2010er, Platz 10: SXTN
Im Zuge von Jujus Comeback nach langer Abwesenheit ist auch über ihre ehemalige Crew aktuell wieder viel geredet worden. So harmonisch, wie die beiden Teile von SXTN einst schienen (langjährige Freundinnen machen gemeinsam, was ihnen Spaß macht, bla), wirkt es in der Rückblende nun gar nicht mehr. Vorwürfe fliegen hin und her, und am lautesten hallt nach, was ungesagt bleibt. Kommunikation ... eine schwierige Sache.
So lange es aber dauerte, haben SXTN im Deutschrap unübersehbare Duftmarken gesetzt. Die Öffentlichkeit stellte sich angesichts der derben Sprache und der rotzigen Attitüde der beiden Rapperinnen die rat- wie sinnlose Frage: Männer machen das zwar auch andauernd, aber ... aber ... dürfen Frauen so reden? Juju und Nura warten die Antwort gar nicht erst ab, um darauf zu scheißen. Sie machten es einfach und provozierten damit in alle Richtungen bis aufs Blut. Insbesondere die männliche Konkurrenz fühlte sich von Kolleginnen, die sich so großfressig und ordinär wie sie selbst gebärdeten, schwerst getriggert. Männer sind und bleiben halt doch das sensible Geschlecht, da machste nix.
Jeder und seine Mutter redete Mitte der 2010er Jahre über SXTN, entsprechend knackte ihr Debütalbum "Leben Am Limit" 2017 locker die Top Ten. Weil man Frauen offenbar partout keine eigene Identität zugestehen mochte, wurde das Duo zur "weiblichen Antwort auf Aggro Berlin" aufgeplustert. Sie hätten sich ziemlich viel Zeit damit gelassen, war das Label mit dem Sägeblatt zu diesem Zeitpunkt doch schon seit fast zehn Jahren tot und begraben.
Doch auch SXTN war nach dem Erstling kein langes Leben mehr beschieden. Im Oktober 2018 tat Juju kund, schon seit einiger Zeit keinen Kontakt mehr zu Nura zu haben. Man konzentriere sich auf die jeweilige Solo-Karriere, hieß es. Das Ende von SXTN bestätigten beide im Jahr darauf, und der Schwall jüngst frisch hochgekochter Dreckwäsche verweist Fan-Hoffnungen auf eine Reunion ziemlich tief ins Reich der Wuschträume.
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