Sun Villalobos
Marktanalysen zeigen, dass laut.de zuvorderst von besonders finanzkräftigen (und schönen) jungen Leuten, dem Edelwerbesegment, gelesen wird, deshalb eine kurze Einordnung, wer der 1993 verstorbene Sun Ra war: Ein Jazzmusiker, der über Jahrzehnte von wenigen tatsächlich gehörte und von vielen als avantgardistisch geschätzte Alben unter einer Kunst-Persona veröffentlichte, die er recht konsequent afrofuturistisch ausgestaltete. Dabei widersprach er seiner eigenen kosmischen Philosophie bei jeder zweiten Gelegenheit, aber die Musik war immer mindestens schick.
Bis zu seinem Tod nutzte er das Sun Ra Arkestra als Hauptvehikel seiner Musik, das es bis heute unter Leitung seines alten Kompagnons Marshal Allen gibt. Mehr als alles andere war Ra fleißig, deshalb ist ein Hineinhören in sein Oeuvre zum Scheitern verdammt. Wir probieren es trotzdem mit "Strange Strings", meiner Meinung nach einem der stärksten Songs – obgleich ich längst nicht alles hörte. Meist hörte er sich eher so an; es gibt jedoch auch sehr konzise Parts, die mainstreamtauglicher sind.
Ricardo Villalobos wurde nun von Omni Sound beauftragt, eine Art Cover- und Hommage-Album zu kuratieren, "When There Is No Sun", das am 27. März erscheinen soll. Zum einen steht Villalobos für Qualität, ebenso die anderen Beteiligten – unter anderem Underground Resistance, A Guy Called Gerald und Chez Damier, zum anderen soll das Ganze auf Aufnahmen von zwei Ra-Alben basieren, die Omni gehören. Die Elektrokünstler sollen diese teils Spoken Word-Aufnahmen verhackstückeln und für sich einbinden, eine gute und interessante Idee.
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