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The Troggs - "From Nowhere"

Wer die Metamorphose vom Rock'n'Roll zu Garage und Hardrock nachverfolgen will, kommt an The Troggs als historischen Akteuren nicht vorbei. Neben typischen The-Bands-Liedchen ihrer Generation wie "Hi Hi Hazel", die man schon in den Achtzigern nur mehr belächeln konnte, finden hier wilde Electric-Soli (etwa in "Lost Girl" und "I Want You"), gekonnte Beinahe-Übersteuerung ("Our Love Will Still Be There"), bluesiger Rock'n'Roll ("Evil") und in Form von "Your Love" das Provinz-Gegenstück zum berühmten großstädtischen "All Day And All Of The Night" der Kinks statt. Kein Wunder, wenn man denselben Manager hat.

Basslastig, manchmal beißend, stellenweise perkussiv, aber auch Meister des originellen Saiten-Riffs, legen The Troggs auf "Wild Thing" die Grundlage für die moderne Jam-Band. Leider blenden sie sich immer, wenns am schönsten wird, aus ihren Tracks aus, sonst wäre das Album wohl eine Explosion geworden. Zeitlos und weitgehend sehr faltenfrei gealtert sind hier eine ganz stattliche Reihe an Tunes. Um drei zu würdigen: "Jingle Jangle" enthält eine der schönsten gesummten Strophen der Musikgeschichte. "With A Girl Like You" ist nicht nur ein süßer Flirt-Ratgeber, sondern auch ein Lehrstück darin, wie man Höhen- und Tiefentöne plastisch gegeneinander abmischt und der Beweis, dass man nicht notwendigerweise angenehm, aber interessant singen sollte, um einen uniquen Song zu machen. Frontmann Reg Presley keift es eher, und Johnny Hallyday tut es ihm gleich. Der coverte den Track noch im selben Jahr auf Französisch in einer abenteuerlich verstimmten und demonstrativ psychedelischen Fassung.

... und dann wäre da natürlich noch der Über-Hit, ausgesprochen als "Wild Thang". Nicht umsonst rangiert er für den US-Rolling Stone auf Platz 257 der besten Nummern aller Zeiten, er hat eine unwiderstehliche Urgewalt, versprüht den Freiheitsgeist des Rockmusizierens per se. Dabei geht es um die Aufnahme, nicht um die Komposition. Die war nämlich ein Cover. Jimi Hendrix machte den Tune live in Amerika bekannt, nachdem die Troggs ihn aufnahmen. Das Spektrum des Coverns reicht noch weit und deckt von Liz Phair über Rapper Tone-Loc bis zu Mr Ed Jumps The Gun etliche Musikstile ab. Letztere Gruppe sorgte 1994 für gleich die zweite deutsche Coverversion des Stückes im selben Jahr, nämlich dem, in dem "Love Is All Around" von den Troggs in einer weichgespülten Wet Wet Wet-Version einer der Hits des Jahres wurde. Diese Koinzidenz drängte die Plattenindustrie dazu, schnell acht verschiedene Best Of-CDs zu pressen, die Labels überschlugen sich. The Troggs brachten es über ihre lange Bestehenszeit auf acht Studioalben. Offiziell gibt es sie bis heute, jedoch spielt kein Mitglied aus den Sechzigern mehr mit.

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The Troggs - "From Nowhere"*

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