"pleasejustfuckoff": Die von Chris Martin kuratierte Halbzeitshow ist dem Cure-Boss ein Dorn im Auge.
Athen (ebi) - Die Kommerzialisierung und Instrumentalisierung des Sports sind dem bekennenden Fußballfan Robert Smith schon immer ein Dorn im Auge. Kurz vor dem Finale der Fußball-WM am kommenden Sonntag zwischen Spanien und Argentinien in New Jersey verspottet der The Cure-Chef auf Instagram die Gigantomanie von FIFA-Präsident Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump.
"#pleasejustfuckoff"
Anlass ist die von Coldplays Chris Martin kuratierte Halbzeitshow, in der Madonna, Justin Bieber, Shakira und BTS auftreten. Es ist die erste Konzertshow in einer Halbzeit bei einer Fußball-WM überhaupt und soll Medienberichten zufolge mit 25 Minuten deutlich länger dauern als die regulären 15 Minuten.
"FIFA-Präsident Gianni Infantino bezeichnete die Show als ein 'bahnbrechendes Spektakel', das 'Fußball, Musik und unsere gemeinsamen Werte feiern und ein Vermächtnis schaffen wird, das über den Schlusspfiff hinausreicht'. AAAAAAAAAAAAAAAAAAGH ...", kommentiert Smith fassungslos und fügt Hashtags wie "#pleasejustfuckoff" und "#MUGWANK" hinzu, was so viel bedeutet wie peinliche Wichtigtuerei.
In einem Folgeposting stellt Smith dann klar, dass er in seinem Rant nicht die beteiligten Musiker:innen ins Visier nimmt, sondern die Symbolfiguren einer offensichtlichen Macht- und Medieninszenierung: die FIFA bzw. Infantino sowie US-Präsident Trump.
Sarkasmus pur
"Seufz ... für diejenigen unter uns, die es nicht ganz verstanden haben: Es geht nicht wirklich darum, wer die Show kuratiert oder auftritt, sondern um die peinliche Idee einer Halbzeitshow beim Finale einer Fußball-Weltmeisterschaft." Und weiter: "Infantosser hat gesagt, er und US-Präsident Trumpton werden am Sonntag gemeinsam die Trophäe überreichen. Leider sind nicht mehr genügend 'A' übrig für das 'ARGH', das jetzt eigentlich kommen müsste ...", schreibt er voller Sarkasmus, weitere Hashtags wie "#breadandcircuses" oder "#fuckfifa" inklusive.
Die FIFA kooperiert für die Halftime-Show mit der Hilfsorganisation Global Citizen. Es sollen Spenden in Höhe von 100 Millionen US-Dollar für den Kampf gegen Hunger und Armut gesammelt werden.
The Cure befinden sich nach ihren drei Berlin-Konzerten am vergangenen Wochenende derzeit in Südosteuropa. Die Anti-FIFA-Postings setzte Smith an einem Off-Day ab im Nachgang ihres Festivalauftritts in Athen. Kurz vor dem Auftritt informierten die Social-Media-Accounts der Band über den fortschreitenden Genesungsprozess von Bassist Simon Gallup, für den der Auftritt in Griechenlands Hauptstadt noch zu früh käme: "Und obwohl SG auf dem Weg der Besserung und fast wieder fit ist, gebietet es die Vernunft, dass heute erneut ein Auftritt im Quintett-Format über die Bühne geht, denn sie hat eine laute Stimme."
Demnach könnte Gallup heute beim bulgarischen PhillGood Festival in Plovdiv seine Bühnenrückkehr feiern. Am 22. Juli absolvieren The Cure beim Paleo Festival noch ein Konzert in der Schweiz.






























2 Kommentare
Ja, da kann man wirklich nur noch tiefen Sarkasmus für empfinden, ob solch einer Wichtigtuerei. Was ist schon auch anderes möglich? Schweigen und die Probleme somit unter den Tisch kehren halte ich für keine gute Option - das würde Trump & Co. ja nur weiter in die Karten spielen.
Wenns nicht gerade Prince ist und alles Andere zur Nebensache macht - Halbzeitshows fühlen sich für mich wie eine riesige Entwertung von Musik an. Buchstäbliche Pausenclowns für die Übriggebliebenen, wenn alle anderen gerade pissen oder Bier holen gehen. Da können sie noch so viel Spektakel machen und toll performen, über den Status des seichten Zeitüberbrückers kommen die Beteiligten fast nie heraus.