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Native Instruments

Die Berliner Elektroschmiede Native Instruments gelangte letzte Woche aus traurigem Anlass in die Medien: Ein vorläufiger Insolvenzantrag wurde gestellt. Das ist zuvorderst für die erstaunlich große Zahl der 350 Mitarbeiter schlecht, darüber hinaus natürlich auch für den Musikstandort. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter und damit wohl auch der Support für die Produkte der Marken Native Instruments, iZotope, Brainworx und (organisatorisch etwas abgekoppelt) Plugin Alliance. Aber seien wir ehrlich, dasüberlegt man sich jetzt, bevor man was kauft. Diese Struktur ist historisch aus Soundwide gewachsen, die dann aber mit fremdem Kapital unter Native Instruments zusammengebunden wurde.

Die Berliner finden sich in etlichen Songs von "Get Lucky" bis "Royals". Es ist wichtig, zu verstehen, warum diese vorwiegend Software verkaufenden Firmen so wichtig sind. Das Native-Ökosystem erlaubt eine Tiefe, die Konkurrenzprodukte so zumeist nicht bieten. Kontakt und Reaktor sind als Sampler und Klangbaukasten Industriestandard, so wie iZotopes RX für Audio-Rettungsversuche. Ohne iZotopes Ozone - oder Konkurrenzprodukten - wird aus einem Mix kein Master und ohne einen Assistenten beim Mixen wie iZotopes Neutron bekommt man Spuren kaum aufgeräumt. Mit den Brainworx-Produkten bestimmt man, wie sich Sound im System verhält, so mit der Kanalstreuung von bx_console.

Kurz gefasst: Native Instruments und seine Marken können natürlich für Quatsch eingesetzt werden, stehen aber klar an der Front derjenigen, die versuchen, Musik möglichst organisch klingen zu lassen. Das sind keine Gleichmacher, sondern Meißel, mit denen sich der Stuck immer weiter verfeinern lässt. Ohne sie wäre die Musik ärmer, auch wenn Management-Fehlentscheidungen und durchaus vermisste Produkt-Updates in die Misere führte.

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