Ye sagt sorry
Für komplett verloren haben wir nach seinen antisemitischen Entgleisungen, seinem Ku-Klux-Klan-Cosplay und den ganzen Nazi-Parolen auch Ye gehalten. Ist er wahrscheinlich auch, aber immerhin scheit er momentan wieder eine etwas klarere Phase zu haben: Im Wall Street Journal schaltete er, adressiert "An diejenigen, die ich verletzt habe", eine ganzseitige Anzeige, in der er sich für sein Verhalten zu entschuldigen versucht:
Er macht eine Hirnverletzung, die er vor 25 Jahren bei einem Autounfall davongetragen hat, für seine bipolare Störung verantwortlich. Der Zusammenhang zwischen der physischen Verletzung und seiner psychischen Erkrankung sei erst vor zwei Jahren erkannt worden. In seinen manischen Episoden habe er "den Bezug zur Realität verloren", sich "übermächtig und unaufhaltsam gefühlt" und deswegen "Dinge gesagt und getan, die ich zutiefst bedaure". Ye befinde sich jetzt in Behandlung, sei weder Antisemit noch Nazi und bitte auch weder um Mitleid noch um Straffreiheit, nur um "Geduld und Verständnis, während ich meinen Weg nach Hause suche".
Ja, viel Glück dabei.
Auffällig ist der zeitliche Zusammenhang zwischen seinem Sinneswandel und der angeblich unmittelbar bevorstehenden Veröffentlichung seines Albums "Bully". Im Interview mit der Vanity Fair darauf angesprochen, weist West derlei Kalkül von sich: Er habe 2025 zu den meistgestreamten Artists des Jahres gehört, 'Bully" sei einer der am heißesten erwarteten Releases überhaupt. Er habe keinerlei Grund, irgendwelche Moves zu unternehmen, um kommerziell besser dazustehen.
Warum dann?
"Als Person des öffentlichen Lebens folgen mir viele Menschen und hören auf jedes meiner Worte. Es ist wichtig, dass sie sehen und verstehen, auf welcher Seite der Geschichte ich stehen möchte: nämlich auf der der Liebe und der Positivität."
Da wars wieder, poppeldipoppeldi...
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