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Berliner A(l)lien

Ellen Allien nennt ihr neues Album "New Life", und natürlich schwingt darin viel von jenem Berliner Pathos mit, das zwischen Beton, Wiedergeburt und Clubnacht manchmal etwas zu bereitwillig ins Große greift. Ganz frei von Szene-Selbstmythologie ist das nicht: Maschinen als Lebensform, Tanzen als Rettung, Techno als ewiger Neustart. Aber Ellen Allien trägt diese Geste glaubwürdiger als viele andere, weil sie diese Geschichte nicht nachträglich aufsetzt, sondern seit Jahrzehnten mitprägt.

"New Life" ist deshalb am stärksten, wenn es nicht behauptet, eine neue Welt zu eröffnen, sondern einfach in Bewegung bleibt. Die Platte kennt ihre Mittel: Druck, klare Linien, kaltes Licht, Melodiepartikel im Nebel. Nicht alles daran überrascht, manches klingt sehr vertraut nach Berliner Durchhaltepoesie. Aber genau darin liegt auch ihr Wert. Ellen Allien verwaltet hier keine Ruine, sie hält einen Kreislauf offen: nicht revolutionär, nicht makellos, aber wach, körperlich und immer noch ziemlich vital.

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1 Kommentar

  • Gerade eben

    Gestern einmal komplett gehört, für mich eines der besten Techno Alben der letzten Jahre! Genau die Mucke die ich liebe! Experimentell, aber ohne den Entertainment Aspekt komplett ad acta zu legen. Analog anmutende Samples, kreativ bis zum abwinken, tanzbar, elegant und alle Tracks wohl konzipiert und bis zum letzten Kick veredelt! Ich mochte Ellen Allien schon immer, aber so begeistert wie auf diesem Album, hat sich mich noch nie!
    Techno ist tot? Wenn man das letzte, furchtbar banal-belanglose Album von Charlotte de Witte hört, defintiv!
    Bei Ellen Allien kommt wieder leise Hoffnung auf - was für ein Unterschied! 9/10