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Hildegard Knef - "Ich Seh Die Welt Durch Deine Augen"

"Von nun an geht's bergab", textete Hildegard Knef im Folgejahr. Wo es bergab geht, muss es zuvor bergauf gegangen sein: Willkommen im Jahr 1966, dem Start ihrer zweiten Karriere. 15 Jahre nach dem Kinoskandal "Die Sünderin" erscheint vorliegendes Album, auf dem der deutsche Broadway-Star nach Tucholsky-Rezitationen erstmals selbstverfasste Liedtexte präsentiert. Darunter der Debüttext "Werden Wolken alt?" mit der typischen Knef-Zeile: "Warum ist nichts ewig außer der Lüge die Antwort zu kennen?"

Die Studio-LP "Ich Seh Die Welt Durch Deine Augen" versammelt 13 Songs, von denen einige zu Knef-Livestandards wurden, allen voran "Berlin, Dein Gesicht Hat Sommersprossen" und "Ich Möchte Am Montag Mal Sonntag Haben". Der Startschuss ihrer großen Zeit als Chansonsängerin, deren kluge Texte sich dem herkömmlichen Heile-Welt-Schlager der 60er Jahre entziehen. So eröffnet "Gestern Hab' Ich Noch Nachgedacht" mit feinem "Take Five"-Swing, bevor Knef das Schicksal vieler Ehefrauen beschreibt, die zuhause mit dem Essen warten, während ihre Männer sich in Lokalen herumtreiben oder einen Seitensprung wagen.

Die Wahl von Orchesterleitern wie Charly Niessen und Gert Wilden erweist sich als rundum gelungen: Sie geben der Knef einen internationalen Sound, der den Grundstein für weitere Meilensteine ("Knef", 1970) legt. Noch im selben Jahr erscheint die Decca-Sonderauflage "Die Große Knef" mit beinahe deckungsgleicher Tracklist.

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