mit Message!"
-Falls doch noch jemand mit diesem Blödsinn ankommt, können wir das jetzt kontern, mit: "Yippieyippiyeh, ich hab' einen im Tee und schmiere meine Popel an deinen BMW." Message, Digga!
-Auch der letzte Jockel hat noch einmal fingerdick aufs Brot geschmiert bekommen, was jede*r wissen sollte, aber längst nicht alle wissen: Denyo war schon immer ein beschissener Rapper. Spread the word!
-Die Schiffshörner in "Ahnma" sind immer noch mächtig, als Instrumental wäre der Track ein Brett.
-Wir haben anlässlich dieses Albums gelernt, dass der Chef Birnenschnaps in der Schublade verwahrt, um bei Bedarf die allerschlimmsten Qualen seiner Untergebenen zu lindern. Wer weiß schon, wann dieses Wissen noch nützlich sein kann? Hicks!
-Erinnert sich noch jemand daran, wie die Userschaft von Plattentests glaubte, sie könne es mit der laut.de-Kommentarspalten-Community aufnehmen? Das war Comedy-Gold, und es war ein Gemetzel. Wundervoll.
... eigentlich ganz schön viel für einen Schuss in den Ofen.
Trotzdem kaufen?
Beginner - "Advanced Chemistry"*
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2 Kommentare
Rotiert heute noch in Beuel.
Und immer noch ist das Album längst nicht so miserabel wie es hier gemacht wurde. Natürlich keine Großtat aber besser als einiges was man sonst so zu hören bekam.