Konkurrenz für Jesus. Massig Filmmusik. Motowns Wunderkind wird erwachsen. Das erste Doppelalbum. Country mit Sockenschuss. Faszinierend!
Konstanz (laut) - Die Mondlandung steht zwar noch in den Sternen, das epochale Ereingnis wirft allerdings bereits merkliche Schatten voraus. Seit März 1966 umkreist "Luna 10" unseren Trabanten, der erste Satellit in der Mondumlaufbahn. Kein Wunder eigentlich, dass die Faszination für den Weltraum und seine unendlichen Weiten auch auf die Popkultur überspringt. In den USA geht eine Serie namens "Star Trek" auf Sendung, das deutsche Fernsehen schickt zeitgleich mit der Enterprise die Orion auf "Raumpatrouille", und natürlich hinterließ das auch Spuren in der Musik. Also anschnallen, bereit machen für den Rücksturz zur Erde, dort wartet das Beste aus 1966:
Noch weiter als bis zum Mond schwingt sich anno 1966 John Lennon empor: Er erklärt vor laufenden Kameras, die Beatles seien inzwischen "populärer als Jesus". In christlichen Kreisen sorgt diese Aussage für noch mehr Schnappatmung als der Umstand, dass Anton LaVey im selben Jahr, stilecht in der Walpurgisnacht, die Church of Satan gründet.
Wie Muhammad Ali, der wieder, wieder und wieder seinen Weltmeistertitel im Schwergewicht verteidigt, beweist auch Udo Jürgens Ausdauer: Zum dritten Mal in Folge tritt er beim Grand Prix Eurovision de la Chanson an. Nach einem sechsten und einem vierten Platz in den Vorjahren holt er 1966 in Luxemburg endlich, endlich den Sieg, und Österreich, das ihn ins Rennen geschickt hatte, sagt (hoffentlich!) artig "Merci, Chérie" dafür.
Während sich Kolleg*innen von Ad-Rock und Andrea Berg über Masta Ace und Mille Petrozza zu Rick Astley, Shabba Ranks und Sinéad O'Connor gerade erst in ihre frisch aufgestellten Babybettchen kuscheln, basteln andere schon fleißig an ihren Karrieren. Heinz Schenk öffnet erstmals die Tore der Bembelwirtschaft "Zum Blauen Bock". Genesis und der Pforzheimer Motettenchor finden zusammen, und Cream spielen ihr erstes offizielles Konzert.
Unterdessen jagt einem gewissen David Jones die Vorstellung, jemand könne ihn mit Davy Jones von den Monkees verwechseln, solche Angst ein, dass er seinen Namen ändert. Er nennt sich zunächst Tom Jones, doch: upps! Den gibts ja auch schon. Vielleicht doch besser ein neuer Nachname? David sucht einen, und findet: Bowie. Hat sich bewährt.
So klingt 1966
Pop, Rock, Blues, Jazz, Folk, Country, Soul, Chanson und Schlager geben sich im Jahr 1966 so munter die Klinke in die Hand: Natürlich reichen auch 60 Alben nicht, um die komplette musikalische Bandbreite abzubilden. Müssen wir aber gar nicht, dafür haben wir ja unser Jahrgangs-Radio: laut.fm/bestof1966 lädt zur akustischen Zeitreise. Freak out!

























































































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