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1980er, Platz 2: N.W.A.

Schoolly Ds "PSK, What Does It Mean?" und Ice Ts "6 In The Morning" legten vielleicht das Fundament für den Gangsta-Rap, doch N.W.A. katapultierte diesen in bis dahin noch ungeahnte Höhen. Im Laufe des Jahres 1988 und mit der Veröffentlichung ihrer Debüt-Platte "Straight Outta Compton" etablierte sich der Trupp rund um Ice Cube, Dr. Dre, Eazy-E, MC Ren, DJ Yella und Arabian Prince (der nach dem Album austrat) zum großen Schreck der weißen Mehrheitsgesellschaft in den Vereinigten Staaten, was die faszinationsgeilen Kids aus den Suburbs selbstverständlich trotzdem nicht davon abhielt, dieses freshe Medium anzufassen.

Tracks wie "Fuck Tha Police" ließen Songs wie "The Message" von Grandmaster Flash & The Furious Five wahrhaftig alt aussehen. Mit N.W.A. erreichten der Hip Hop und die Message neue Sphären der Radikalität und spiegelten eine wutentbrannte Generation junger, unterdrückter Afroamerikaner wider, die im Zuge der Reagan-Ära und dem beginnenden Siegeszug des Neoliberalismus nach Sklaverei, Segregation und der Civil-Rights-Bewegung nun vor einer neuen Herausforderung standen. Zeitgleich rückte mit dem Beginn der Gangsta-Rap-Ära auch die Verherrlichung des kriminellen Lifestyles in den Vordergrund des Hip Hop. Bis heute scheiden sich die Geister darüber, wie nachhaltig es dem weiteren Verlauf der Rap-Musik gedient oder gar geschadet hat. Einflussreich bleiben N.W.A. damit aber allemal.

Wirklich lange blieb die Truppe jedoch nicht bestehen. Bereits ein Jahr nach ihrem großen Debüt-Erfolg verließ Ice Cube die Bande aufgrund finanzieller Streitigkeiten und strebte eine Solo-Karriere an, woraufhin N.W.A. mit Disstracks wie "Real N****z" hinterherschossen. Konflikte zwischen Eazy E und der übrigen Gruppe, ebenfalls finanzieller Natur, besiegelten das Schicksal, und es kam zur endgültigen Auflösung im Jahre 1991. Lange Zeit schien kein Frieden in Sicht zu sein, und es folgten legendäre Disses. Ice Cube antwortete mit "No Vaseline" auf die Sticheleien nach seinem Rücktritt, Dr. Dre, der mittlerweile mit Suge Knight Death Row gegründet hatte und mit dem G-Funk-Sound herumexperimentierte, lud den damals noch sehr frischen Snoop Dogg ein, um auf "Fuck Wit Dre Day" Eazy-E anzugreifen, und eben jener droppte im Gegenzug "Real Muthaphuckkin G's."

Im Laufe der 90er flachten die Spannungen zwischen den meisten der ehemaligen Crewmember ab, besonders nachdem Eazy E am 26. März 1995 mit gerade einmal 30 Jahren an den Folgen einer AIDS-Erkrankung verstarb. Zeitweise war ein Comeback-Album mit dem Namen "Not These N****z Again" geplant, das bis auf zwei Songs jedoch nie zustande kam. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine Gruppe, die in den 80ern neue Maßstäbe setzte und den Hip Hop dazu zwang, die Büchse der Pandora zu öffnen.

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