Von Anfang an ist Hip Hop Mannschaftssport gewesen, eine Sache von Kollektiven. Wir küren die Top Ten-Teams aus fünf Dekaden Genre-Geschichte.
Konstanz (laut) - Wer "Beats" sagt, muss auch "Rhymes" sagen, und wer die betrachtet, sollte natürlich einen Blick auf diejenigen werfen, die diese Reime dann auch kicken. Nach den besten Beats aller Zeiten sollten wir also dringend die besten MCs aller Zeiten ranken. Tun wir noch, versprochen. Weil in der Gruppe aber alles viel mehr Spaß macht und Hip Hop von Beginn an Teamsport war, eine Sache von Kollektiven, bestehend aus Akteur*innen mit unterschiedlich gelagerten Talenten, lassen wir die Soloartists heute noch links liegen und betrachten ...
... die besten Rap-Crews aller Zeiten.
Zur Entscheidungsfindung kramten die Rap-affinen Teile der laut.de-Autor*innenschaft in Expertise, Erinnerungen und persönlichen Präferenzen. Die Frage, wie viele Mitglieder es braucht, damit eine Crew als Crew gilt, kam dabei ebenso auf, wie die große Ratlosigkeit: Wie soll man denn bitte Old- mit Newschool vergleichen, wie gestandene, battlegestählte Veteran*innen antreten lassen gegen respektlose junge Wilde, die zwar noch nicht so viele Lorbeeren angehäuft haben, aber gekommmen sind, um ranzig gewordene Standards auf links zu drehen und damit das ganze Genre in die Zukunft zu führen?
Nun, wir haben beide Probleme mehr oder weniger elegant gelöst: Eine Crew ist eine Crew, wenn wir sagen, dass es eine Crew ist, und mit der Vergleichbarkeits-Problematik halten wir es wie weiland bei der Beats-Liste: Wir ranken die Teams innerhalb der Jahrzehnte, in denen sie vorwiegend aktiv waren oder noch sind. Für jede Dekade haben wir so eine Top Ten ermittelt. Ungeduldige oder historisch punktgenau Interessierte dürfen natürlich auch direkt in das Jahrzehnt der Wahl hüpfen, bitteschön:
- Die besten Crews der 1980er
- Die besten Crews der 1990er
- Die besten Crews der 2000er
- Die besten Crews der 2010er
- Die besten Crews der 2020er
Nicht teamfähig?
Egal, welche Ära man auch betrachtet, stellt sich raus: Die Veranstaltung ist eine ziemliche Würstchenparty geworden. Dabei gibt es, wie wir hoffentlich wissen, massig rappende Frauen, und es gab sie zu allen Zeiten. Was uns aber tatsächlich kaum begegnet ist: rein oder wenigstens vorwiegend weiblich besetzte Crews. Woran das liegt? Sagt ihr es uns! Dass Frauen schlechtere Teamspielerinnen wären, kann ja wohl kaum der Grund sein.
Danke, gut.
Fünfzig Crews haben wir für euch ausgesucht, zehn aus jeder Dekade der aus der inzwischen ein halbes Jahrhundert umspannenden Hip Hop-Geschichte. Falls jemand die eigene Lieblings-Gruppe vermisst: Nörgelt gerne, das tut ihr ja sowieso, aber dann hört mal bei laut.fm/zwo rein. Gut möglich, dass die Vermissten dort laufen, zwischen Unmengen handverlesener Lieblingstracks, wöchentlich ergänzt um frische Empfehlungen aus der jeweils aktuellen Doubletime-Ausgabe. Dein Hip Hop-Radio. Danke, gut.
Auch diese Liste gedieh auf dem Mist von Menschen, die sich mit Sachkunde oder Geschmackssicherheit oder schierem Eifer hervorgetan haben (manche sogar mit allem davon), namentlich: Anthony Cerezo, David Maciej Laskowski, Elias Raatz, Franz Mauerer, Gil Bieler, Johannes Jimeno, Julius Stabenow, Leah-Lou Blank, Max Brandl, Merlin Engelien, Rinko Heidrich, Yannik Gölz, YoMama Fromm und Zabih Safdari.






















































































































































27 Kommentare mit 11 Antworten, davon 20 auf Unterseiten
hm. ich finde man hätte schon 4.9.0 friedhof chiller und bassboxxx/berlin crime erwähnen können. beide crews waren integral für den härteren deutschen untergrund rap. abgesehen davon, dass die bassboxxx atzen außerdem auch gesprüht und gebreaked haben, waren in der crew zt völlig unterschiedliche rapper. ich meine mach one, mcbogy, mcbasstard, manny marc, frauenarzt, atze jope, isar, akte one, king orgasmus, MOK, die lätzten alle irgendwie vereint als crew durch die liebe zu rap und graffiti (wenn es auch nicht lange gehalten hat)
Ich verstehe schon, dass hier nur Amis und Deutsche berücksichtigt wurden (da fehlen mir aber RTJ, clipping., MOR, Audio&Yassin, Tiefbasskommando, Bassboxxx, RAG, Creutzfeld&Jakob, Morlockk Dilemma und Hiob, Waving the Guns, …), aber ihr hättet ruhig auch noch internationaler unterwegs sein können.. Mafia K-1 Fry, NTM, IAM, Kneecap, Saian Super Crew…
rtj sind doch drin?:uiui:
ansonsten: ja, zustimmung. wenn aber mehrere leute abstimmen, fallen hat die etwas abseitigeren picks im gesamtergebnis meistens unter den tisch. (kein plan, ehrlich, wie die reptilian club boyz reinkommen konnten ...)
hätte eigentlich, wie bei den beats damals, noch je ein persönliches slide von allen mit-abstimmenden hintendranhängen wollen, aber die liste war eh schon so lang ... ein bisschen individuellen nachschlag gibts noch kommende woche in der doubletime.
Mir fehlen noch Pete Rock & CL Smooth, The Pharcyde, CunninLynguists (mit dem wunderbaren Kno), Company Flow, Ho99o9, Joey Valance & Brae (im Ernst) und Dälek. Schön, dass es Brockhampton noch gerade so in die Liste geschafft haben.
Ups und fair @dani
Dieser Kommentar wurde vor 17 Tagen durch den Autor entfernt.
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Würde übrigens noch ergänzend N.E.R.D. erwähnen.
Wegen den gelöschten Kommentaren. Mir ist da bloß eine Verwechslung passiert.
Bei Radio-Strahlemann läuft auch gerade eine Crew
https://laut.fm/radio-strahlemann
Klar, ich muss es ja nicht lesen, aber kann man sich sowas nicht einfach sparen? Eine Hip-Hop-Redaktion, die jede Woche entweder über Fler, Bushido und/oder Kollegah berichtet kann ich kaum als Expert*innen ernst nehmen... Beste Person in dem Biz: Jean-Marc Heukemes.
Das stimmt. Bester Mann mit Edgar einfühlsam und den lieben Leuten von laut.de
"Von Anfang an ist Hip Hop Mannschaftssport gewesen, eine Sache von Kollektiven."
Exakt. Völlig entgegen jeglicher, individueller Autonomie. Einfach gruselig und Cringe as Fuck, das von außen zu beobachten. Mich schaudert's und kribbelt's.
Wird Zeit, das mal von innen zu erleben. Selbst ist der Rapper! Also auch im Kollektiv, klar, versteh mich nicht falsch. Next up: MC Wiesel von den Cr!ttaz.
also es fehlt auf jeden Fall Antilopen Gang bzw Anti Alles Aktion. Diese Punk Rüpel Rapper haben alles verändert. Danger Dan ist das Zugpferd, er ist musikalisch ein Held! Dann gibts da noch Koljah der trotz Haartransplantation stabil ist und Panik Panzer - er ist früher dick gewesen, heute hat er viele Tattoos!! Okay... dann war da NMZS.. trauriges Kapitel.. RIP!
und viele kennen ja noch nichtmal die Sidekicks wie Nick Knatterton (ja seine Stimme hat so geknattert deswegen der Name)..
und wir kennen und lieben ihn: ihr wisst schon wen ich meine: nicht thai phun.. sondern: der eine Typ wo mir der Name grad nicht einfällt aber auf laut.de jeder liebt!! (Bitte schreibt in die Kommentare wie er heißt)
ja und messer mesut, er war genial
Berichtigung: Messer Mesut war nie bei den Antilopen/ Anti Alles Aktion.. er war im Umfeld der Sekte / Aggro Berlin
Ergänzung: Der eine Räpper der mir gestern nicht eingefallen ist, ist natürlich Lea Won... ein Underground Star sozusagen (er arbeitet ja immer noch hauptberuflich als Sozialarbeiter.. Koljah hätte seinen Freund ruhig mal supporten können..)
Hallo Lea.