Die machten Elektro?, Teil I
Neben den offensichtlichen Beispielen von Künstlern, die ernsthaft (und zumindest zeitweise) versuchten, von Gitarre auf Synthesizer umzusteigen, wie New Order, Lou Reed, John Frusciante und Omar Rodriguez, gibt es neben den Beatles noch weitere Beispiele von Künstlern, die man so gar nicht mit elektronischer Musik assoziiert – die sie aber gleichwohl machten. Das spektakuläre "Too Much Blood" von den Stones hat zwar Synthies ohne Ende, im Kern bleibt es aber Rock. "Trans" folgt meiner Meinung nach ebenfalls den Gesetzen der Gitarre und erweitert deren Klangfarbe "nur".
Das großartige "All My Love" des überhaupt tollen und elektronisch angehauchten "In Through The Out Door" von Led Zeppelin ist schon so elektronisch – obwohl die anderen Geräte nicht verbannt wurden – dass es den Einzug in diese Liste verdient hat. John Paul Jones arbeitete sich tief in seinen Yamaha GX-1 ein, um einen echten Fortschritt im Bandsound zu erreichen. Als Amalgam aus Folk, Rock und Elektro kaum wieder erreicht.
Nachher kommen wir noch zu den Grammys, aber hier schon ein Slice: Jazzgott Herbie Hancock schuf 1983 mit "Future Shock" ein Urgestein des instrumentalen Hip Hop und von gefühlt noch ein paar Subgenres, die der Rest von uns nur noch nicht richtig aufgriffen. Jazz-Scratch, Chicago Wave, you name it.
Der gute Sir war damit aber immer noch elf Jahre hinter George hintendran: "Electronic Sound" hieß dessen Album, und tja, nomen est omen. Knapp 45 Minuten Spielzeit, aber nur zwei Songs, der gute Mann brauchte das Geld ja nicht. "Under The Mersey Wall" ist der bessere der beiden, der Star ist aber das Cover.
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