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Bruce & Bongo - "Geil"

Ein bisschen schade, dass erst seit 2008 über das Jugendwort des Jahres entschieden wird. Andererseits ... anno 1986 hätte man sich eine Abstimmung getrost sparen können. "Germany's most successful word", das Bruce & Bongo am Freitag, dem 13. Dezember entdeckt haben wollen, lautete damals ohne jeden Zweifel "geil". Respektive "g-g-g-g-geil", da Bongo, so erzählt es zumindest Bruce, immer ein wenig stotterte, sobald er einen im Tee hatte.

Bei den beiden Urhebern dieser strunzdummen, aber lustigen Kappes-Nummer handelte es sich um zwei Soldaten der britischen Armee, die in Deutschland stationiert waren. 1985 beendeten sie ihre Zeit im Dienste ihrer Majestät, blieben aber in West-Berlin hängen. Beim Deutschlernen stolperten sie irgendwann über eine Vokabel, die zwar inflationär gebraucht wurde, aber dennoch ungeheuerliches Empörungspotenzial barg.

Wie arg das Wörtchen mit seiner sexuellen Konnotation seinerzeit die Gemüter erregte, zeigt, wie viel Zeit seither ins Land gezogen ist. Was heute keine Sau mehr juckt, zog seinerzeit aufgeregtes Geschnatter und einen federführend natürlich vom erzkonservativen Bayerischen Rundfunk vorangetriebenen Radioboykott nach sich. "Geil" war aber auch einfach zu obszön für die unschuldige deutsche Jugend, zumindest für die im Freistaat unter der Herrschaft von Franz Josef Strauß. Selbst der sich ach so anti-establishment-ig gebärdende, damals tatsächlich noch junge Wilde Thomas Gottschalk lud Bruce & Bongo wieder aus, als er den Gegenwind spürte.

Die beiden Briten freuten sich über die Gratis-Werbung, und, okay, dass sich die Melodie sehr eng an Falcos wenig zuvor erschienenen Superhit "Rock Me Amadeus" schmiegte und dass der Text obendrein auch noch Boris B-b-b-becker aufgriff, der nach seinem Wimbledonsieg, genau wie seine Sportart mit ihrer bescheuerten Zählweise, in aller Munde war, schadete wahrscheinlich auch nicht. Die Frisuren waren eh der Hit.

Der Erfolg ließ sich nicht wiederholen, das Duo gilt als klassisches One-Hit-Wonder. Was in Bruce' Fall nicht ganz stimmt: Er produzierte später noch ziemlich erfolgreiche Tracks im Dance-Music-Bereich und versorgte als Teil des Producer-Teams Hijackers auch etliche deutsche Rapper mit Beats. Mit einem davon bekam er sich sogar heftig in die Haare - doch das ist eine andere Geschichte und soll, wenn überhaupt jemals, ein anderes Mal erzählt werden.

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Best of 1986 40 Jahre, 40 Songs

Ein Track ohne Bassline? Wo gibts denn sowas? Na, hier, zusammen mit Verwechslungen, eingerissenen Wänden und einem Orgasmotron. G-g-g-geil!

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