Nicht nur Rutte hat einen Daddy
Marlon Hoffstadt, deutscher Produzent aus Berlin, kündigt sein Album "Das Ist Daddy" für den 7. August an, und schon die neue Single "Party People" zeigt, dass Daddy Trance längst mehr ist als ein guter Gag mit Sonnenbrille. Der Track sampelt Marshall Jeffersons House-Urszene "Move Your Body" – und plötzlich steht Hoffstadt nicht mehr nur als Eurodance-Clown, Trance-Meme und Rave-Maskottchen im Raum, sondern auch als ziemlich frecher Traditionsverwalter. Ausgerechnet der Mann, der so gerne nach Plastik, Kirmes und 150-BPM-Übermut klingt, greift nach einem der heiligeren House-Bausteine und zieht ihn in sein grelles Daddy-Universum.
Das zieht inzwischen auch weit über Deutschland hinaus. Hoffstadt ist nicht mehr nur Berliner Szenephänomen, sondern internationaler Exportartikel; gerade in den USA scheint dieses Daddy-Ding erstaunlich gut verstanden zu werden. Nach seinem Coachella-Moment wirkt Daddy Trance nicht mehr wie ein lokaler Meme-Unfall, sondern wie eine Marke, die in der amerikanischen Festivalfantasie angekommen ist. Natürlich hat jede Kunstfigur eine Halbwertszeit; jeder Daddy wird irgendwann Onkel. Aber im Sommer 2026 steht Hoffstadt noch auf der richtigen Seite der Kurve: sehr schnell, sehr hell, unverschämt – und plötzlich traditionsbewusster, als man bei all dem Plastikglanz erwarten würde.
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