5 Fragen an Codefendants

Das Punk-Kollektiv Codefendants, an dem unter anderem NOFX-Kopf Fat Mike beteiligt ist, hat Anfang August sein neues Album "Lifers" veröffentlicht. Rapper Julio "Ceschi" Ramos beantwortete uns ein paar Fragen.
1. Welches Album hatte den größten Einfluss auf dich als Musiker?
Wahrscheinlich "Al Final de Este Viaje" von Silvio Rodríguez. Ich bin mit diesen Liedern aufgewachsen. Als ich irgendwann versucht habe, zu lernen, wie man sie spielt, hat das meinen Blick auf Songwriting und Gitarrenspiel fundamental geändert. Ich kann immer noch nicht ansatzweise so gut spielen wie Silvio ... aber er machte aus mir einen besseren Instrumentalisten und Komponisten.
2. Auf welche(s) deiner Melodien/Riffs/Lyrics/Patterns bist du am meisten stolz?
Ich habe einen Song namens "2020 BC" geschrieben, einen achtminütigen Folk-Song, mit dem ich im März 2020 angefangen habe und der im Oktober 2020 fertig wurde. Das ist einfach eins dieser Lieder, die man nicht replizieren kann, und wahrscheinlich einer meiner stärksten Momente als Schreiber.
3. Was sollte sich in der Rock-/Metal-Community zum Besseren verändern?
Ehrlich gesagt verbrachte ich die meisten meiner Jahre tief in der Independent-Hip Hop-Community. Meine ersten Tour-Erfahrungen hatte ich allerdings auch mit Metal- und Hardcore-Bands. Da bemerkte ich eine Menge Gatekeeping in dieser Welt. Oft standen Fashion und Popularität über der Qualität der Kunst oder der Intention. Solche Probleme hat wahrscheinlich jede Szene. Ich wünschte, die Idee von "Reinheit" einer Szene würde verschwinden.
4. Was zeichnete die Arbeit an "Lifers" verglichen mit früheren Projekten besonders aus?
Der größte Unterschied war wahrscheinlich, wie sehr Fat Mike involviert war. Es wurde sein Baby und er glaubte noch stärker daran als wir. Das erste Album hat er produziert und das ist auch einer der Gründe, warum es so gut ist, aber wir hatten fast alle Songs dafür geliefert. Bei "Lifers" steckt Mike nun überall drin, auf sehr coole Art. Das liebe ich daran.
5. Welches Buch sollte man unbedingt gelesen haben?
"The Revolt of the Cockroach People" von Oscar Zeta Acosta. Acosta war ein radikaler Chicano-Anwalt, der mal in Los Angeles als Sheriff kandidiert hat - als Anarchist. Er verschwand 1974, mutmaßlich während eines schiefgelaufenen Drogendeals. Die meisten kennen ihn als eine Figur in Hunter S. Thompsons Büchern, aber sein echtes Leben war finde ich noch verrückter. Sein Schreibstil beinhaltet so viele verschiedene Elemente, er ist politisch, witzig, selbstzerstörerisch, psychedelisch, widersprüchlich und er kommt von Herzen. Es sprach mich als Latino-Außenseiter schon in jungen Jahren an, und ich empfehle es immer noch weiter.
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