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Platz 13: Goats Head Soup

"Goats Head Soup" ist kein schlechtes Album, eigentlich sogar ein recht gutes. Es hat nur das Problem, dass es nach "Beggars Banquet", "Let It Bleed", "Sticky Fingers" und "Exile On Main St" erschien. Verglichen mit diesen Vorgängern, wirkt der dreieinhalbte Longplayer mit Mick Taylor doch eher müde und hüftsteif. Erstaunlicherweise wirkt er mit seinen 47 Minuten außerdem deutlich länger als die 67 Minuten "Exile On Main St.".

Auf der Flucht vor der englischen Steuer, die Spitzensteuersätze von über 80 Prozent vorsah, trieb es die Band diesmal nach Jamaika. Nicht etwa, weil es da so schön oder weil das Studio etwas besonderes gewesen wäre. Viel mehr war der Inselstaat eines der letzten Länder, die Richards noch reinließen.

Von dem Wirrwarr, dem Schmutz, dem Experimentellem und dem Ausufern des Vorgängers findet sich auf "Goats Head Soup" jedoch leider nichts mehr. Stattdessen steht die bis in alle Ewigkeit überspielte Ballade "Angie" im Mittelpunkt. Vergisst man jedoch die 100.000 Male, die man es gehört hat und die Verbindung zu unserer Mutti, steht dahinter noch immer eine schöne Schnulze.

"Dancing With Mr. D" stellt trotz einer gewissen Albernheit im Grunde einen tollen Opener dar, wirkt aber zeitgleich zu aufgeräumt, um den Tod zu mehr als einem leichten Fußwippen zu bewegen. Bill Wyman verweilte nur während drei Songs im Studio, also spielte Richards in "100 Years Ago" Bass. Während er jedoch mehr und mehr in seiner Heroin-Sucht verschwand, blühte Taylor an der Gitarre zunehmend auf und nahm immer mehr Raum ein. Selbst den müdesten Stones-Stücken verlieh er eine Schönheit, die man der alten Blues-Rumplern nie zugetraut hätte. Vielleicht war es aber auch genau dieser Kontrast, der dafür sorgte, dass es nie zwischen ihnen passen wollte und der die Alben zunehmend nach unten zog.

"Doo Doo Doo Doo Doo (Heartbreaker)" fällt deutlich besser aus, als der Songtitel es erahnen lässt. Mit Billy Prestons Clavinet im Mittelpunkt, stellt er sich sogar als Highlight dieses vermaledeiten Albums heraus. In jeder Ecke steckt etwas Großartiges, doch es zündet nur wenig. Immer kurz davor steht die angestaubte Produktion des damaligen Stammproduzenten Jimmy Miller im Weg, der ebenso immer stärker unter seiner Drogenabhängigheit litt. Im gelang es wirklich, jeglichen Dreck unter den Fingernägeln der Lieder zu entfernen. Es sollte die letzte gemeinsame Arbeit mit ihm sein.

Da alle um ihn herum kaum noch Herr ihrer Sinne waren, übernahm Jagger mehr und mehr das alleinige Kommando über die Rolling Stones, was ihnen nicht unbedingt gut tat. Der Reibungsfaktor blieb aus. Auch wenn noch vieles funktioniert, zeigt die Entwicklung der Band mit "Goats Head Soup" erstmals nach unten.

Für die Playlist: "Doo Doo Doo Doo Doo (Heartbreaker)", "Winter"
Für die Tonne: "Can You Hear The Music"

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Goats Head Soup*

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