Rückblicke in die Y2k-Epoche wirken immer etwas putzig: die letzte große Zeit der Jugendmagazine, Casting-Shows und des Musik-TV. Tokio Hotel stammen aus dieser Ära. Ihr Image stand überraschend früh, und die Plattenfirma wusste genau, in welchem begrenzten musikalischen Rahmen sich alles bewegen …
Ich war früher auch einer derjenigen, die damals die Homophobie und anderen sonstigen Hass gegenüber Tokio Hotel mitgemacht haben. Ich war noch viel zu jung, um kein Arsch zu sein.
Im Rahmen meiner Erkenntnisse habe ich der Musik der Band tatsächlich eine faire Chance gegeben, aber muss gestehen, dass ich sehr unterwältigt war. Bis auf die bekannten Songs war die Musik nicht mal wirklich gut, auch nicht gut produziert.
Und genau da reiht sich auch dieses Album ein: All Style no substance, und nein, ich glaube nicht, dass wir es bei Tokio Hotel mit außergewöhnlichen Musikern zutun haben. Bill klingt auf vielen Songs wie jemand, der gerade mal seit 3 Wochen Gesangsunterricht nimmt und alles von den Songstrukturen bis zu den Visuals ist einfach vorhersehbar und uninteressant.
Die Brüder wissen es anscheinend auch selbst ganz gut: Ohne den ganzen Gossip und Reality TV wären die beiden schon längst von der Bildfläche verschwunden, durch ihre Musik wurden sie schon damals nicht wirklich unsterblich.
Erstaunlicherweise hat ihnen die Musik aber schon damals ein Leben in L.A. ermöglicht, das dem von Hollywoodstars entspricht. Da kommt offenbar massiv Kohle rein, durch die Reality TV Produktionen natürlich nochmal mehr. Das Konzept funktioniert offensichtlich, denn die Shows sind gut nachgefragt. Die Musik ist nicht so doll, aber ich hege da irgendwie Sympathien. Vielleicht auch, weil ich genau wie du, als Teenager zu unreflektiert für einen fairen Umgang mit der Band und ihren Fans war.
Ernsthafte Frage, wenn ich lese "als Teenager zu unreflektiert". Da sind doch wahrscheinlich nur Teenager auf dem Konzert? Das stelle ich mir wie bei Nina Chuba vor. Ich habe früher auch einiges von Take That gehört, Step-by-step rauf und runter. Ist doch völlig okay. Merkwürdig ist es nur, wenn mit dem Alter dann nicht auch der Musikgeschmack reift, aber jeder hat halt seine Prioritäten und seinen eigenen Geschmack.
Ich habe Tokio Hotel im Rahmen eines Festivals live gesehen und war vollkommen unterwältigt. Bis auf "Durch den Monsun" haben die keinen einzigen Song, der im Gedächtnis bleibt. Das ganze Set plätscherte dahin, Bill hat ein absolut dünnes Stimmchen, das ohne entsprechende technische Unterstützung sofort absaufen würde. Alle warteten auf den Hit, den alle kennen, obwohl natürlich früher alle Anti Tokio Hotel waren... Der ganze Auftritt war rundherum enttäuschend.
Hä? Ich find die Dudes irgendwie unterhaltsam, ihre Musik ist Schund. Meine Affinität erkläre ich mir daher teilweise damit, dass ich mit 16 (oder so) unfair mit der Band und ihren Anhängern ins Gericht gegangen bin. Was das mit meinen Prioritäten und meinem Musikgeschmack zu tun hat, weißt nur du.
"Erstaunlicherweise hat ihnen die Musik aber schon damals ein Leben in L.A. ermöglicht, das dem von Hollywoodstars entspricht."
Das mag sein, aber ich würde sogar sagen, dass schon damals nicht die Musik ihr unique selling point gewesen war. Die waren damals schon medial omnipräsent als Presse-Lieblinge in der Zeit vor Social Media und Heidi Klum, vor allen in den ganzen Teenie-Magazinen verstrich kaum eine Woche, ohne dass die banalsten Dinge von und mit ihnen kommentiert wurden.
Es wurde ja auch versucht, Tokio Hotel international erfolgreich zu machen, als sie damals die Evergreens auf Englisch vertonten, aber das war ja auch nicht von Erfolg gekrönt. Und wenn ich mich richtig erinnere, war in L.A. der Fokus eher Fashion und nicht die Musik. Auch hier glaube ich, dass die beiden eine gewisse Self-Awareness hatten/haben, denn ihre Musik war einfach zu uninspiriert, gerade für den amerikanischen Markt und vor allem L.A. Das, was die Band immer ausgemacht hatte, war ohnehin der Style von Bill und Tom und die Kontroversen. Und das geht eben auch ohne aufwendige Musikproduktionen.
Rückblicke in die Y2k-Epoche wirken immer etwas putzig: die letzte große Zeit der Jugendmagazine, Casting-Shows und des Musik-TV. Tokio Hotel stammen aus dieser Ära. Ihr Image stand überraschend früh, und die Plattenfirma wusste genau, in welchem begrenzten musikalischen Rahmen sich alles bewegen …
Ich war früher auch einer derjenigen, die damals die Homophobie und anderen sonstigen Hass gegenüber Tokio Hotel mitgemacht haben. Ich war noch viel zu jung, um kein Arsch zu sein.
Im Rahmen meiner Erkenntnisse habe ich der Musik der Band tatsächlich eine faire Chance gegeben, aber muss gestehen, dass ich sehr unterwältigt war. Bis auf die bekannten Songs war die Musik nicht mal wirklich gut, auch nicht gut produziert.
Und genau da reiht sich auch dieses Album ein: All Style no substance, und nein, ich glaube nicht, dass wir es bei Tokio Hotel mit außergewöhnlichen Musikern zutun haben. Bill klingt auf vielen Songs wie jemand, der gerade mal seit 3 Wochen Gesangsunterricht nimmt und alles von den Songstrukturen bis zu den Visuals ist einfach vorhersehbar und uninteressant.
Die Brüder wissen es anscheinend auch selbst ganz gut: Ohne den ganzen Gossip und Reality TV wären die beiden schon längst von der Bildfläche verschwunden, durch ihre Musik wurden sie schon damals nicht wirklich unsterblich.
Erstaunlicherweise hat ihnen die Musik aber schon damals ein Leben in L.A. ermöglicht, das dem von Hollywoodstars entspricht. Da kommt offenbar massiv Kohle rein, durch die Reality TV Produktionen natürlich nochmal mehr. Das Konzept funktioniert offensichtlich, denn die Shows sind gut nachgefragt. Die Musik ist nicht so doll, aber ich hege da irgendwie Sympathien. Vielleicht auch, weil ich genau wie du, als Teenager zu unreflektiert für einen fairen Umgang mit der Band und ihren Fans war.
Ernsthafte Frage, wenn ich lese "als Teenager zu unreflektiert". Da sind doch wahrscheinlich nur Teenager auf dem Konzert? Das stelle ich mir wie bei Nina Chuba vor. Ich habe früher auch einiges von Take That gehört, Step-by-step rauf und runter. Ist doch völlig okay. Merkwürdig ist es nur, wenn mit dem Alter dann nicht auch der Musikgeschmack reift, aber jeder hat halt seine Prioritäten und seinen eigenen Geschmack.
Ich habe Tokio Hotel im Rahmen eines Festivals live gesehen und war vollkommen unterwältigt. Bis auf "Durch den Monsun" haben die keinen einzigen Song, der im Gedächtnis bleibt. Das ganze Set plätscherte dahin, Bill hat ein absolut dünnes Stimmchen, das ohne entsprechende technische Unterstützung sofort absaufen würde. Alle warteten auf den Hit, den alle kennen, obwohl natürlich früher alle Anti Tokio Hotel waren... Der ganze Auftritt war rundherum enttäuschend.
Hä? Ich find die Dudes irgendwie unterhaltsam, ihre Musik ist Schund. Meine Affinität erkläre ich mir daher teilweise damit, dass ich mit 16 (oder so) unfair mit der Band und ihren Anhängern ins Gericht gegangen bin. Was das mit meinen Prioritäten und meinem Musikgeschmack zu tun hat, weißt nur du.
Ich rede ja auch über Musik und nicht über unterhaltsame Dudes
"Erstaunlicherweise hat ihnen die Musik aber schon damals ein Leben in L.A. ermöglicht, das dem von Hollywoodstars entspricht."
Das mag sein, aber ich würde sogar sagen, dass schon damals nicht die Musik ihr unique selling point gewesen war. Die waren damals schon medial omnipräsent als Presse-Lieblinge in der Zeit vor Social Media und Heidi Klum, vor allen in den ganzen Teenie-Magazinen verstrich kaum eine Woche, ohne dass die banalsten Dinge von und mit ihnen kommentiert wurden.
Es wurde ja auch versucht, Tokio Hotel international erfolgreich zu machen, als sie damals die Evergreens auf Englisch vertonten, aber das war ja auch nicht von Erfolg gekrönt. Und wenn ich mich richtig erinnere, war in L.A. der Fokus eher Fashion und nicht die Musik. Auch hier glaube ich, dass die beiden eine gewisse Self-Awareness hatten/haben, denn ihre Musik war einfach zu uninspiriert, gerade für den amerikanischen Markt und vor allem L.A. Das, was die Band immer ausgemacht hatte, war ohnehin der Style von Bill und Tom und die Kontroversen. Und das geht eben auch ohne aufwendige Musikproduktionen.
Das Album Cover ist schon mal stark. Platte hab ich noch nicht angehört, aber habe ein gutes Gefühl
Ach deswegen der Seitkick gegen das Greisenhafte Gewusel hier in den Kommentarspalten. Ja, wenn man natürlich selbst gerade geschlüpft ist
Stumpf ist Trumpf.
Gibt wesentlich Schlimmeres!