Blackstreet - "No Diggity"
Manchmal muss man den eigenen Kopf durchsetzen. Besonders dann, wenn man schlicht weiß, dass die Idee, die darin herumspukt, gut ist. Teddy Riley war sich seiner Sache jedenfalls ganz sicher, als er seinen Kollegen William 'Skylz' Stewart mit einem Fetzen aus Bill Withers' "Grandma's Hands" herumspielen hörte: Diesen Sound musste er haben. Nachdem er sich das Sample gekrallt und selbst daran herumgebastelt hatte, zeigte sich wiederum Stewart überzeugt: "Das ist ein Smash-Hit. Aber was willst du darauf schreiben?"
Riley hielt sich mit dem Text gar nicht groß auf, verwurstete teils sogar Lines aus früheren Songs. Ob das das Problem war oder ob die Kombination aus minimalistischem Beat, kompromisslosem Rap und glitschigen R'n'B-Harmonien anno 1996 einfach noch zu unvertraut klang: Wir wissen es nicht. Bei seinen Blackstreet-Kollegen löste "No Diggity" anfangs jedenfalls alles andere als Begeisterungsstürme aus. "Für mich ist aber genau das das Herz von New Jack Swing", so Teddy Riley. "Eine Brücke zwischen verschiedenen Welten zu schlagen."
Ihn juckten die zögerlichen Reaktionen seiner Zeitgenossen zum Glück nicht, er hatte eine Vision: "Das war einfach meine Platte. Zuallererst musst du selbst daran glauben. Irgendwann kommen die dann schon alle." Riley sang den ersten Verse also selbst und, oh ... sie kamen: Dr. Dre, die anderen Blackstreet-Boys, Queen Pen, Hype Williams, um den Song mit bewegten Bildern zu unterlegen. Es kam sogar Tupac: Dem Vorhaben, seinen Diss "Toss It Up" gegen Dr. Dre mit dem Beat von "No Diggity" zu unterlegen, schoben die umgehend in Marsch gesetzten Rechtsgelehrten jedoch flott einen Riegel aus Abmahnungen vor. Mmmhhh-mmmhhh!
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