Seite 2 von 15

Halftime-Shitshow mit Coldplay-Vibes

Sarkasmus beiseite: Was sich Fifa-Boss Gianni Infantosser (danke, Robert Smith) mit der gestrigen Showeinlage im WM-Finale ans Bein gebunden hat, war der Gipfel der zentnerschweren Verhöhnung einer geliebten Massensportart, die ihn aber voraussichtlich auch nicht auf den Grund eines tiefen Sees ziehen wird, wie es sich nicht mehr nur Fußball-Nostalgiker*innen wünschen.


Tatsächlich wunderte einen bei dieser Fußball-WM ohnehin nichts mehr, spätestens seit dem infamen Trump-Anruf, der Infantosser dazu bewegte, eine neurliche Friedenspreis-Schleimspur ins Weiße Haus auszulegen und auf Zuruf ins Regelwerk einzugreifen - offiziell war er selbstverständlich unschuldig. Die Aufhebung der Sperre des USA-Spielers hatte irgendein Opfer des FIFA-Disziplinarkomitees aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zu verantworten.

Geschenkt, die Glaubwürdigkeit der FIFA bewegt sich längst auf dem Niveau von Ankündigungen für Friedensgespräche aus dem Kreml. Welcher moralisch unverwerfliche Künstler würde in solch einem Rahmen also nicht gerne performen? Madonna hätte ich dafür übrigens für zu schlau eingeschätzt. Dass BTS, Justin Bieber oder erst recht Shakira überall dort auftreten, wo man ihnen eine Showtreppe aufbaut, an deren Ende ein gigantischer Geldkoffer steht, war dagegen schon vorher klar.

So stiefelte also Madonna in den Katakomben zu den Klängen von "Music" mit Ronaldo und Ronaldinho ins Bild, und tatsächlich hinterließ die 67-Jährige dabei einen noch sportlicheren Eindruck als die ehemaligen brasilianischen Fußball-Legenden. Mehr Gutes lässt sich kaum sagen, denn im nächsten Moment war sie auch schon verschwunden, erstaunlich und dadurch noch tragischer, dass sie sich zu diesem künstlichen Spektakel von Trumps Gnaden überhaupt bewegen ließ. Neben Hollywood-Prominenz zeigten sich u.a. auch bekannte Artists wie Beyoncé und Jay-Z, Timothée Chalamet ("A Complete Unknown"), David und Victoria Beckham, Mick Jagger, Dua Lipa, Olivia Rodrigo und Pharrell im MetLife Stadion zu New Jersey. Immerhin: Der US-Präsident durfte sich ordentlich Buhrufe anhören. Und nein, die Halbzeitshow machte nicht alle Anwesenden glücklich:


Seite 2 von 15

Weiterlesen

Noch keine Kommentare