Vier Wings, bitte
⣎⡇ꉺლ༽இ•̛)ྀ◞ ༎ຶ ༽ৣৢ؞ৢ؞ؖ ꉺლ ist zurück! Kennt ihr nicht? Kennt ihr schon, Wingdings! Ja, das ist dieser Viererdings, äh, Four Tet. Wie immer, wenn er das Wingdings-Moniker rausholt, wird es kryptisch. Gab es erst Vinyl-only, jetzt digital. Während andere Künstler sechs Wochen lang ein Pre-Save-Gebäude aus Teasern, "so excited"-Gestammel und Algorithmus-Futter errichten, veröffentlicht Kieran Hebden Musik, die erst einmal aussieht wie ein Druckfehler.
Natürlich ist auch das ein Privileg. Ein unbekannter Produzent mit Wingdings-Titel hätte kein Konzept, sondern ein Auffindbarkeitsproblem. Four Tet kann sich Kryptik leisten, weil ihm längst ein Publikum in die Randbereiche folgt. Aber gerade deshalb funktioniert es. Er nutzt seinen Status nicht, um noch lauter zu werden, sondern um leiser, schräger, unsortierter aufzutauchen. Musikalisch klingt es nach Hebden im Verschwörer-Modus: trocken groovende Loops, flackernde Details, warme Unordnung, eher Clubskizze als Großgeste.
Übrigens hat Four Tet gerade mit Skrillex ein jetzt schon sagenumwobenes B2B-Set auf dem Kappa FuturFestival in Turin geliefert, bei dem sie so ziemlich alles Elektronisch der letzten 20 Jahre durch den Fleischwolf drehten. Sollte man gehört haben.
Bei der Gelegenheit kommen wir nicht umhin, darauf hinzuweisen, dass Skrillex mit dem Hamburger Solomun "Rumpta" veröffentlichte. Der Track ist ein Ibiza-Kompromiss: Skrillex will wieder menschlich wirken, Solomun will vermutlich nie aufhören, Pacha zu sein, das Ergebnis hört sich nach beiden und beidem an. Eine schöne Mischung aus Pathos und Entschlossenheit.
Skrillex ist sowieso auf einem ziemlichen Deutschlandtrip, nachdem er eine der treibenden Kräfte hinter dem CONTRA-Festival in Berlin war. In US-Szenekreisen diskutieren sie, ob Berlin nun nicht doch wieder erstes Regal relevant ist. Gebt dem Mann den Bärenverdienstorden; wäre doch ein gutes Abschiedsgeschenk von Wegner.
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