5 Fragen an Exploring Birdsong

Vor fast vier Jahren begegneten wir den britischen Proggern Exploring Birdsong in Episode 140 der "Bandcamp Beauties". Im Juni hat die Band nun ihr Debütalbum "Every House We Built" veröffentlicht und alle drei Mitglieder sprachen mit uns:
1. Welches Album hatte den größten Einfluss auf dich als Musikerin?
Lynsey Ward: Es gibt so viele Alben, die ich dafür nennen könnte! Coheed And Cambrias "The Second Stage Turbine Blade" war sicher eine große Inspiration für uns. Es war auch ein großer Türöffner für Coheed und der Beginn ihrer Reise zu einer unverfrorenen, kompromisslosen Band, wie sie es für den Rest ihrer Karriere geblieben sind. "Every House We Built" entstand aus dem gleichen Spirit heraus. Vielleicht wirkt dieser Einfluss zunächst überraschend, wenn man ihre Musik mit unserer vergleicht, aber ohne Coheed And Cambria könnte "Every House We Built" nicht existieren. So einfach ist das.
2. Auf welche(s) deiner Riffs/Melodien/Lyrics/Patterns bist du am meisten stolz?
Jonny Knight: Ich nehme Lyrics aus "42": "Dead or alive, someone's after me, the number is the key – it has to be". Es war das erste Mal, dass ich einen Text bei Exploring Birdsong beigesteuert habe und es geht um ein halbbiografisches Thema im Song. Ich hatte echt den Eindruck, als würde die Nummer 42 mir mein Leben lang folgen. Ich wollte, diesen ruhigen Moment nach der Bridge nutzen, um zu reflektieren, welche Verzweiflung und Einsamkeit entstehen kann, wenn man von Ideen wie Verschwörungstheorien aufgefressen wird. Es gibt einen kurzen Moment der Klarheit, die Realität setzt beinahe ein, dann kommt der letzte Chorus und der Protagonist versinkt endgültig in der Verschwörung. Für mich repräsentiert diese Zeile die letzte Chance für den Protagonisten, zu Sinnen zu kommen. Ich bin wirklich glücklich damit und wie der gesamte Song geworden ist.
3. Was sollte sich in der Rock-/Metal-Community zum Besseren verändern?
Matt Harrison: Momentan sehen wir, glaube ich, viel "Style over substance". Gimmicks und Ästhetik sind natürlich superwichtig fürs Worldbuilding einer Band und aus Sicht des Fan-Engagements, aber es sollte niemals Priorität über die Musik erringen. Wenn du ein Bild in erster Linie nach Erfolgsaussichten formulierst, wird es unauthentisch – besonders, wenn es auf etwas basiert, das schon existiert. Wenn du nicht die Kunst machst, die du tief in dir machen möchtest, läufst du immer Gefahr, stecken zu bleiben. Du musst die Kunst lieben – nicht die Idee davon.
4. Was sollte man abseits der Musik definitiv über euch wissen?
Lynsey: Wir sind alle ziemlich nerdy. Sei es beim Lesen, Malen, Zocken, Horrorfilmen oder Langstreckenlaufen (wobei Matt bei letzterem alleine ist, möchte ich betonen). Wir alle pflegen Leidenschaften abseits der Musik, und unsere Musik profitiert davon. Diese anderen Dinge beeinflussen alle irgendwie ganz natürlich unsere Kreativität. Außerdem meine ich, dass zum Beispiel Matts Laufen und bei mir das Miniaturmalen auch dazu dienen, runterzukommen. Hobbies zu haben, die weit weg von der Musik spielen, hilft dabei, mit mehr Klarheit wieder kreativ zu werden.
5. Welches Buch sollte man unbedingt gelesen haben?
"A Short Stay In Hell" von Steven L. Peck. Nur 100 Seiten lang, aber man hinterfragt danach alles, was man übers Leben weiß.
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