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Rene, Pt. 2

Okay, das war vielleicht etwas feindselig. Etwas wohlwollender gelesen, checke ich ja schon, was Rene da beschreibt. Das Wort, das ich ein bisschen vermisse, ist eben die Parasozialität. LGoony pullt hier einen in Essenz klassischen YouTuber-Move. Nämlich die Idee von einer klaren, Community-haften Konnektivität zwischen Creator und Konsument. YouTuber hatten zeitlebens ja den Vorteil, dass die Konsumenten eh nie Geld für ihre Arbeit gezahlt haben. Das heißt, aus dieser Hinsicht konnte man schon öfter die Aussicht dangeln, dass man jetzt Kohle sehen sollte, sonst wird das nichts mehr mit dem Content.

Ist das die ultimative Form, um sich frei zu entfalten? Sicher nicht. Wenn man sich einmal den eigenen Fans als Bittsteller offenbart hat, dann haben die irgendwann auch das Gefühl, sie dürften "Sosa Pt. 2" bis "Sosa Pt. 10" bei dir einfordern. Wobei ich aber auch da glaube, dass Rene die Hardcore-Fans ein bisschen unterschätzt. Die sind auf jeden Fall wohlwollender als Playlisten und Algorithmen, die alles abschmettern werden, was nicht genau der Chill-und-relax-zu-gewohnten-Sounds-Mentalität entspricht.

Wisst ihr aber, was ein größeres Problem wäre? Wenn Artists aufhören, weil sie keine Kohle mehr und dann für die Musik kaum noch Zeit haben, weil sie sich irgendeinen Scheißjob suchen müssen. Ich weiß nicht. Es kommt mir schon wirklich einfach echt ordentlich Anti-Artist vor, auf ein Video wie das von LGoony zu reagieren, indem man sagt, dass man so keinen Swag mehr haben wird.

I'm sure, buddy. Aber jetzt gerade ist es eben auch superscheiße - und du scheinst keine Idee zu haben, wie man dieses Problem lösen könnte.

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Doubletime Juju schiebt Crashout

Bushido weint im Bad, LGoony vor der Kamera. Ski Aggu im Frühstücksfernsehen. Kollegah bewirbt sich weiter um eine Absage von der Kunstakademie.

1 Kommentar

  • Vor 14 Sekunden

    Das Problem an LGoony ist, dass er alleine da sitzt und damit, wie schon richtig verglichen, einen klassischen Simon Unge hinlegt.

    Wäre diese grundsätzlich sehr valide Kritikpunkt im Rahmen einer soliden Indie-Kampagne passiert und von einem Spektrum an Artists geliefert, die nicht haarscharf ins klassische post-2015-pre-2020 Format passen, wäre er deutlich weiter gestützt.

    So aber hast du einen einsamen Lellek vor der Kamera, der seinen industriellen Zenit überschritten hat und (völlig verständlich) keinen Bock auf kapitalistische Tretmühle hat, sondern gerne weiterhin Mucke unter die Leute bringen würde – in dem Rahmen, in welchem es bisher möglich war.

    Post-Maloche-Ochsentour durch einen blühenden Untergrund? Nein danke, gib mal bitte Algorythmus von 2015 zurück.

    Und das kritisiert McRene völlig zurecht. Ist mir selbst schon vorletzte Woche aufgestossen, als das Video gedroppt ist. Und falls LGoony das explizit anders meint, hätte er das anders worden müssen.