Tigray Funk
Zum Abschluss erzähle ich euch von meiner Erfahrung vom letzten Earl Sweatshirt-Konzert, bei dem der Opening Act mich ein bisschen umgehauen hat. Da kam also dieser dürre, kleine Typ auf die Bühne, tut etwas, das ich nur als 'Er schließt sein Macbook an ein Aux-Kabel an, das mit dem ganzen Club verbunden ist' identifizieren kann. Daraufhin skippt er ein paar Beats an, murmelt sich durch ein paar Parts. Er rappt, als sei er ehrlich nicht im Bilde, dass er gerade vor einer Crowd steht. Er sieht beim Performen wirklich konstant so aus, als sei er gerade in die Küche gelaufen, aber hätte dann vergessen, was er dort wollte.
Nach ein paar Minuten kommen Earl, ein anderer eher kleiner Kerl und ein gigantischer, stämmiger DJ mit Cap und schwarzer Sonnenbrille auf die Bühne, um sich hinter das Macbook zu stellen und ihren Kumpel weiter desorientiert über die Bühne taumeln zu lassen. Der DJ navigiert jetzt das Macbook, steht aber sonst stoisch und versteinert da. Sideshow geht in die Küche und aus der Küche. Die Beats skippen weiter jeweils 45 Sekunden im Schnitt an. Genau alle sieben Minuten wacht der DJ aus seinen Tagträumen auf und brüllt einmal den immergleichen Satz "It's my dog's birthday" durch den Raum.
Also, Sideshow hatte Geburtstag, nicht der Hund des DJs. Schwer zu sagen, ob Sideshow sich dessen ebenfalls gewahr war. Die vier sahen alle zusammen die ganze Zeit so aus, wie ein karikierender Comic aus den Neunzigern vier Stoner aus der Perspektive von jemanden gezeichnet hätte, bei dem gerade eine massive Pappe kickt.
Eben dieser Sideshow hat ein neues Album draußen. Es geht über eine Stunde, ist abstrakt, sperrig und irgendwie geil.
Alles Gute zum Geburstag nachträglich, Sideshow!
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