Platz 7: American Life (2003)
Angesichts einer bald 50-jährigen Karriere ist es völlig klar, dass einer Künstlerin nicht jeder Wurf gelingt und die Fangemeinde nicht jeden Move ihres Stars goutiert. So rangiert Madonnas "American Life" deutlich im hinteren Drittel, rankt man die Diskografie nach Verkaufszahlen. Dabei fliegt die Platte völlig unverdient unter dem Radar. Wie schon bei "Music" ist erneut Mirwais der Producer ihrer Wahl.
Der Franzose drückte schon dem Vorgänger gnadenlos seinen Stempel auf, man denke nur an den Bassknaller "Music". Doch bereits die gleichnamige Leadsingle, "American Life", verlangt dem Radiopop-verwöhnten Ohr viel ab. Ein zackiger, gebrochener Elektrobeat bollert aus den Boxen, der plötzlich von einer fast alleinstehenden Akustikgitarre durchbrochen wird. Kratzige Synthies tun ein Übrigens, gegen Ende hebt Madonna gar zum Sprechgesang an. Ganz anders die zweite Single "Hollywood": Einmal auf Play gedrückt und der Kopf könnte ewig locker weiternicken. Hier wird die Stärke von Madonnas neuntem Studioalbum besonders deutlich: Ein mächtiger Mix, der akustische Elemente mit elektronischer Dominanz zusammenführt – als würde es sich nicht um unterschiedliche musikalische Ansätze handeln.
Ein Paradestück stellt hier der Albumtrack "I'm So Stupid" dar. Der melancholische Tune sollte eigentlich jedem Alt-Fan das Gewässer in die Augen treiben, der Groove und Bass liebt. Beeindruckend auch, wie auf "Die Another Day" Mirwais' ausgefuchste Produktions- und Songwritingtechnik mit der James Bond-Tradition verschmilzt. Dieses Bond-Theme klingt besonders, was freilich wiederum nicht jedem gefallen hat. "American Life" ist heutzutage in der breit aufgestellten Fancommunity eine Platte, die keinen Konsens herstellt. Dabei funktioniert sie am Lagerfeuer genauso gut wie im Club.
Anspieltipps:
"American Life", "Die Another Day", "I'm So Stupid", "Hollywood"
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