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Patti Smith Group - "Radio Ethiopia"

Wenn der dauergrantige Robert Christgau von der Village Voice ein Album beinahe ... lobt? ... dann kann das eigentlich nur bedeuten, dass es nahezu alle anderen scheiße gefunden haben. Sagen wir es, wie es ist: Mit dem Nachfolger zu ihrem begeistert rezipierten Debüt "Horses" hat Patti Smith nicht gerade Begeisterungsstürme entfesselt. Faulheit warf man ihr vor, schmähte die hörbaren Versuche, kommerziell erfolgreicher zu werden, als Ausverkauf. Zudem versumpfe ihre Stimme über weite Strecken im Gitarrenmatsch ihrer Group, die sie diesmal mit aufs Cover geschrieben hatte.

... und Robert Christgau? Der attestierte "Radio Ethiopia", für seine Verhältnisse fast schon euphorisch, "die Wucht von Heavy Metal, nur ohne dessen deprimierende Vorhersehbarkeit", auch wenn er sich die Spitze natürlich trotzdem nicht verkneifen konnte. "Riff-Power" gestand er der Platte zwar zu, allerdings "mit dem menschlichen Elan einer Band, die immer noch lernt, wie man spielt". Aua.

Bizarrerweise empfanden sie genau das bei All Music als Nachteil: "Die Patti Smith Group hat dasselbe Problem entwickelt wie alle Punks: Wenn sie handwerklich dazulernen und kompetenter werden, verlieren sie einen Teil ihrer instinktiven Unbefangenheit, die ihre Musik zuvor so anziehend gemacht hat." Hilft alles nix: Um für euch zu entscheiden, ob in der Patti Smith Group 1976 nun immer noch Stümper*innen werkelten, oder ob sie schon zu gut waren, um noch gut zu sein, werdet ihr das "Radio Ethiopia" wohl einschalten müssen.

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Patti Smith Group - "Radio Ethiopia"*

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