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2020er, Platz 6: Concrete Cowboys

Cowboys in Hamburg? Klingt zunächst, als hätte jemand einen Western auf den Kiez verlegt und dabei vergessen, die Pferde zu buchen. Kwam.E und Tom Hengst brauchen allerdings weder Prärie noch Sattel. Ein paar Betonblocks, ordentlich Bass und zwei sehr unterschiedliche Stimmen reichen völlig aus.

Kennengelernt haben sich die beiden Hamburger bereits vor ihrem gemeinsamen Projekt. Aus der Bekanntschaft entwickelte sich eine enge Freundschaft und schließlich eine musikalische Partnerschaft. Kwam.E hatte sich mit seinem eigenen "Phunk", einer Mischung aus Hip Hop und Funk, längst einen eigenwilligen Sound gebaut. Tom Hengst wiederum brachte mit seinem raueren Straßenrap-Ansatz die passende Kante mit.

Gerade dieser Kontrast macht die Concrete Cowboys interessant. Kwam.E rappt mit seiner hohen, markanten Stimme, Tom Hengst bleibt tief und entspannt. Dazu kommen pumpende Beats, die moderne Trap-Ästhetik mit klassischen Boombap-Einflüssen verbinden. 2020 erscheint das erste gemeinsame Projekt "Concrete Cowboys". Tracks wie "Ausweis" zeigen ziemlich schnell, wohin die Reise geht: Hustle, Gangs, Geschwindigkeit und das Leben im Norden.

2022 legen die beiden mit "Concrete Cowboys 2" nach. Spätestens jetzt ist klar, dass es sich bei dem Namen nicht bloß um ein hübsches Label für zwei gemeinsame Projekte handelt. Kwam.E und Tom Hengst haben einen eigenen Kosmos geschaffen, in dem unterschiedliche Rap-Stile erstaunlich selbstverständlich nebeneinander funktionieren. Zwei Rapper. Zwei Stimmen. Ein Beton-Dschungel. Pferde braucht hier wirklich keiner.

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