Jennie - Fallen Angel
Und damit enden wir unsere Blackpink-Solo-Runde mit Jennie. Man muss sagen: Man merkt allen an, dass sie der grundlegende Impuls eint, den K-Pop und dessen Ökosystem hinter sich lassen zu wollen. Sie alle haben sich Szenen ausgeguckt, in die sie gerne hineinstarten würden – und irgendwie kann ich mir bei ihnen allen nicht vorstellen, dass sie in diesen neuen Szenen richtig aufgehen würden.
Jennie möchte Indie- und Alternative machen. Gut für sie. Objektiv ist ihr Material das gewagteste und interessanteste aus der Gruppe. Ist es deshalb wirklich interessant? "Fallen Angel" holt sich Producer von Dominic Fike, Frank Ocean und Brockhampton. Das ist coole Inspiration. Für K-Pop-Standards. Wenn du aber ein Indie-Artist sein willst, dann ist das die most basic Inspo, die man menschenmöglich haben könnte, denn Indie ist ein Genre, das von Deep Cuts und intertextueller Inspiration lebt.
Jennies Indie-Musik fühlt sich auf eine gewisse Weise genauso gecosplayt an wie Rosés Pop-Punk. Nur wirkt Jennie am radikalsten, weil sie die K-Pop-Catchiness am meisten hinter sich lässt. Aber mal ehrlich: Welche tatsächlichen sonischen Experimente macht sie denn auf dem letzten Tape oder der neuen EP? Wenn man es herunterbricht, nicht viel. Da ist einfach nur eine sehr reiche Person, der es finanziell egal sein kann, dass sie alternative Musik macht. Es fällt mir schwer, das wirklich ernst zu nehmen.
Wertung: 2,5/5
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