George Michael - "Jesus To A Child"
Geschrieben, so George Michael, habe er diesen Song innerhalb weniger Stunden, der Aufnahmeprozess dauerte fünf Tage. Zwischen der ersten Aufführung bei den MTV Music Awards in Berlin und seiner offiziellen Singleveröffentlichung zogen allerdings fast eineinhalb Jahre ins Land, und noch länger hatte es gedauert, bis der Musiker nach dem Tod seines Geliebten überhaupt wieder zum Stift greifen konnte.
Anselmo Feleppa starb 1993 an den Folgen seiner HIV-Infektion. Da George Michael seine Homosexualität (und damit auch seine Beziehung) zu diesem Zeitpunkt noch nicht öffentlich gemacht hatte, musste er seine Trauer im Verborgenen bewältigen. Dass es sich bei "Jesus To A Child" um eine Hommage an seinen verstorbenen Lover handelte, seine große Liebe, wusste also lange kaum jemand. Es erklärt aber sowohl die endlose Traurigkeit und herzzerreißende Melancholie des Songs als auch die darin eingewebten Bossa-Rhythmen: Feleppa war Brasilianer, George und er hatten sich einst in Rio de Janeiro kennengelernt.
Noch länger im Dunklen blieb, was mit den Erlösen dieses Songs geschah: Erst nach seinem Tod im Jahr 2016 machte die Gründerin einer Telefon-Hilfs-Hotline für Kinder und Jugendliche mit Gewalterfahrungen öffentlich, dass George Michael alle Einnahmen aus "Jesus To A Child" ihrer Organisation hatte zukommen lassen: "Seine Großzügigkeit hat uns ermöglicht, Hunderttausende Kinder zu erreichen (...) Wir mussten ihn nicht bitten, er ist auf uns zugekommen. Er wollte auch nicht, dass es bekannt wird oder ein Teil seines Images, er wollte es geheim halten. Es war ein sehr persönliches Geschenk." Außerdem ein großes: "Jesus To A Child" sammelte Gold- und Platin-Ehren ein und landete in vielen Ländern auf Platz eins der Charts.
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