Morcheeba - "Who Can You Trust?"
Der Bandname ("Cheeba" ist Slang für Marihuana) und das verschwommene Cover mit der medizinischen Blüte lassen vermuten, dass das Debütalbum des britischen Trios eventuell unter dem Label "Kiffmusik" firmieren könnte. Der große Trip Hop-Hype-Zug um Massive Attack und Portishead hatte den Bahnhof schon verlassen, da schieben Morcheeba eines der entspanntesten und fluffigsten Alben des Genres nach.
Irgendwelche psychoaktiven Substanzen muss man aber gar nicht konsumieren, um die Schönheit von "Who Can You Trust" abzufeiern, das geht auch vollkommen nüchtern. "Moog Island" serviert schon zu Beginn langsam einen wabernden Klangteppich. Paul Godfrey unterlegt diesen mit einem sanften Bossa Nova-Beat, über dem Synthesizer und Gitarrenklänge seines Bruders Ross erklingen.
Doch all dem würde ohne Sängerin Skye Edwards' Stimme etwas fehlen, ihre sanfte Intonation erinnert an Sade. Songs wie "Trigger Hippie" oder "Tape Loop" zelebrieren die gleiche tiefergelegte Sofakuschel-Atmosphäre, der Titeltrack dehnt den sanften und dubbigen Sound-Kosmos sogar auf fast neun Minuten aus. Gerade dieser Track entspricht wahrscheinlich dem, was die meisten Menschen unter "Trip Hop" verstehen, ohne ihn je gehört zu haben.
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