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Platz 8: Like A Virgin (1984)

1984 beginnt mit ihrem zweitem Album "Like A Virgin" eine neue Zeitrechnung: Madonna ist jetzt die absolute Pop-Ikone der 80er Jahre. Auftritt "Material Girl": Das Album startet mit dem unwiderstehlichen Drumcomputer-Beat samt Roboter-Chor von Sekunde 1 an auf Höchstniveau. Als Produzent engagiert sie Chic-Legende Nile Rodgers (David Bowie, Michael Jackson), zum Song kredenzt sie eine clevere Video-Hommage an Marilyn Monroe in "Blondinen bevorzugt", die die klare Message transportiert: Hier singt eine Frau, die weiß, was sie will. Das erlebt auch Rodgers am eigenen Leib, dem die Sängerin beim ersten Treffen die Ansage macht: "Wenn dir die Songs nicht gefallen, können wir nicht zusammenarbeiten."

Das Video und der Song zum titelgebenden "Like A Virgin" spielen mit weiblichen Klischees, die Basslinie ist recht nah an Jackos "Billie Jean" angelegt und die Lyrics von US-Songwriter Billy Steinberg, der auch "Material Girl" verfasste, bezeichnete Madonna später als "geeky und cool". Sie habe sofort die Ironie und die Provokation der Texte erkannt, mochte aber auch, "dass sie so gar nicht zu mir passten. Ich bin kein materialistischer Mensch und war definitiv keine Jungfrau. Wie kann man überhaupt 'wie eine Jungfrau' sein? Mir gefiel das Wortspiel; ich fand es clever."

Im Video zum Titelsong sehen wir die 27-Jährige sich räkelnd im Brautkleid, korrespondierend zum Album-Cover, wo sie zusätzlich ihre berühmte "Boy Toy"-Gürtelschnalle trägt. Dabei sind diese weltweiten Mega-Hits musikalisch nicht ihre coolsten Popsongs. Vielmehr das funkige "Dress You Up", die Hymne für alle Madonna-Wannabes oder "Angel", das mit Madonnas charakteristisch dreckig-charmantem Lachen beginnt und natürlich der Übersong "Into The Groove", der erst ein Jahr später nach der erfolgreichen Filmkomödie "Susan ... verzweifelt gesucht", in dem Madonna an der Seite von Rosanna Arquette spielt, aufs Album gepackt wird.

Der Beatbox-Track berstet schier vor Energie und ist mit seinem Hi-NRG-Disco-Synthbeat und Elektro-Hip-Hop-Vibe seiner Zeit voraus. Madonnas Punk-Sozialisation in New York, wo sie in schummrigen Clubs unter anderem Schlagzeug spielte und Post-Punk sowie New Wave hörte, wummert brodelnd unter den Mega-Hits vdieses Albums – Madonna als Rebellin und Re-Kreatorin ist geboren.

Anspieltipps:

"Like A Virgin", "Material Girl", "Into The Groove"

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