Grüße aus Mordor

Von 069 nach 0711 ... witzig, ich hab' kein Stück drüber nachgedacht, dass Vorwahlen wirklich ein aussterbender Code sind, bis ich diesen Artikel in den Stuttgarter Nachrichten gelesen habe. Eigentlich logisch: Wer ruft schon noch auf dem Festnetz an? Bei mir: mein Vater, meine Schwiegermutter und meine hochbetagte Nachbarin ... aber sonst? Die nachwachsende Generation verbindet mit 0711 dann eben ganz andere Dinge als Mordor Stuttgart.
Diese Jahrgänge sind aber wahrscheinlich eh nicht Hauptzielgruppe der Dokumentation über die Rap-Szene in der schwäbischen Hauptstadt. Wer Stuttgart allen Ernstes "Benztown", "Stuggitown" oder eben "0711 Mutterstadt" nennt, dürfte den 50. Geburtstag eher hinter als noch vor sich haben. Macht ja nix, am Altwerden ist grundsätzlich erstmal ja nix verkehrt. Im Gegenteil. Trotzdem: Laufen echt Leute frei herum, denen beim Stichwort "Hip Hop-Hauptstadt" zu allererst Stuttgart einfällt?
Ofenbar. Zumindest existiert eine sechsteilige Podcast-Serie namens "Mutterstadt 0711" mit dem Untertitel "HipHop-Hauptstadt Stuttgart?!?" (immerhin mit Fragezeichen entschärft). Zu hören gibts das bei ARD Sounds, hier entlang.
Wer sich lieber (auch) visuell über den Stellenwert von Schwabenrap informieren möchte, muss sich noch minimal gedulden: Ab dem 10. Juni steht die Dokumentation "0711 – HipHop made in Stuttgart" in der ARD-Mediathek bereit. Im linearen Fernsehen zu sehen ist sie am 4. Juli zu nachtschlafener Zeit, um kurz nach Mitternacht, natürlich im SWR.
Obacht: In beiden Formaten, Podcast wie Doku, besteht akute Gefahr, Max Herre zu begegnen, außerdem kommen natürlich Afrob, mindestens ein Fantastisches Viertele und bestimmt auch der eine oder andere Massive Ton zu Wort.
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