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Die neuen Leader laut Spotify

Das hier hatte Dani letzte Woche zwar schon abgefrühstückt, aber ich fand es dennoch sehr interessant. Also: Spotify sagt, die neue Generation an Rap-Leadern ist ...

  • BABY KEEM — Las Vegas
  • GLORILLA — Memphis
  • DOECHII — Tampa, Florida
  • CENTRAL CEE — London
  • SEXYY REDD — St. Louis, Missouri
  • ROD WAVE — St. Petersburg, Florida
  • LIL TECCA — New York
  • BIGXTHAPLUG — Dallas

Ganz ehrlich? Ich war auch erstmal ein bisschen verwirrt von der Liste. Nicht einmal von den Picks an sich. Sondern von der Frage, warum jetzt ausgerechnet Spotify sich berufen gefühlt hat, die Frage nach der kommenden Hip Hop-Chefetage zu beantworten.

Ich denke auch, dass das mehr zur Stimmung der Antworten beigetragen hat als die Auswahl selbst. Aber, ja, es ist schon auch fair, die Picks nicht zu fühlen. Das ist wieder Spotify: Mir kommt diese Selektion sehr Daten-basiert vor. Panscht man einfach nur die numerischen Daten über Rapper*innen zusammen, die noch nicht allzu alt sind, würde man diese Liste rausbekommen. Nur kulturell ergibt das halt gar keinen Sinn.

Der größte Tell ist für mich eindeutig Lil Tecca. Klar: Der hatte letztes Jahr ein erfolgreiches Album dank zweier echt großer Singles. Aber trotzdem ist der Kerl nicht der Leader von New York. Er ist ein Internet Money-Zögling, der im letzten Atemzug der Soundcloud-Generation aufs Trittbrett gesprungen ist und jetzt mit cleveren Samples ein paar TikTok-Hits rausgeleiert hat. Wie soll Tecca New York runnen? Er hat keinen Einfluss, keinen Impact. Niemand will wie Lil Tecca klingen.

Dann gibt es Leute wie GloRilla und Rod Wave, die ich cool finde, die aber schon eine Weile dabei sind und vor allem für gut verwurzelten regionalen Rap mit klarem Ceiling stehen. BigX hat den Country-Sellout gemacht, der die musikalischen Trends Amerikas gut antizipiert hat, aber ich seh den kaum noch als Rapper. Sexyy Red sehe ich jetzt auch so bald kein Klassiker-Album droppen.

Bleiben Doechii, Central Cee und Baby Keem. Die könnte man stehenlassen. Aber: Das Problem an einer solchen Liste ist vor allem das Ausbleiben richtiger Tonangeber in der Rap-Gegenwart. Dafür kann auch Spotify nichts. Man müsste ein bisschen bolder suchen und wetten, finde ich.

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