DJ Shadow - "Endtroducing"
Kein anderes Werk könnte diese Liste würdevoller abschließen als DJ Shadows "Endtroducing". Um ein Meisterwerk zu erschaffen, brauchte er keinen Bass, keine Drums, keine Gitarre. Nur Samples. Samples über Samples.
Niemals hatte jemand den Ehrentitel King of Digging mehr verdient. Aus Hunderten Quellen, die sich schwer sämtlich eruieren (und völlig unmöglich alle rechtlich klären) ließen, bastelte Shadow eine Stunde elektronische Instrumentalmusik zusammen, die Bezeichnungen wie "Lounge" oder "Ambient" in völliger Unzulänglichkeit zerbröseln lässt. Zugleich pulverisierte das Werk die nickelige Behauptung, DJs seien ja gar keine "richtigen" Musiker*innen, sie spielten ja nur die Arbeit anderer ab.
Ja, von wegen: "Endtroducing" ist eine Kunstform für sich. Es entführt in psychedelische Traumwelten und postapokalyptische Einsamkeit und entfaltet seinem gedrosselten Tempo zum Trotz heftigsten Groove.
Kollege Josef Gasteiger hat im Grunde alles gesagt, was es zu diesem Album zu sagen gibt. Nur angemessen also, ihn an dieser Stelle zu samplen: "Du kommst für die Beats, du bleibst für die Atmosphäre."
Amen.
Kaufen?
Wenn du über diesen Link etwas bei amazon.de bestellst, unterstützt du laut.de mit ein paar Cent. Dankeschön!
1 Kommentar mit 7 Antworten
Nicht ein einziges deutschsprachiges Album?
Opium fürs Volk?
Le Friseur?
E.I.N.S?
Und welches der Alben hier würdest du rausschmeißen, damit hier mehr Schlager stattfindet?
Die Goldenen Zitronen sind ziemlich deutschsprachig. Hab extra den Duden rausgekramt, um nachzugucken.
Dieser Kommentar wurde vor 22 Tagen durch den Autor entfernt.
Nein
Nein
Nein
Ich versteh den Toten Hosen Hype, der hier gerade im Forum tobt überhaupt nicht. Nach Bommerlunder war bei mir sofort Schluss.
Wir Menschen sind ja so strukturiert, dass wir stark auf Veränderung reagieren. Wenn jetzt dann demnächst "Schluss" ist, identifizieren wir uns stark damit, wenn wir DtH bspw. in unserer Jugend gerne gehört haben, weil wir instinktiv wissen, dass der Tod letztendlich ein bisschen mitschwingt. Das berührt.
„Opium fürs Volk“ als eins der besseren Hosen-Alben hätte man schon reinnehmen können.
Vielleicht wollten sie auch in Anbetracht des aktuellen Hosen-Abschieds-Ankündigungs-Vibe etwas edgy wirken. Meine Vermutung. Aber ja, Conflex.