Muffige Clubs: Trinken ist auch keine Lösung
Berlin hat offenbar ein neues Clubproblem: Die Leute kommen – und trotzdem lohnt es sich nicht. 83 Prozent der für die neue "Clubkultur Berlin 2026"-Studie Befragten bekommen ihre Läden mindestens halbvoll, jeder dritte sogar zu mehr als drei Vierteln. Trotzdem schrieb 2025 fast jeder zweite? Nein: immer noch erschreckende 39 Prozent rote Zahlen, 23 Prozent denken darüber nach, innerhalb eines Jahres ganz aufzugeben. Schuld ist unter anderem eine erstaunliche Verschiebung an der Theke. 2017 kamen noch 60 Prozent der Einnahmen aus Gastro und Getränken, inzwischen sind es nur noch 20 Prozent. Dafür trägt der Eintritt statt früher 21 nun 59 Prozent zum Umsatz bei. 73 Prozent der Clubs beobachten sinkenden Alkoholkonsum, 57 Prozent kürzere Aufenthalte.
Gesünder feiern klingt zunächst nicht nach einer Tragödie. Für Clubs ist es trotzdem eine: Jahrelang subventionierte der sechste Gin Tonic den DJ, jetzt soll das Ticket die Kultur allein bezahlen. Damit steigen die Eintrittspreise, was wiederum Leute ausschließt, die sich den Abend nicht mehr leisten können. Der Berliner Club stirbt also womöglich nicht am Desinteresse. Sondern daran, dass sein Publikum vernünftiger geworden ist. Oder, und wir wären nicht Ummz Ummz, würden wir der Wahrheit nicht schonungslos ins Auge blicken: Vielleicht ziehen die Leute lieber Näschen als sich einen Freeway-gemischten, überteuerten Longdrink aus dreckigen Gläsern reinzuziehen oder Sieben-Euro-Becks. Macht halt einfach mal bessere Drinks?
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