Conny Froboess - Zwei kleine Italiener
Bezeugen Sie nun eine echte Premiere: Erstmals hielten 1962 sogenannte "Gastarbeiter" Einzug in die heile Welt des Schlagers. Conny Froboess sang den von Christian Bruhn komponierten Titel und lenkte damit das Augenmerk auf die doch sehr unterschiedlichen Lebensrealitäten, die in diesem Land parallel nebeneinanderher existierten. Während die Deutschen längst das Reisefieber gepackt und sie Italien zu ihrem Sehnsuchtsland erkoren hatten, eine Reise dorthin also als "schick und fein" galt, hatten andere Menschen in diesem Land ganz andere Gründe dafür, sich in den sonnigen Süden zu wünschen. Tina und Marina nämlich, die in bella Napoli (doch wohl hoffentlich!?) darauf warteten, dass ihre Männer dem Zug dorthin nicht nur heimwehkrank hinterherschmachteten, sondern irgendwann auch wieder in die Heimat zurückkehrten. Bestenfalls mit etwas Erspartem im Säckel.
Wie der deutschen Wirtschaft bescherten die Fachkräfte aus dem Ausland auch der hiesigen Musiklandschaft Aufschwung: Conny Froboess qualifizierte sich mit dem Titel 1962 für die Teilnahme am Deutschen Schlager-Festival. Sie trat an und gewann den Wettbewerb, was in diesem einen Jahr gleichbedeutend war mit einem Ticket zum Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne. Froboess reiste also nach Luxemburg, holte dort einen höchst respektablen sechsten Platz und landete hernach mit "Zwei Kleine Italiener" an der Spitze der deutschen Hitparade. Kurz darauf nahm sie auch eine Version in niederländischer Sprache auf, und, klar, eine auf Italienisch.
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