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David Sylvian: Das Comeback, das keines sein will

David Sylvian ist eines dieser seltenen Popphänomene, bei denen die musikalische Entwicklung irgendwann so radikal wurde, dass der ursprüngliche Popstar praktisch verschwand. Als Sänger von Japan sah Sylvian Ende der Siebziger noch aus, als hätte David Bowie einen besonders schnieken japanischen Friseursalon eröffnet. Später wurde aus dem androgynen New-Romantic-Idol ein ernster, zunehmend zurückgezogener Experimentalmusiker, der mit Ryuichi Sakamoto, Robert Fripp, Holger Czukay und zahlreichen Vertretern improvisierter Musik arbeitete. Jetzt hat Sylvian erstmals seit langer Zeit wieder ein reguläres Soloalbum angekündigt: "The Distance Between The Killer And The Killing" erscheint am 26. Februar 2027 auf dem neuen Label NANOQ. Albumtitel natürlich jetzt schon legendär, keine Frage. Herzog wird sich ärgern, keinen Film so genannt zu haben.

Wer nun auf eine späte Rückkehr zu "Ghosts", "Forbidden Colours" oder gar Japans "Gentlemen Take Polaroids" hofft, dürfte allerdings eine Enttäuschung erleben. Die angekündigten 46 Minuten sind vollständig instrumental. Sylvian hat dafür Improvisationen aus den Jahren 2012 bis 2025 neu zusammengesetzt, darunter Aufnahmen mit dem japanischen Gitarristen Otomo Yoshihide, der Geigerin Biliana Voutchkova, Miako Klein und seinem 2023 verstorbenen langjährigen Weggefährten Ryuichi Sakamoto. Nach "Manafon" von 2009, auf dem Sylvian bereits die Nähe zu freier Improvisation suchte, führt das neue Werk offenbar genau diesen Weg weiter. Eine Single gibt es noch nicht, wir begnügen uns also mit zwei Klassikern – einem bekannten und einem unbekannteren.

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