Seite 46 von 60

The Rolling Stones - "Aftermath"

"Afthermath" ist eine Frechheit. Die perfekte Version des Albums ist nie erschienen, sie liegt irgendwo zwischen der UK- und der US-Ausgabe. Verzwickterweise unterschieden sich die Veröffentlichungen der Stones damals teilweise erheblich, selbst wenn nur wenige Wochen zwischen ihnen lagen. Hier machen ganze fünf Songs den Unterschied aus.

Was beide Versionen und jedoch gemeinsam haben: "Aftermath" ist das erste Stones-Album, das vollständig auf Coverversionen verzichtet und ganz auf das Songwriterduo Jagger/Richards vertraut. Die US-Version trumpft zwar mit "Paint It Black" auf, lässt dafür aber ausgerechnet "Mother's Litlle Helper" und "Out Of Time"  unter den Tisch fallen. Die UK-Version wirkt deshalb als Album deutlich runder, während die US-Ausgabe mit ihrem überragenden Opener punktet. Beide Ausgaben gemeinsam haben mit "Lady Jane" und "Under My Thumb" zwei verdammt gute Stones-Songs in der Tracklist.

Eineinhalb großartige Alben also, auf denen Brian Jones zu absoluter Höchstform aufläuft. Mit Dulcimer, Sitar, Marimbaphon und einer ganzen Reihe weiterer Instrumente experimentiert er so selbstverständlich, als hätten sie schon immer zum Rock'n'Roll gehört. So verleiht er den Songs einen Farbenreichtum, den die Stones in dieser Form später nie wieder erreichen sollten. Die Band klingt selbstbewusst, hungrig und zum ersten Mal vollkommen bei sich angekommen. "Aftermath" ist deshalb weit mehr als nur ein weiteres starkes Album in der Band-Diskografie. Es markiert den Moment, in dem die Rolling Stones endgültig ihre eigene Identität finden.

Kaufen?

The Rolling Stones - "Aftermath"*

Wenn du über diesen Link etwas bei amazon.de bestellst, unterstützt du laut.de mit ein paar Cent. Dankeschön!

Seite 46 von 60

Weiterlesen

Best of 1966 60 Jahre, 60 Alben

Konkurrenz für Jesus. Massig Filmmusik. Motowns Wunderkind wird erwachsen. Das erste Doppelalbum. Country mit Sockenschuss. Faszinierend!

Noch keine Kommentare