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Halftime-Shitshow: Waka Waka Hallelujah!

Wie Il Grande Infantilo an der Spitze der FIFA bemühte sich auch Choreograph Chris Martin, eine Halbzeitshow zu kreieren, die vom eigentlichen Zweck des Abends möglichst popcornhaltig ablenkt. Hat er schließlich bei Coldplay gelernt. Gut, die Muppets-Einlage mit "Seven Nation Army" war tatsächlich ein guter Showmoment, aber wenn man sich schon darüber freut, dass Justin Bieber das enervierende Bummstechno-Gedöns mit einem Gospelsong an der Akustikgitarre gefühlte drei Minuten lang abwürgt und dabei "Everything Hallelujah" stamnmelt (nach meiner Vermutung auch als einziger Künstler wirklich live), dann freute man sich schon fast über diese Mini-Sabotage, hatte doch jeder Superhits wie "Sorry" oder "Baby" erwartet. Aber wofür gibt es Shakira, onomatopoetische Phrasenqueen und tanzendes Fußball-Maskottchen seit 2006, nur knapper bekleidet. Waka Waka, this time for America.

Natürlich passte diese inklusive Auf- und Abbau 26 Minuten dauernde Show perfekt zu Amerika, und genauso wenig eben zu einer Fußball-WM. Nach Russland und Katar muss man sich da aber auch keine falschen Hoffnungen mehr hingeben. So lange Infatosser an der Macht bleibt, werden solche Shows zur Normalität werden und sich der Weltfußball noch weiter von normalen Fußball-Fans entfernen. Interessant dahingehend auch, dass die FIFA Madonna zwar die Zeile "Music makes the bourgeoisie and the rebel" singen lließ, in der sie auf die universelle Kraft von Musik anspielt, die sozioökonomische Schichten überwinden kann. Auf der Youtube-Version der FIFA wird anstelle der Zeile nun die Zeile "Music makes the boys want to see and the rebels" eingeblendet. Nicht dass versehentlich jemand auf die Idee kommt, Fußball sei nur etwas für das wohlhabende Bürgertum. Iwo! Diese WM war ein Turnier, "das die Welt zusammengebracht hat", sagt Tom Crusie. "It's the World Cup, hallelujah", sagte Justin Bieber. Und damit zurück in die angesschlossenen Funkhäuser, denn Football's coming home, zumindest bis 2030.



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