Böse Wörter
Genau so weitermachen kann hingegen gerne Audio88. Der schickte diese Woche mit "Schlingensief im Dschungelcamp" die erste Single aus "Böse Wörter" voraus, seinem bald erscheinenden "ersten offiziellen Solo-Album", wie er es selbst betitelt.
Was soll ich dazu groß sagen? Wo Audio88 draufsteht, ist Audio88 drin. Das tönt gewohnt fies, zynisch und ziemlich müde. Neben ein, zwei wunderbaren Punchlines wie "Ich hab' den Schlüssel zur Stadt, doch bevor du klatschst, ist nur der für Cottbus" möchte ich aber vor allem noch den von ihm selbst produzierten Beat hervorheben. Der gibt mir nämlich weniger das Gefühl von Apokalypse oder Menschenhass, und mehr von teuer eingekaufter Einsamkeit. Die jaulenden psychedelischen Gitarren, das müde dudelnde Saxophon: Das klingt nicht nur gut, sondern auch auf einer fast schon essentiellen Ebene tieftraurig.
Was ja auch Sinn ergibt. Audio ist nicht länger der Dude, der nach der Sperrstunde besoffen seinen Hass in den Wind schreit, sondern Berufsmusiker und ein renommierter Name in der Szene. Das geht damit einher, dass seine Beats detaillierter und hochwertiger klingen. Aber es schützt nicht vor dem Gefühl, hier irgendwie gar nicht hinzugehören. Ein wenig wie Schlingensief im Dschungelcamp, eben.
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