Fakear: Endlich raus aus dem Schlafzimmer
Fakear konnte schon immer schön. Vielleicht manchmal sogar ein bisschen zu schön: warme Flächen, melancholische Samples, organische Elektronik, genug Fernweh für drei Werbekampagnen. Auf "A Nice Place To Be" bleibt davon einiges erhalten – nur steht die Musik diesmal wesentlich fester auf den Beinen. Das bei Nowadays erschienene Album zieht den Franzosen deutlich näher an die aktuelle Bass-Music: UK Garage, federnde Breaks und kräftigere Subbässe rücken nach vorne, ohne dass Fakear deswegen plötzlich Sammy Virji spielen müsste.
Hinter den 13 Tracks steckt ausdrücklich auch eine Rückschau auf seine Jugend als Skater, Metalhead und Emo-Kid – erstaunlicherweise ohne, dass daraus eine dieser fürchterlichen "Das ist mein persönlichstes Album"-Platten wird. "A Nice Place To Be" ist zugänglicher als kompliziert, manchmal hemmungslos gefühlvoll und ganz sicher keine Neuerfindung elektronischer Musik. Aber Fakear schafft hier etwas Schwierigeres: Er macht seine alte Wohlfühlmelancholie wieder beweglich. Nicht mehr nur Musik, zu der man verträumt aus dem Zugfenster schaut. Diesmal kann man dazu auch tanzen.
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