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Grandmaster Flash - "The Source"

Bevor eine*r weint: Ja, "The Source" hat in einer Best-of-Liste eigentlich nichts verloren, es ist ein wahrlich beschissenes Album. Wir nehmen es dennoch mit, weil es eine wichtige Funktion erfüllt: Es demonstriert laut, eindringlich und ausgesprochen verständlich den Wahrheitsgehalt des Spruchs, das Ganze sei manchmal mehr als die Summe seiner Teile. Mit "The Message" haben Grandmaster Flash & The Furious Five Hip Hop-Geschichte geschrieben. Wenn man sich jetzt aber die Nasen betrachtet, die Mr. Saddler da für das Coverfoto des Nachfolger-Albums um sich versammelt hat, kommen Fragen auf: Wer sind diese Typen? Wieso sind das jetzt mehr als früher? Was ist da los?

Nun, wir beäugen die Folgen eines klassischen Rosenkriegs: Flash und Melle Mel hatten sich irgendwann gar nicht mehr lieb, eine Trennung schien unvermeidlich. Mel zog von dannen und nahm Cowboy und Scorpio mit. Flash durfte den Rest der Scheidungskinder behalten, Rahiem und den überaus sympathischen Kidd Creole. Die gelichteten Reihen füllte er mit Rappern, so unbekannt, dass sie sich im eröffnenden "Street Scene" erst einmal vorstellen mussten.

Sie hätten es auch lassen könnnen: Mit Ausnahme der beiden, die man bereits kannte, sorgt keiner der Jungs für irgendeinen bleibenden Eindruck. Was, fairerweise gesagt, aber auch an den Kulissen liegen könnte: Dieses ganze Album, von den Beats über die Rap-Styles zu den Lyrics, klingt selbst für die noch arg limitierten Hip Hop-Verhältnisse Mitte der 1980er vor-vorgestrig. Witz, Tightness und Gehalt sind den Texten auch irgendwie abhanden gekommen. Not-so-fun fact: Alles, das danach kam, war noch schlimmer. Im Grunde ist "The Source" eine einzige Warnung, hört sie! Sie gemahnt: Wenn ihr eine funtionierende Crew habt, dann vertragt euch besser.

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Grandmaster Flash - "The Source"*

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