Israel: Noam Bettan - "Michelle"
Wen haben wir denn hier?
Auch wenn sich an Israels Teilnahme am Wettbewerb die Geister scheiden, viele deswegen zum Boykott der Veranstaltung aufgerufen haben und etliche Länder diesen durchziehen: Halten wir sicherheitshalber fest, dass nicht er hier die Schuld am Nahostkonflikt trägt. Noam Bettan ist Sänger, Songwriter, in Israel geboren, hat aber auch viel Zeit seines Lebens mit seiner Familie in Frankreich verbracht. Deswegen singt er mit angenehm angekratzter Stimme nicht nur auf Hebräisch und ein bisschen auf Englisch, sondern vor allem auf Französisch, und er meint es ernst.
Was singt der da?
In wiederkehrenden Bildern von Licht und Schatten besingt "Michelle" eine toxische Beziehung. Es geht um Licht und Schaten, ums Hinfallen und Wieder-Aufstehen, vor allem aber um das Schwierigste von allem: das Loslassen. Am Verfassen der Lyrics war Yuval Raphael beteiligt, die beim ESC im vergangenen Jahr für Israel den zweiten Platz holte.
Wie finden wir das?
Man hört beim ESC ja viel Lustiges, Dramatisches, Gutes, Schlechtes und Abstruses. Meistens hört man aber auch sofort, dass es in genau dieses Setting gehört, dafür geschaffen wurde und nirgendwo sonst funktionieren würde. Höchst selten ist einmal ein Titel dabei, bei dem man sich vorstellen kann, ihm auch in anderen Kontexten zu begegnen. Dieser hier ist so einer. Das ist ein astreiner, interessant komponierter und inbrünstig interpretierter Chanson. I like.
Hat das Chancen?
Klar. Der Finaleinzug dürfte Noam Bettan sowieso sicher sein, und auch in den Vorraussagen für eine mögliche Endplatzierung rangiert er in den oberen Rängen. Israel seh' ich mindestens unter den ersten Fünf.
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