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2010er, Platz 4: GothBoiClique

Manche Rap-Crews entstehen im Studio, andere in der Nachbarschaft. GothBoiClique entstanden dagegen dort, wo Mitte der 2010er ohnehin jede interessante Subkultur herumhing: im Internet. Tumblr, Soundcloud, Gruppenchats: Aus ein paar Leuten, die sich irgendwo zwischen Emo, Punk, Cloud Rap und allgemeiner Melancholie bewegten, wurde eines der prägendsten Kollektive einer ganzen Generation.

Wicca Phase Springs Eternal, Cold Hart und Horse Head gehörten zu den frühen Köpfen der Clique, später kamen unter anderem Lil Tracy, fish narc, Mackned, Yawns und Døves dazu, und dann natürlich Lil Peep. Der war zwar keineswegs alleiniger Erfinder dieses Sounds, wurde aber spätestens nach seinem Tod zur bekanntesten Figur des gesamten GBC-Kosmos.

Der eigentliche Punkt an GBC war immer die Mischung. Hier trafen Leute mit Punk- und Emo-Background auf klassische Rap-Ästhetik, Gitarrensamples auf 808s, Autotune auf Pathos. Statt sich auf einen gemeinsamen Sound zu einigen, machten sie die Unterschiede zum Konzept. Die Mitglieder arbeiteten überwiegend solo, kollaborierten aber ständig miteinander.

Mit dem Mixtape "Yeah It's True" erschien 2016 zwar nur ein gemeinsames größeres Projekt, der Einfluss der Clique ging aber weit darüber hinaus. GBC half dabei, die Grenzen zwischen Rap, Punk und Emo endgültig einzureißen, bevor die Industrie überhaupt begriffen hatte, dass man dazu nicht zwingend einen Gitarristen mit Lederhose brauchte. Spätestens nach Lil Peeps internationalem Durchbruch wurde aus dem Sound einer Internet-Clique ein weltweites Phänomen.

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