Daft Punk brauchen keine Reunion mehr
Daft Punk haben sich 2021 aufgelöst, sind aber erstaunlich präsent geblieben. Jubiläumsausgaben, restaurierte Filme, Archivmaterial – und nun bekommen die beiden Roboter sogar ihr eigenes Comicmagazin. Die legendäre französische Science-Fiction-Zeitschrift "Métal Hurlant" widmet ihnen eine 272-seitige Sonderausgabe mit mehr als 30 Zeichnern, darunter Arbeiten von Großmeister Mœbius und Philippe Druillet. Die internationale Ausgabe erscheint Anfang 2027.
Die Verbindung passt perfekt. Daft Punk haben schließlich schon früh eine eigene Science-Fiction-Mythologie geschaffen. In "Interstella 5555" ließen sie eine außerirdische Band entführen und zu Popstars umprogrammieren, während sie selbst als Roboter die Bühnen eroberten. Was damals nach verspielter Zukunftsfantasie aussah, wirkt im Zeitalter künstlicher Popstars und KI-generierter Musik geradezu prophetisch. Und "Métal Hurlant" beschäftigte sich bereits in den Siebzigern mit Maschinen, Körpern und künstlicher Identität. Kauft euch mal eine Reddition-Ausgabe, fast so gut wie laut.de.
Vielleicht brauchen Daft Punk deshalb tatsächlich keine Reunion mehr. Ihre Musik, ihre Filme und vor allem ihre ikonischen Helme haben längst ein Eigenleben entwickelt. Andere Bands verschwinden nach ihrer Auflösung langsam aus dem Bewusstsein. Daft Punk verwandeln sich stattdessen in Mythologie. Menschen sterben, Bands trennen sich. Roboter können für immer weitergezeichnet werden.
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